Malakoffturm auf Zeche Prosper II

Es war das Jahr 2010, Kulturhauptstadtjahr im Ruhrgebiet. Unweit der Halde Beckstraße, vielen vermutlich besser bekannt als die Halde mit dem Tetraeder, war eines meiner Ziele der Malakoffturm der Zeche Prosper II in Bottrop. Wer um alles in der Welt war dieser Malakoff (oder Malakow) und warum hatte man den Turm einer Schachtanlage nach ihm benannt? Ich bemühte das Internet und fand heraus, daß der Name Malakoff auf die Bezeichnung des „Fort Malakow“ im Krimkrieg zurückgeht und für Stärke, Monumentalität, Massigkeit, Größe und Belastbarkeit stand. Ich stand also vor diesem mächtigen Turm, einem der aufwändigsten Malakofftürme, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gebaut wurden. Weiterlesen →

Komma Pütt kucken

Hach, der Samstag tat mal wieder richtig gut. Endlich wieder raus, ohne Schirm und Mütze. Und im Laufe des Vormittags sogar ohne Schal. Auch wenn sich die Sonne hinter Schleierwolken versteckte, 16 Grad wurden es trotzdem. Es dauert noch ein paar Tage, bis es wirklich wieder Frühling wird, aber erste Krokusse recken bereits ihr Blüten hervor und meine Nase beginnt zu kribbeln 😮 .

Ein Pott Kaffee, zwei frische Brötchen, das muß am Samstag einfach sein und dann ging’s los in die Grüne Hauptstadt Europas. Ihr werdet mich nach der Auftaktveranstaltung im Januar sicher noch öfter in Essen finden, aber diesen Samstag hieß es nach längerer Pause mal wieder „Komma Pütt kucken“. Weiterlesen →

Mato und Miranda werden größer

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Sie trägt seinen Schwanz, beißt ihm in die Flanke, hüpft mal über und mal unter ihm hindurch. Was sich anhört wie ein schlechter Film ist das, was ich letzte Woche im Jaguargehege beobachten konnte :-D. Vor rund einem Monat habe ich euch hier von meinen Zoobesuchen des letzten 1/2 Jahres in Krefeld erzählt. In der letzten Woche wollte ich sehen, welche Entwicklung die jungen Jaguare gemacht haben. Während Mato und Miranda beim letzte Mal noch Mama „Bess“ umstreiften, kletterten sie dieses Mal bereits in der 1. Etage der Jaguarwohnung herum. Während sich zahlreiche Kinder vor der Scheibe tummelten, höre ich Erwachsene raten welches Tier sie vor sich haben. Tiger? Leopard? Jaguar? Telefonjoker … 😉 ? Weiterlesen →

Extraschicht 2016

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Wieder ist ein Jahr rum und wieder ist das Wetter alles andere als gut, als am letzten Wochenende die Extraschicht im Ruhrgebiet startet. Extraschicht, für alle die es nicht auf Anhieb wissen, ist die „Nacht der Industriekultur“. Licht- und Feuerzauber, Theater und Musik, Führungen und Feuerwerke, Zutritt zu außergewöhnlichen ehemaligen Industrie- und Zechenstandorten und das quer durchs Ruhrgebiet an 48 Spielorten in 20 Städten. Für alles reicht ein Ticket und ein Abend Zeit. Die Extraschicht startet immer am letzten Juniwochenende, vielleicht schon mal ein Tipp für 2017 :-). Weiterlesen →

Oldtimer und Haldenblick (Hoheward)

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Yeah! Ein Sonntag ohne Regen dachte ich, während die ersten Tropfen aufs Autodach fielen. Ich war auf dem Weg nach Herten, genauer mal wieder zur Zeche Ewald, denn dort fand bereits das 4. Oldtimertreffen dieses Jahres statt. Alle bisherigen Termine waren wettertechnisch eher so suboptimal. Zum Glück war es nur ein Schauer über Gladbeck. Wenn man so über die Autobahn fährt und die, anders als an Werktagen, auch noch angenehm leer ist, sind die gut 60 km von Krefeld in rund 45 – 50 Min. gefahren. Dieses Oldtimertreffen ist sozusagen das Nachfolgetreffen zur Zeche Zollverein in Essen. Ich erreiche das ehemalige Zechengelände in Herten gegen kurz vor 11.00 Uhr. Weiterlesen →

