Ein Tag im Emscherlandschaftspark

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Der Wecker klingelt sehr früh für einen Samstag und bis zum Sonnenaufgang dauert es noch zwei Stunden. Der Nebel löst sich nur langsam auf an diesem Morgen. Ich nippe ein letztes Mal an meinem Kaffee, dann geht’s los. Klingt wie der Anfang eines Buchs, ist aber der Start zum Besuch des größten Regionalparks Europas. Wo der liegt? Na mitten im Ruhrgebiet. Genauer zwischen Duisburg im Westen und Bönen, Bergkamen und Holzwickede im Osten. Der Park hat keinen Ein- oder Ausgang, so wie man es vielleicht vom Westfalenpark oder vom Grugapark kennt, sondern es geht um Wälder und Wiesen, Halden und Landmarken, Industriekultur und mehr auf über 450 km². Quer durchs Ruhrgebiet erstreckt sich der Emscherlandschaftspark, eine Kooperation aus Regionalverband Ruhr, 20 Kommunen, zwei Kreisen, drei Regierungsbezirken, vom Land NRW sowie von Emschergenossenschaft und Lippeverband. Puh, das klingt kompliziert, oder? Weiterlesen →

Oldtimer und Haldenblick (Hoheward)

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Yeah! Ein Sonntag ohne Regen dachte ich, während die ersten Tropfen aufs Autodach fielen. Ich war auf dem Weg nach Herten, genauer mal wieder zur Zeche Ewald, denn dort fand bereits das 4. Oldtimertreffen dieses Jahres statt. Alle bisherigen Termine waren wettertechnisch eher so suboptimal. Zum Glück war es nur ein Schauer über Gladbeck. Wenn man so über die Autobahn fährt und die, anders als an Werktagen, auch noch angenehm leer ist, sind die gut 60 km von Krefeld in rund 45 – 50 Min. gefahren. Dieses Oldtimertreffen ist sozusagen das Nachfolgetreffen zur Zeche Zollverein in Essen. Ich erreiche das ehemalige Zechengelände in Herten gegen kurz vor 11.00 Uhr. Weiterlesen →

Spätsommer oder Frühherbst

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Spätsommer oder Frühherbst, wie man es auch nennen möchte, das letzte Wochenende zeigte sich nochmal von der schönen Seite. Klar irgendwann werden die kühlen Herbsttage wohl kommen, aber bis dahin konnten wir die Sonne nochmal genießen. Habe ich auch gemacht, denn ich war am Samstag im Grugapark in Essen und am Sonntag zur Zeche Ewald in Herten. Manches mal wünschte ich, ich könnte statt im Büro zu sitzen den ganzen Tag durchs Grüne laufen und die Natur genießen. Aber der Job ist notwendiges Übel, denn mein Arbeitgeber zahlt mir schließlich das Geld fürs Leben und nebenbei ist das Büro geheizt und trocken ;-).

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Erstaunlicherweise waren einige Bäume noch grüner als ich vermutet hatte, aber ein Spaziergang durch den Grugapark kann man ja fast zu jeder Jahreszeit machen. Da sich das andere wohl auch dachten, war es auch eine gute Idee, zeitig anzureisen, denn gegen 10.30 Uhr waren noch genügend Parkplätze frei. Als ich gegen 15.30 Uhr wieder weg fuhr, war hingegen alles pickepacke voll. Den Parkplatz an den Mustergärten kann ich übrigens empfehlen, kostenfrei und nur zwei Minuten vom Gruga Eingang entfernt.

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Warum ich schon so früh vor Ort war? Weil um 11.00 Uhr wieder einmal die Greifvolgelflugschau aus Hellenthal auf der Tummelwiese zu Gast war. Diese findet 3 x im Jahr dort statt und wenn ihr mal die Gelegenheit habt, schaut doch mal vorbei. Wer über 1,75 m ist, muß allerdings ab und zu den Kopf einziehen, denn Seeadler, Habicht & Co. ziehen einem sonst einen Scheitel ;-). Es ist ganz schön schwierig bei so einer Flugschau gescheite Bilder hin zu bekommen, sofern man nicht mit Profi-Equipment anreist.

