Kettwig – Auch das ist Ruhrgebiet

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Was macht man denn so, wenn man einen sonnigen Samstag vor sich hat? Man könnte in eine Großstadt fahren oder in eine Stadt mit dörflichem Charakter oder man fährt ans Wasser. Und wenn man alles zusammen will? Nein, das wären ja gleich drei Dinge auf einmal, das geht nun wirklich nicht. Doch, geht wohl😉 . Und das sogar mitten im Ruhrgebiet. Die Reise geht nämlich nach Essen Kettwig. Essen ist eine Großstadt und war 2010 Kulturhauptstadt. Essen kann aber auch ganz klein und beschaulich. Und … (Trommelwirbel) Essen Kettwig liegt an der Ruhr.

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Ich wähle als Ziel den Promenadenweg und weil der bereits zugeparkt ist die Bachstraße. Hier stelle ich das Auto ab und bin in wenigen Minuten an der Ruhr. Der erste Blick geht nach einigen 100 Metern von der Brücke auf die Altstadt und fast jeder der zum ersten (oder zweiten) Mal hier ist, zückt den Fotoapparat. Der Kirchturm am Martin-Luther-Platz überragt die Altstadt und auch ein paar Meter weiter unten auf dem Weg stehen die Fotografen, denn der Kirschbaum im Vordergrund gibt dem Bild die richtige Farbe. Ich gehe zunächst ein paar Schritte durch die Altstadt, Tuchmacherplatz, Kirchtreppe und hoch bis zur Hauptstraße an der die Menschen in Cafés sitzen.

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Da Kettwig in der Einflugschneise zum Düsseldorfer Flughafen liegt, schwebt ab und zu ein Flieger über mich hinweg und als ich an der Kirchtreppe stehe, schwebt sogar das größte in Serienfertigung produzierte zivile Verkehrsflugzeug der A380 der Emirates Airline über mich hinweg. Da heißt es Kamera hoch und Serie schießen😀 . Ein weiteres Fotomotiv ergibt sich am Hexenbergweg/Ruhrstraße, wo ich auf dem Rückweg vorbei komme. Dort steht das Haus der Jakobusvikarie, erbaut 1525. Später wurde das Gebäude Küsterhaus und blieb bis 1839 Gemeindeschule. Heute steht vor dem Haus ein wunderschöner Magnolienbaum, der gerade in voller Blüte stand (Punktlandung würde ich sagen😉 ).

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Da das Wetter so schön ist, entschließe ich mich im Anschluß noch etwas über den Leinepfad entlang der Ruhr zu laufen. Hier geht der Weg theoretisch bis nach Mülheim/Ruhr. Radfahrer, Skater, Spaziergänger und Fotografen teilen sich den Weg so gut es geht. Ich laufe und laufe und … bis die Mintarder Ruhrtalbrücke in Sicht kommt. 65 Meter hoch, 1830 Meter lang quert hier die Autobahn A52 von Düsseldorf nach Essen das Ruhrtal. Wie oft bin ich schon da oben langgefahren?

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Die Brücke ist fast so alt wie ich😮 , also noch ein paar Fotos von dem Oldie bevor es langsam zurück in Richtung Kettwig geht. Hat’s euch gefallen? Und wollt ihr noch ein paar Fotos? Dann hier entlang zu Flickr und Google Photos.

P.S.: Die Strecke zwischen Essen Kettwig und Mülheim Wasserbahnhof könnt ihr übrigens auch mit der „Weißen Flotte“ befahren.

Haus Scheppen am Baldeneysee

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Was hat einen Motor, wird gerne am Wochenende ausgeführt und fühlt sich am Wasser zu Hause? Wie Motorboot, wie seid ihr denn drauf? Gemeint ist ein Motorrad an Haus Scheppen😉 ? Aber wartet, ich fange mal vorne an. Wenn ich das Wort „scheppen“ höre, denke ich als gebürtiger Ruhrgebietler umgangssprachlich ja erstmal an „schaufeln“, „schippen“ (z.B. Sand oder Kohle) oder „aufscheppen“ im Sinne von Teller füllen. Das Haus Scheppen hat damit natürlich nichts zu tun, denn hier geht es um einen ehemals adligen Lehnshof der Abtei Werden im Essener Stadtteil Fischlaken. Erster Lehnsherr war 1344 ein gewisser Gillburg von Scheppen. Heute ist hier nur noch eine Teilruine mit rechteckigem Grundriss, die von Wassergräben umgeben ist.