Extraschicht 2015

Da stand ich nun ich armer Tor und bin … huch ihr seid ja schon da. Ich überlege mir gerade noch den Einstieg in diesen Beitrag. Vielleicht so … Da stand ich nun am großen Tor und zeigte brav mein Bändchen vor 🙂 gekommen mit den großen Bussen, so dicht gedrängt ich könnt sie ku… ach ne das reimt sich nicht 😀 . Seid umschlungen liebe Leserinnen und Leser zum Extraschichtbericht 2015.

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Es war Samstagnachmittag, mit Bändchen, 100 seitigem Veranstaltungsplan und einem Programm, mit dem andere einen ganzen Monat füllen stand ich bereit. Ich freute mich darauf den Abend draußen zu genießen, in vollen Shuttlebussen zu stehen und mich überraschen zu lassen. 225.000 Menschen sollten an diesem Abend ähnliches tun und 10% davon sind später alleine in meinem Shuttlebus 😉 . Es war wieder einmal Extraschicht im Ruhrgebiet.

Wenn irgendwann im Frühjahr das neue Programm der Extraschicht rauskommt, beginnt die Vorfreude und die lohnt sich, denn eine Nacht zwischen Kunst und Industriekultur ist einmalig im Ruhrgebiet. Die 225.000 Besucher haben dieses Jahr 45 Spielorte besucht und rd. 2.000 Künstlern zugesehen und das bereits zum 15. Mal. Bis zur nächsten Extraschicht sind es jetzt wieder 53 lange Wochen, denn für die nächsten Jahre könnt ihr euch merken: Die Extraschicht findet immer am letzten Samstag im Juni statt!

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Ich habe meine Tour mit einem Vorspiel gestartet, denn wie durch Zufall hat die MS Wissenschaft an diesem Wochenende im Duisburger Innenhafen festgemacht. Die MS Wissenschaft ist ein umgebautes Binnenschiff, das dieses Jahr der Frage „Wie sehen unsere Städte in der Zukunft aus?“ nachgeht. Eine bunte Mischung aus Exponaten, Experimenten und Wissensvermittlung für die Stadt der Zukunft wechseln sich in der Ausstellung ab. Diese Ausstellung geht übrigens noch weiter, die Tourdaten des Schiffs findet ihr hier.

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Im Rahmen der Extraschicht habe ich mich dieses Jahr entschlossen Gelsenkirchen (Nordsternpark) und Essen (Zeche Zollverein) zu besuchen. Das Auto wurde daher etwas abseits des Nordsternturms in Gelsenkirchen geparkt und nach kurzem Fußmarsch ging es mit dem kostenlosen Shuttlebus (ES8) zunächst nach Essen. Das erste Abenteuer fand im Kreisverkehr statt (ja ich hatte Kreisverkehr 😀 ). Ich war mir nicht sicher, ob der Bus die erste oder die zweite Ausfahrt aus dem Kreisverkehr wieder raus muß. Die erste … nicht, die zweite … nicht, die dritte, das wäre die Autobahn, … nicht. Hat der Bus sich verfahren? Wir kommen wieder an den Anfang. Die erste … nicht, die zweite … wir drehten allen Ernstes 2 ½ Runden im Kreisverkehr. Ehrlich, kein Scherz, so bekloppte Busfahrer gibbet wohl nur im Pott 😀 .

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Das Ziel Essen doch erreichend, hatte ich mir vorgenommen dieses Jahr unbedingt Dundu kennen zu lernen und das G.O.P Varietetheater zu sehen. Das G.O.P zeigte neben fliegenden Tischchen einen fingerfertigen Spielkartenspieler, eine junge Dame an der Vertikalstange und einen atemberaubenden Balance Act. Keine Frage sehr kurzweilig. Danach schnell zurück in den Ehrenhof der Zeche Zollverein, denn dort kündigte sich Dundu an. Dundu ist eine 5 Meter große, voll bespielbare Großfigur des Puppenspielers Tobias Husemann.