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Was Profi-Equipment ist? Das was der „Kollege“ neben mir hatte. Ein Superzoom von der Größe einer Werkzeugtasche und eine Spiegelreflexkamera mit geschätzt 20 Bilderen pro Sekunde. Wenn er auf den Auslöser drückte, ratterte er mit seiner Kamera, als stände ein alter Super8 Projektor neben mir :-). Na egal, zwei gute Schnappschüsse sind mir ja auch gelungen (1/2). Das muß reichen. Wesentlich ruhiger geben sich da die Dahlien, denen ich mich später gewidmet habe. Die Natur kann so schöne Farben fabrizieren und bis in den Oktober gibt’s die noch zu sehen.

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Der Wecker klingelt. Wer hat mich geritten am Sonntag um 8.00 Uhr aufzustehen? Ach richtig ich selbst. Von Krefeld bis nach Herten sind es ca. 60 km, die aber auf ziemlich leerer Autobahn ruck zuck bewältigt wurden. Ziel war, das hier bereits einmal erwähnte Oldtimertreffen auf Zeche Ewald. Da Bauarbeiten auf dem Gelände der Kokerei Zollverein dort 2015 kein Treffen zuließen, war es das erste und gleichzeitig auch das letzte Treffen in diesem Jahr am neuen Standort. Und weil das Wetter ausgesprochen schön war und sich kein Regen ankündigte, kamen die Oldtimer scharenweise. Ich weiß ja, daß auch auf Zollverein die Anzahl der Fahrzeuge schwankend war, aber das was an diesem Sonntag auf das Gelände der Zeche Ewald fuhr ließ selbst die Organisatoren vor Schreck erstarren.

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Nachdem der erste Parkplatz unter dem Förderturm im nullkommanix voll war und auch der zweite Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite sich binnen Minuten füllte, mußte sogar noch ein Schotterplatz geöffnet werden, der sich dann ebenfalls zu 80% füllte. Zwischen meiner Ankunft gegen 10.45 Uhr und ca. 12.00 Uhr rollten die Autos Stoßstange an Stoßstange auf das Gelände. Wenn ich mir mal die Kennzeichen der Fahrzeuge betrachtete, waren neben einer ganzen Reihe von Ruhrgebietskennzeichen (von Moers bis Dortmund) sogar Kennzeichen aus dem Kölner Raum, aus der Eifel (Bitburg) und sogar aus dem Sauerland vertreten. Dazu der Alpha Club und der Mini Club (z.T. auch mit weitgereisten Mitgliedern).

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Die Auswahl an Fahrzeugen war schon fast zu viel, so daß ich nach rd. 2 Stunden einen Schnitt gemacht habe und die Gelegenheit genutzt habe noch einen Abstecher auf die Halde Hoheward zu machen (hätte ich auf jeden Fall gemacht, wenn ich schon mal da bin 😉 ). Weil es nahe liegt, bin ich wieder von der Zeche Ewald aus aufgestiegen und dieses Mal war der Weg auch gefühlt schon gar nicht mehr so weit, wie beim ersten Mal. Übrigens gibt es nun auch am zuletzt aufgeschütteten Teil der Halde Aussichtspalteaus mit Blickrichtung auf die Zeche Ewald. Die Wege wurden gepflastert und für die Mountainbiker wurden, etwas abseits davon, entsprechende Wege mit passender Beschilderung angelegt. Hach schwärm, Halde Hoheward ist doch immer wieder schön.

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Wieder unten angekommen, hatte sich der Parkplatz merklich geleert. Jetzt wartet alles auf neue Termine im Jahr 2016. Zum Oldtimertreff-Ruhr geht’s hier entlang. Wenn ihr mehr Bilder aus der Gruga, vom Oldtimertreffen oder vom Abstecher auf die Halde Hoheward sehen möchtet, schaut doch mal bei Flickr oder GooglePhotos vorbei. Da haben sich mittlerweile auch schon eine ganze Reihe weiterer Fotos aus 2015 angesammelt.

