Ein Tag im Emscherlandschaftspark

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Der Wecker klingelt sehr früh für einen Samstag und bis zum Sonnenaufgang dauert es noch zwei Stunden. Der Nebel löst sich nur langsam auf an diesem Morgen. Ich nippe ein letztes Mal an meinem Kaffee, dann geht’s los. Klingt wie der Anfang eines Buchs, ist aber der Start zum Besuch des größten Regionalparks Europas. Wo der liegt? Na mitten im Ruhrgebiet. Genauer zwischen Duisburg im Westen und Bönen, Bergkamen und Holzwickede im Osten. Der Park hat keinen Ein- oder Ausgang, so wie man es vielleicht vom Westfalenpark oder vom Grugapark kennt, sondern es geht um Wälder und Wiesen, Halden und Landmarken, Industriekultur und mehr auf über 450 km². Quer durchs Ruhrgebiet erstreckt sich der Emscherlandschaftspark, eine Kooperation aus Regionalverband Ruhr, 20 Kommunen, zwei Kreisen, drei Regierungsbezirken, vom Land NRW sowie von Emschergenossenschaft und Lippeverband. Puh, das klingt kompliziert, oder? Weiterlesen →

Du meine Emscherperle

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Stell dich mal vor …. ne nicht du sollst dich vorstellen, stell dich mal vor du wohnst im Ruhrgebiet und gehst da hin, wo auch der Kaiser zu Fuß hin geht. Und danach? Wohin geht die Hinterlassenschaft wenn du den Spülknopf drückst? Genau in den Kanal. Als das Ruhrgebiet erfunden wurde, gab’s jedoch keine übergreifenden Kanäle und durch die Absenkungen des Bergbaus wären die auch ständig abgesackt. Last but not least hatte längst nicht jede Stadt eine Kläranlage. Was also tun? Man entschied sich, die Hinterlassenschaft in einen Fluß zu transportieren und von dort oberirdisch in eine weit entfernte Kläranlage. Und der Fluß? Aus dem Fluß wurde die Köttelbecke und das konnte man je nach Windrichtung auch gut riechen. Weiterlesen →

Emscherkunst

Emscherkunst

Ich hoffe, mein Geschreibsel zum Thema Emscherkunst hängt euch noch nicht zu den Ohren raus :-). Denjenigen von euch, die denken ich wäre so der Museumstyp, mit Bilder gucken und darüber diskutieren, ob der Maler van Dingensbums die Nase .. äh .. Vase auch wirklich so rot haben wollte und warum, dem sei gesagt, nix dergleichen, alles Unfug. Emscherkunst ist ganz was anderes, nämlich frische Luft, Bewegung und Kunstwerke draußen. Auf 47 Quadratkilometern entlang der Emscher (und des Rhein-Herne-Kanals) stehen riesige Obelisken, singende Felsen und tanzende Strommasten, an Hand eines fast schwebenden Toilettenhäuschens wird die biologische Reinigung von Wasser erklärt, ihr besteigt schwingende Brücken, Hütten auf Stelzen, Brückenskulpturen noch bevor der Fluß kommt u.v.m.

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Unweit der Slinky Springs to Fame Brücke (auch Rehbergerbrücke genannt) fand an diesem Wochenende in Oberhausen die Eröffnung der Emscherkunst 2013 statt. Trotz Regenschauern hatten sich einige 100 Interessenten eingefunden. Alle Kunstwerke an einem Tag abzufrühstücken dürfte etwas schwerfallen, selbst wenn entlang von Emscher und Rhein-Herne-Kanal alles weitgehend ebenerdig ist. Aber wer 2-3 Touren einplant dürfte fündig werden. Und das schöne, die Kunstwerke stehen den ganzen Sommer über bis zum 6. Oktober 2013 da draußen. Einige (dauerhaft stehende Objekte) sind rund um die Uhr andere zu den üblichen Öffnungszeiten von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet und kosten keinen Eintritt. Beleuchtungskunstwerke (wie im Berne Park, Bottrop) sind z.T. zu anderen Zeiten, auch am Abend geöffnet.

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Nebenbei sei erwähnt, daß es dieses Jahr eine passende Kunst- und Radkarte gibt, die zwar 5,- Euro kostet, dafür aber seitens der Organisatoren in Besucherzentren, in einen Fahrradverleih und vor allen Dingen in Wegweiser investiert wurde. Alles Dinge, die es bei der letzten Emscherkunst 2010 nicht gab. Den Fahrradverleih findet ihr unter der Adresse www.revierrad.de/ek2013. Die Räder können mindestens 24 Stunden (ein Miettag) benutzt werden, die Mietgebühren je Miettag betragen für ein CityBike 12 €, für ein E-Bike 24 € und für ein Kinderrad 7 € (unter 8 Std. 9 €, 18 €, 5 €). Ich werde euch in den nächsten Tagen (oder Wochen) das eine oder andere vorstellen und so gut es geht, den Weg dorthin beschreiben. Bitte bedenkt, nicht jedes Kunstwerk ist mit dem Auto zu erreichen, ein bisschen zu Fuß (oder mit dem Rad) müßt ihr schon sein.

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Gerne hätte ich euch auch noch die Radkarte hier angeboten, aber die kostenlosen Exemplare waren begrenzt und wohl abgezählt :-(. Aber wenn ich helfen kann fragt ruhig, ich schreibe dann einen GoogleMaps Link von der entsprechenden Stelle in die Kommentare (oder schaut mal in den Tourplaner) . Den Auftakt hat heute, neben dem Projekt BLOWIN‘ FREE (dem Containerdorf der KunstVereineRuhr auf dem Gelände des Stadtsportbundes) der „Zauberlehrling“ (auch tanzender Strommast) gemacht (Standort unweit des Haus Ripshorst: http://goo.gl/maps/oI26n). Ich war zu Fuß dort, das heißt ca. 2 x 3 km (von der Eröffnungsveranstaltung an der Slinky Springs to Fame/Rehberger Brücke) und damit weiter als ich erwartet hatte. Beim nächsten Mal schnappe ich mir ein Fahrrad bzw. besuche einige Punkte mit dem Auto. Auch witzig sind die Fernrohre, die an verschiedenen Stellen stehen und überraschende Einblicke bieten, aber davon mehr beim nächsten Mal.

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Übrigens, an oder in einigen Kunstwerken („Warten auf den Fluß“, „Fluß wird Wolke“ und in 1000 Zelten des Künstlers Ai Weiwei) kann man sogar übernachten und wird somit Teil des Kunstwerks. Die Übernachtung in „Warten auf den Fluß“ (Oberhausen, Flugstraße, Nähe Am Bruchsteg + 10 Min. Fußweg) kostet beispielsweise 90,- Euro bei voller Verpflegung und Stellung von Bettzeug und Handtüchern. Vielleicht wäre diese Brücke tagsüber ein möglicher BloggerTreffpunkt. Die Homepage der Emscherkunst verkündet z.B. am kommenden Sonntag (30.06.2013), an besagtem Kunstwerk „Warten auf den Fluß“ zw. 15.00 und 18.00 Uhr eine „Beatbürger Jamsession“. Wenn ich’s schaffe schaue ich bestimmt mal rein.

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Mehr Bilder in den Ruhr2013 Alben bei Flickr und Google+, mehr Emscherkunst hier.