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Es ist total faszinierend zu sehen, welche Magie diese Puppe ausübt. Während ältere Leute, die von der Puppe angespielt wurden, eher auf die Puppenspieler achten, gucken Kinder vollkommen unvoreingenommen der Puppe in die nicht vorhandenen Augen und hielten bereitwillig ihren Luftballon hin, wenn Dundu danach fragte. Eben noch steht die Puppe und guckt sich um, als sie plötzlich anfängt zu laufen und die Menschenmenge, die eben noch drum herum stand, strebt auseinander, flieht regelrecht, um den Weg frei zu machen. Schade, daß es noch hell war, denn beleuchtet ist die Großpuppe nochmal so schön.

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Als die Uhr kurz nach 21.00 Uhr zeigte, ging es zurück zum Shuttlebus. Der ES8, der gerade losfahren wollte war bereits randvoll, aber 15 Minuten später ging’s dann wieder in Richtung Gelsenkirchen. Der WDR hatte sich entschlossen, dieses Jahr zum ersten Mal in 15 Jahren Extraschicht eine eigene Liveshow aus dem Amphitheater im Nordsternpark in Gelsenkirchen zu senden, schließlich tut man das bei anderen Ereignissen in NRW auch. Das war also mein zweiter Programmpunkt für diesen Abend. Die Show startete mit einem rasanten Feuerwerk und dem ersten Auftritt von Stoppok.

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Zunächst fand ich die Idee in Gelsenkirchen zu sitzen und von dort in die anderen Spielorte reinschauen zu können ganz reizvoll, aber die anderen Spielorte waren nur in einiger Entfernung auf einer Videowand zu sehen, während sich im Amphitheater wenig bis nichts tat. Gut 40 programmlose Minuten mit nur zwei kurzen Zwischentakes führten bei einem Teil der Besucher zu Unmut, der in Zwischenrufen mündete und später zum großflächigen Abwandern führte. Ich bin mir sicher, daß der Unmut beim WDR nicht unbemerkt geblieben ist und in einer Nachbesprechung mündet, während die Show für den Fernsehzuschauer vermutlich ganz unterhaltend war.

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Damit wir uns nicht mißverstehen, der Einstieg in die Show, das Wasserski Showteam mit brennenden und Feuerwerk abschießenden Rucksäcken sowie die Feuer- und Lasershow am Ende waren super und auch der Talkgast Ralf Richter war als Fotomotiv schwer umlagert, aber der Leerlauf war halt für diejenigen, die eigentlich wegen Stoppok gekommen waren, ein Grund zu gehen. Es juckt mir in den Fingern eine Ideensammlung zu starten oder den WDR dabei zu unterstützen, bei der 16. Extraschicht eine noch bessere Show auf die Beine zu stellen. Mal sehen was sich so ergibt. Als die letzte Rakete verschossen war hatte ich kurz gezögert, ob ich die zweite Show mit Stoppok noch abwarten soll, bin dann aber, als es gegen 0.20 Uhr anfing zu regnen, doch lieber los. Mußte reichen, ich brauche schließlich Schönheitsschlaf 😉 . Außerdem war ich froh, daß das Wetter bis Mitternacht gehalten hatte.

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Bis zum 28. Juni können Besucher übrigens an einem Fotowettbewerb der Extraschicht teilnehmen und wenn ihr sehen wollt, was ich so zusammengeknipst habe, schaut dieses Mal in das Extraschichtalbum bei Flickr oder Google Fotos, in dem sich auch schon ältere Fotos der letzten Extraschichten befinden. Man sieht sich 2016 zur 16. Extraschicht.