Halde Hoheward … der Weg ist das Ziel

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Von der größten Haldenlandschaft und für meine Begriffe der schönsten Halde des Ruhrgebiets, der Halde Hoheward, habe ich an dieser Stelle schon häufiger berichtet. Was also gäbe es neues zu erzählen? Zwei Dinge, erstens, daß ich dieses Mal nicht von der Drachenbrücke sondern von der Zeche Ewald aus hinaufgestiegen bin, und zweitens daß dieses Mal nicht ausschließlich die Halde selbst sondern der Weg das Ziel war. Aber von Anfang. Da gucke ich letztens die WDR Lokalzeit und der Reporter steht vor Schloß „Schießmichtot“ … aber als ich die Bilder sehe, kommt sofort der Wunsch den Namen dieses Schlosses zu erfahren. Ich laufe hektisch auf und ab und dann fällt das Stichwort „Schloß Wittringen“. Wo liegt denn das? Gladbeck? Klingt interessant, gleich mal vorgemerkt für die nächste Tour zur Halde Hoheward.

Ein paar Tage später eine ähnliche Begebenheit mit dem Alten Dorf Westerholt und als ich die drei Punkte Schloß Wittringen, Westerholt und Zeche Ewald mit dem Edding auf meinem Bildschirm verbinde, stelle ich fest, daß der nicht wieder abgeht … ach ne, daß das ein schönes Ausflugsdreieck ergibt. Früher, also so vor mehr als 25 Jahren war die Verbindung der B224 und der A52 ein Geheimtipp, wenn man auf die A43 Richtung Norden wollte. Ich erinnere mich an Sonntagabende auf dem Weg zum Bundeswehrstandort in Oldenburg, als auf dem Teilstück nach 22.00 Uhr keine 10 Autos fuhren. Heute erlebt man allenfalls an Feiertagen wie dem 1. Mai oder Karfreitag, daß man selbst auf der A40 (Ruhrstauweg Nr. 1) um die 100 km/h fahren kann ohne im Stau zu stehen, aber das ist wieder ein anderes Thema.

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Nun fuhr ich also schon x-mal über die B224 und hatte keine Ahnung, daß gleich nebenan das Wasserschloß Wittringen liegt. Ein wunderschönes Ziel, wenn man ein bisschen spazieren gehen und anschließend im Schloß einkehren möchte. Als erstes verlangt der Parkplatz nach Kopfrechnen, denn das Parken kostet 0,05 € pro 6 Min. Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht … ich entscheide mich für 60 Min. und werfe demnach genau 0,50 € in den Automaten. Während ich mir das Schloß von außen anschaue, zieht eine Hochzeitsgesellschaft ins Schloß ein.

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Auf dem kleinen Teich in der Nähe des Schloßes liegen Tretboote vor Anker, eine Ecke weiter an einem weiteren See gibt es einen großen Springbrunnen und einem Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Ich fotografiere schnell noch ein paar ausgefallene Türen, stelle mich kurz einer Gans vor und zack ist die bezahlte Stunde auch schon rum. Gerne wäre ich noch länger geblieben und hätte auch etwas gegessen, aber der geplante Tag war zu voll um zu verweilen.

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Mein nächstes Ziel, die Stadt Westerholt, genauer das Alte Dorf Westerholt, lt. Navigationsgerät und dem Ruhrgebiets Gesetz von 1975 ein Teil von Herten. Alles ganz schön kompliziert. So lotste mich das Navi auch zur gewählten Mühlenkampstraße, welche sich bei Ankunft als Sackgasse herausstellte. Kurz wähnte ich mich falsch, bis ich die Kirche und einen keinen Parkplatz vor mir sah. Der Ortskern von Westerholt hatte es mir angetan und so gab es in der Tat einige schöne, restaurierte Fachwerkhäuser die ebensoviele Fotos wert waren. Das Dorf hatte sich regelrecht fein gemacht, obwohl von seinen Bewohnern nur wenig zu sehen war. Und auch Westerholt hat ein Schloß, das aber gleichzeitig ein Hotel und auch ein Treffpunkt für Golfer ist. Demnach war der dazugehörige Parkplatz gut gefüllt.

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Viele Bewohner des Dorfes hatten sich die Mühe gemacht, Fensterbrett und Vorgärten mit bunten Frühlingsblühern zu schmücken, was fototechnisch ganz gut rüber kam. Das einzige was ich vermisst habe, war ein kleiner Bäcker oder ein Café, ich hätte gerne ein Stück Kuchen, einen Kaffee o.ä. zu mir genommen. Eigentlich schade :-(. Nach einer ersten Runde wurde beim zweiten Rundgang auch mal in die Lücken zw. den Häusern geguckt und manches Dekostück entdeckt, das einem sonst nicht aufgefallen wäre. Schließlich endete der Rundgang wo er begonnen hatte, am kleinen Parkplatz.

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Weiter ging es zur Zeche Ewald. Merker für’s nächste Mal, wenn das Navi sowas wie „In 300 Metern rechts abbiegen“ sagt, nicht direkt abbiegen :-). Egal ich bin trotzdem hingekommen. Dank der RuhrTopCard wollte ich mir im Besucherzentrum der Zeche Ewald die Ausstellung „NEUE HORIZONTE – Auf den Spuren der Zeit“ ansehen. Die Ausstellung wurde in der Lohn- und Lichthalle der Zeche Ewald installiert und ist m.E. besonders für Kinder und Jugendliche interessant, denn an Hand von Beispielen werden die vier Jahreszeiten, der Tag- und Nachtrythmus der Erde und u.a. die Funktionsweise der Sonnenuhr und des Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward erklärt.

Neue Horizonte

Dazu gibt es einen virtuellen Kohlebackautomaten in dem entweder Torf, Steinkohle oder noch mehr entsteht, wenn die richtige Mischung von Wasser, Pflanzen, Druck und Zeit gemischt wird. Ergänzt durch verschiedene weitere Experimente, an denen man drücken und drehen kann, ist die Ausstellung interaktiv nutzbar. Auf drei Ebenen geht es zu Fuß von Etage zu Etage oder, wenn man möchte, mit einem Miniaufzug nach oben. Ihr meint das war’s? Nein, nach so viel Theorie ging es zum Tagesabschluß auf die Halde selbst. Bisher bin ich i.d.R. von der Drachenbrücke losgestiefelt, was ein recht überschaubarer Weg war, dieses Mal habe ich, einmal an der Zeche Ewald, den Weg von dort eingeschlagen.

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Die Strecke zieht sich ganz schön, nach der langen Treppe und einem kleinen Schotterweg kommt man auf der Zufahrtsstraße aus und folgt dieser eine ganze Weile, bis das Horizontobservatorium langsam näher kommt. Die Halde ist, das kann man aus dieser Richtung ganz gut erkennen, immer noch in Gestaltung. Die dunkle Aufschüttung des Bergematerials wurde weiträumig mit einer Lehm- oder Sandschicht überdeckt, so daß der Teil der Halde momentan aussah wie ein riesiger Sandkasten. Kleine Gräben, z.T. bereits mit Steinen ausgekleidet, sollen zukünftig vermutlich das abfließende Regenwasser aufnehmen. Durchgeschwitzt und etwas aus der Puste nehme ich gleich noch den Weg zum Obelisken und parke meinen Hintern dort erst einmal auf der nächstgelegenen Bank.

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Hier könnte ich ja jetzt stundenlang sitzen bleiben, fotografieren und dabei Leute beobachten, wenn ich nicht zugesagt hätte, zu einer bestimmten Zeit wieder zu Hause zu sein und so mache ich mich nach kurzer Ruhrphase langsam auf den Rückweg. Wer so’ne lange Reise macht, der hat auch einiges zu zeigen. Klickt euch doch einfach mal rein bei Flickr oder Google+.

5 Jahre Touren durchs Ruhrgebiet und Besuch auf Halde Hoheward

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Noch ist 2014 ja nicht rum, aber wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt toure ich bereits seit 5 Jahren mal kreuz und mal quer durchs Ruhrgebiet. Ich weiß noch genau, wie ich 2010 (man erinnere sich, es war das Jahr der Kulturhauptstadt) mit Hilfe von Reiseführern, verschiedenem Prospektmaterial und Google Maps versucht habe herauszufinden, wo die einzelnen Zechen, Häfen, Brücken und Halden lagen und wie man sie am besten erreichen konnte. Das Ruhrgebiet ist ja meine „alte“ Heimat, aber als ich 1989 dort weg und an den Niederrhein gezogen bin, gab’s das Meiste noch garnicht (also zumindest nicht öffentlich zugänglich). Ob ich einen Favoriten habe? Schwer zu sagen.