Dampf im Kessel und Steampunk

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Ich schulde euch noch einen Bericht vom Dampffestival in Bochum vor 2 Wochen. Er war nicht vergessen, aber der Berlinbeitrag ging in dem Fall vor. Eigentlich sollte es ja Regen geben und beim Dampf Festival war ich auch schon zweimal, was also soll es da neues geben? Aber irgendwie war es dann doch ganz nett am Himmel und so bin ich kurz entschlossen los. Dieses Jahr sollte zusätzlich zu den Dampfmaschinen auch ein Steampunkfestival stattfinden. Ich war neugierig und Asche auf mein Haupt, aber dank euch und der Ausstellung „Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet“ weiß ich seit dem letzten Jahr auch was „Steampunk“ ist 🙂 .

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Da Bochum ein paar Kilometer von mir entfernt ist, habe ich einen Becher Kaffee sowie die Zeitung eingepackt und bin so zeitig los, daß ich staufrei durchkomme und noch einen Stellplatz auf dem kleinen Parkplatz vor der Zeche Hannover bekomme. Die restliche Wartezeit bis zur Eröffnung überbrücke ich … genau mit Kaffee und der Tageszeitung. Kurz nach 10.00 Uhr ging’s dann los, Dampfmaschinen, Holzspalter, Sägemaschinen … für 6,- € Eintritt gab es „40 Dampfmaschinen aus 100 Jahren“. Immer wieder aufs Neue interessant zu sehen, wie Dampfmaschinen über Ketten und Zahnräder gelenkt werden, wie Kohle nachgefüllt wird, so wie früher bei Oma im Kohleofen oder wie eine Dampfmaschine mit kleinem Kran dabei behilflich ist, einen Baumstamm auf die Sägemaschine zu transportieren, die wiederum auch mit Dampf angetrieben wurde.

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Ihr meint vermutlich, das wäre so ein Männerding mit der Dampfmaschine. Stellen wir uns mal ganz dumm … ja das können wir :-). Vermutlich habt ihr Recht, das Ding mit der Dampfmaschine hatte einen Männerüberschuß im Publikum und nur die Dampfmaschinen wären auch nach kurzem durch gewesen. Aber dann ging es zum Vaporium Ruhr, dem Steampunk-Event im Malakowturm der Zeche Hannover. Ich habe ja keine große Ahnung davon, aber die Dinge die dort ausgestellt wurden und zum Teil auch gekauft werden konnten waren einfach Klasse.

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Nachdem Clown Zimbo vor der Zeche die kleinen Besucher begeistert hat wurde es dann interessant, denn auf dem Außengelände startete der Steampunk Tribal Dance mit der Gruppe “Wild Tribe” (ich hoffe ich habe das so richtig geschrieben). Nicht nur die Damen auch die Darbietung war aller Ehren wert und das Publikum bestätigte das auch mit großem Applaus.

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Last but not least gab es dann noch ein Gruppenbild aller Steampunkfans, die bereit waren sich in Gruppe ablichten zu lassen. Leider war der Andrang der Fotografen so groß, daß mir die ca. 2 Min. vorkamen wie 2 Sekunden, also nicht viel Zeit mal kurz auf den Auslöser zu drücken und ein paar Bilder zu machen. Ihr wollt die Fotografen sehen? Während diese nämlich beschäftigt waren, wurden sie selbst (wie man hier sieht) fotografiert 🙂 .

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P.S.: Bei dem Blick auf’s Impressum der Seite http://www.vaporium-ruhr.de mußte ich doch laut lachen, denn ich war in Bochum, Vaporium Ruhr war in Bochum und wo sitzt der Seitenbetreiber der Seite? Yeah, in Krefeld. Keine 10 Min. von mir, fahre ich auf dem Weg zur Arbeit täglich daran vorbei. So klein ist die Welt 😀 . Was ich sonst an Fotos gemacht habe, wie immer bei Google+ oder Flickr.

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P.P.S.: In der Zeche Hannover läuft übrigens bis Mitte Juli auch noch die Ausstellung „Wanderarbeit Mensch – Mobilität – Migration„. Der Eintritt dahin ist wie immer (mit Ausnahme von Festen wie z.B. dem Dampffestival) frei.