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Nie vorher war ich in Herne oder Recklinghausen, in Gelsenkirchen ja da war ich mal, weil 1997 die Bundesgartenschau auf dem Gelände der Zeche Nordstern stattfand, aber von Zechen und Halden, da kannte ich nichts. Ich erinnere mich noch wie heute an meinen ersten Besuch auf Halde Hoheward. Damals hatte ich herausgefunden, daß es einen Treppenaufstieg mit irgendwas um die 500 Stufen gab (und immer noch gibt). An der Herner Str. 198 in Herten, gleich neben dem Lokal „Zum Handweiser“, habe ich damals meine Tour begonnen. Erst viel später habe ich den doch etwas bequemeren Aufstieg an der Cranger Straße, auf Höhe der ehemaligen Zeche Recklinghausen (II) entdeckt (zu erkennen an der markannten Drachenbrücke).

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Natürlich gibt’s auch noch die Möglichkeit von der Zeche Ewald aufzusteigen, den Weg bin ich aber bisher nur einmal in umgekehrter Richtung korrekt gelaufen, auf dem Hinweg habe ich mich irgendwie verfranst und bin dann quer Feld ein, aber das ist eine andere Geschichte (klickt mal „hier„). Na jedenfalls ist die Halde Hoheward für mich eine der schönsten Halden im Ruhrgebiet und immer wenn sich ein sommerlicher Tag ergibt und ich die Anreise von rd. 65 km bewältigt habe, spaziere ich dort rauf.

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Das Ruhrgebiet liegt einem dort oben zu Füßen und man kann den Alltagsgeräuschen des Straßenverkehrs dort oben entfliehen. Außerdem gibt es fast immer etwas zu sehen. Und wenn gerade mal nicht, dann sitzt man einfach nur da und denkt an die anderen lohnenswerten Ziele. Es ist, wenn man nicht vor Ort wohnt und wöchentlich dort oben ist, immer so ein bisschen wie zurückkommen an einen bekannten Urlaubsort. Und da letzte Woche so ein sonniger Spätsommertag war, bin ich nochmal „zurückgekommen“. Das einzige was mir noch fehlt ist ein Besuch bei Schnee. Mal sehen, vielleicht diesen Winter.

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Also nicht daß ich mir jetzt Schnee wünsche, aber am Tetraeder war ich auch schon mal bei Schnee oder auf der Brücke am Oberhausener Kaisergarten (Slinky Springs to Fame). Klickt dazu mal hier. Momentan bin ich dabei meine vielen 100 Bilder nochmal auf eine zweite Festplatte zu sichern. Man weiß ja nie, sicher ist sicher. Jetzt aber erstmal ein paar Spätsommerbilder von diesem Ausflug bei Google+ bzw. Flickr … und natürlich hier im Blog … (etwas scrollen, da zeitlich vor dem Grugaparkbesuch).

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P.S.: Die Absperrung des Horizontobservatoriums besteht nun schon so lange, daß die Firma „Hundertmark“ mittlerweile eigentlich „Fünfzigeuro“ heißen müßte (sorry der mußte sein) ;-).

Träume sind Schäume

IMG_3188 Ein Blog erzählt ja in erster Linie persönliches, daher muß ich euch noch etwas zum letzten Blogbeitrag nachtragen. Ich war, wie bereits berichtet, in Herten, habe mir die Reste der Zeche Ewald angesehen und bin dann rauf auf die Halde Hoheward. Wer noch nie auf der Halde Hoheward war, dem muß man erklären, daß die Halde sowohl in der Höhe wie auch in der Ausdehnung so groß ist, daß mittlerweile richtige (nicht öffentliche) Straßen darüber führen, auf denen sogar die Reisebusse mit den Läufern für „Speed of Light“ fuhren.

Als wir (etwa 50 und mehr Fotografen) da so seit einer Stunde standen, begannen meine Beinmuskeln zu zucken, als ob mir kalt wäre. Vielleicht war es aber auch die Aufregung vor dem Event, dabei mußte ich ja nichts weiter tun als dazustehen. Als die Show endlich losging und mich total begeistert hat, war mein Körper mit Adrenalin regelrecht aufgeputscht.

Dann ging es zurück zum Auto verbunden mit dem anschließend kurz entschlossenen Schwenk, statt nach Hause doch noch nach Bochum zu fahren. Dort habe ich mir den zweiten Teil der Show angesehen und war froh, daß ich mich dazu entschlossen hatte, denn die Show war noch um Längen besser als der erste Durchgang. Ich glaube, auch wenn ich äußerlich ruhig da stand, ich war jetzt erst Recht aufgeputscht. Unter Umständen lag es auch an den begleitenden Personen ;-).

Nullzeit

Als ich dann gegen kurz vor 23.00 Uhr wieder im Auto saß, dudelte wie immer das Autoradio und auf dem zufällig laufenden 1LIVE begann gerade das Hörspiel „Nullzeit“ (ein Begriff aus der Tauchersprache). Ich höre gerne Hörspiele, weil das Kopfkino angekurbelt wird und tue das in letzter Zeit viel zu selten. Früher waren es übrigens Durbridge Krimis, die immer am Samstag Vormittag liefen. Nun also „Nullzeit“ nach dem gleichnamigen Buch von Juli Zeh.

Ob das Buch was taugt weiß ich nicht, aber der „Klappentext“ des Hörspiels sagt „Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung […] Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut […]“.

Und so entwickelt sich eine Geschichte einer jungen Frau, die ihren Lebensgefährten am liebsten durch einen Tauchunfall erledigen möchte und mit deutlicher (Erzähl-)Sprache an den Tauchlehrer ranmacht. Während ich auf der rechten Spur der weitgehend leeren Autobahn mit den zugelassenen 80 km/h dahinfahre fallen im Hörspiel sinngemäße Sätze wie „… sie streckte mir den Po ihres Tauchanzugs entgegen, daß er unweigerlich meinen Penis berührte …“ oder „… ich hätte ohne weiteres in sie eindringen können, aber ich habe es nicht getan, schließlich war Theo nur 100 Meter entfernt …“. Meine Ohren wurden größer, die Geschichte immer spannender und ich mußte mich aufs Autofahren konzentrieren :-).

IMG_3194Als ich um kurz vor Mitternacht zu Hause am Comuter saß, um die Bilder (also die von „speed of light ruhr“ :-D) zu betrachten, war an Schlafen nicht zu denken. So wurde es kurz vor 2.00 Uhr, als ich endlich die Augen schloß und derartigen Unfug geträumt habe, daß ich daraus alleine ein Buch schreiben könnte (ein kleines zumindest). Ein Teil davon kann ich hier unmöglich erzählen, aber es ging um Bettgeschichten, Leuchtanzüge und um einen entlaufenen Affen. What the hell, fragt mich nicht 😀 … bitte es war nur ein Traum. Am nächsten Morgen war eine Kopfschmerztablette, eine heiße Dusche und ein großer Pott Kaffee fällig, um mich wieder in die Spur zu bringen. Träume sind nicht immer erklär- aber manchmal durchaus herleitbar :-).

Menschen die im Dunkeln leuchten – a.k.a. „speed of light ruhr“

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Am letzten Wochenende war ich auf dem Zechenfest der Zeche Zollverein in Essen und habe außerdem eine weitere Ruhrtrienale Vorstellung besucht. Und weil das alles so toll war, berichte ich euch das nächste Mal davon, denn heute habe ich noch was ganz viel tolleres ;-). Gestern war ich bei sonnigem Oktoberwetter mal wieder an der Zeche Ewald in Herten und anschließend auf der Halde Hoheward. Dieses Mal habe ich die Halde von der Zeche Ewald aus erklommen und mich prompt irgendwie ein bisschen verzettelt. Na ja nicht wirklich, verlaufen kann man sich kaum, schließlich ist die Halde nicht zu übersehen, aber bestimmt hätte es einen kürzeren Weg gegeben. Also ab dafür, querfeldein, irgendwie gibt’s immer nur eine Haldenrichtung … aufwärts :-D.

Zeche Ewald

Einige hundert Haldenhelden starteten gestern auf die Halde, und warum? Dort startete gestern das Projekt „Speed of light Ruhr“, das heute und morgen noch weiter durchs Ruhrgebiet zieht. Und was ist „Speed of light„? Eine Aktion, bei der 120 Läufer in bunten Lichtanzügen durchs Ruhrgebiet laufen. Ja und? Natürlich laufen die da nicht nur so rum, sondern erstens sind die Lichtanzüge (wie der Name vermuten läßt) mit diversen LED Lichtern versehen, welche ferngesteuert werden können und demnach schon mal eine tolle Lichtshow bieten.

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Außerdem wird jeden Abend am Start- und Zielort eine etwa 20 Minuten lange Show geboten. Gleich nach Sonnenuntergang beginnen die Läufer in einer genau festgelegten Choreografie zu laufen, das kann man in Worten kaum beschreiben. Bei entsprechender Belichtung und mit etwas Geschick (ich bin da auch kein Profifotograf) ergeben sich dann Bewegtbilder, die man sonst allenfalls hinbekommt, wenn man versucht hat die Auto Rückleuchten an der Autobahn zu fotografieren. Aber das ist nur ein sehr vager Vergleich.

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Trotz des sonnigen Tages, war man gestern als Zuschauer gut beraten, neben einer Jacke noch einen Schal mitzunehmen, denn der Ostwind blies über die Halde Hoheward. Aber die Show hat für alles entschädigt. Um Punkt 19.35 startet die Musik, die Läufer kommen den Hang hinunter auf die Fläche rund um den Obelisken und wie ein großes Ballett beginnt die Show. Leider sind die 20 Minuten rum, als wären es nur fünf gewesen, ich hätte noch locker eine weitere halbe Stunde dort verbringen können. Wenn die Show am Startpunkt vorbei ist geht es auf die Strecke. Alle Teilnehmer sind Freiwillige, keine professionellen Läufer o.ä., aber fit genug müssen sie sein, denn anschließend geht es zwischen 9 km und 18 km vom Start- zum Zielort.

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Mein Rückweg war durch große Akkuscheinwerfer gut ausgeleuchtet, denn Straßenlaternen gibt es auf der Halde natürlich nicht :-D. Leider wurde die erste Lampe etwas zu früh eingeschaltet, so daß weitere Fotos mit den Läufern etwas vereitelt wurden. Nach dem Abstieg von der Halde stand ich am Auto und wollte erst nach Hause, sah dann aber via Facebook und Instagram, daß einige Facebook „Freunde“ sich auf den Weg nach Bochum machen. Also habe auch mich entschlossen auch noch an den Zielort zu fahren und mir das Spektakel im Bochumer Westpark anzusehen, lag ja fast auf dem (Nachhause-)Weg. Also Navi (a.k.a. „Uschi“) zeig mir den Weg :-D.

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Gut, daß ich den Westpark schon mal im Hellen gesehen habe, denn dort war es doch etwas finster, so daß es zunächst etwas schwierig wurde, die Zuschauerstelle zu finden. Aber ich hatte ja noch Zeit bis die Läufer in den Westpark einliefen. Handys sind in so einem Fall wirklich eine tolle Hilfe. Ich bin sicher im Laufe des Wochenendes werdet ihr noch weitere auch bewegte Bilder sehen, so daß ich mich auf eine Auswahl beschränke. Ach ja, heute Abend (Fr.) startet die Show in Gelsenkrchen und morgen (Sa.) in Oberhausen.

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Mittlerweile habe ich auch Bilder zu Flickr und Google+ hochgeladen und pssstt … ja ich habe die Bilder z.T. leicht mit Picasa nachgearbeitet oder Ausschnitte rauskopiert, weil wieder mal jemand vor meiner Kamera stand, aber es soll ja auch gut aussehen ;-).

[Nachtrag] Hier noch ein paar Eindrücke aus Gelsenkirchen, wo die Startchoreografie im Nordsternpark stattfand (mehr auch hier unter Flickr/Google+). Speedoflight_2