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Und was hat das jetzt mit Motorrad zu tun? Das ist so, vor der Ruine ist ein mehr oder weniger großer Parkplatz (fürs Navi Hardenbergufer 389) und dort ist der berühmte Motorradtreff von dem ich noch nie gehört hatte😀 . Ich war jetzt schon so oft am Baldeneysee, aber bisher meistens am Regattahaus unterhalb der Villa Hügel, letztes Jahr am ehemaligen Förderturm der Zeche Carl Funke oder an der Korte Klippe oberhalb des Sees, aber hier am Motorradtreff war ich ehrlich noch nie (vielleicht mal als Kind, dann kann ich mich aber nicht erinnern). Ich biege von der Bundesstraße 224 ab und die Straße wird schlagartig schmaler, die Schilder mahnen Tempo 30 an und als das letzte Wohnhaus hinter mir liegt, zeigen mir Schilder mit der Aufschrift „Verbot für Motorräder zw. 22.00 und 06.00 Uhr“, daß ich vermutlich auf dem richtigen Weg bin:-) .

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Kurz bevor ich den Schiffsanleger der weißen Flotte erreiche, werde ich links auf einen größeren Parkplatz gelotst. Genau genommen sind es sogar zwei (sinniger Weise benannt in P1 und P2). Nur 100 Meter zu Fuß und ich stehe direkt am Wasser. Wir haben heute den 1. April, die Ausflugsschiffe der „Weißen Flotte“ parken noch etwa 300 Meter entfernt im Winterquartier. Vom Regattaturm bin ich im letzten Jahr fast schon mal bis hierher gelaufen, jetzt gehe ich den umgekehrten Weg. An der weißen Flotte und am Ruhrverband vorbei geht es aber erstmal etwas abseits des Ufers. Ich kehre um und nehme lieber die andere Richtung, denn ich möchte gerne ans Wasser. Trotz Sonnenschein bläst mir ein leicht kühler Wind entgegen. Der Förderturm der Zeche Carl Funke liegt gleich gegenüber.

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Am Schiffsanleger weisen Schilder darauf hin, daß das Füttern der Vögel zu unterlassen wäre. Eine ältere Damen biegt trotzdem mit einer gut gefüllten Brottüte um die Ecke und auch ein Kind sitzt am gesperrten Schiffsanleger und füttert die Enten. Die Mutter ruft den Jüngsten vom gesperrten Anleger weg „Komm her, gleich kommt die Polizei“, was wiederum einen Rentner dazu beflügelt die Mutter zu maßregeln, warum sie denn mit der Polizei drohe. Es entwickelt sich ein kleines Handgemenge, weil die Mutter für sich in Anspruch nimmt, ihrem Kind sagen zu dürfen was sie wolle. Ich zücke mein Handy und bin nahe dran die 110 zu wählen. „Handgemenge am Haus Scheppen und Kind füttert illegal die Vögel“😉 , aber die Situation beruhigt sich wieder.

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Ich ziehe es nun vor in die andere Richtung entlang des Wassers zu laufen und mir nebenbei noch die Endstation des Hespertalbahn anzusehen, die auf einer kleinen Anhöhe, oberhalb der ehemaligen Zeche Pörtingsiepen liegt. Der ausgehängte Fahrplan ist noch von 2015 und damit nicht mehr ganz aktuell. Zwei Drittel des Baldeneysees habe ich in den letzten Jahren schon kennen gelernt, irgendwann muß ich mir mal ein Fahrrad leihen und den gesamten Baldeneysee umrunden. Für heute habe ich jedoch genug gesehen, der Parkplatz hat sich noch weiter gefüllt, ich mache mich wieder auf den Rückweg.

Fotos gibt’s bei Flickr oder GooglePhotos (sollte auch ohne Google Konto funktionieren).

Vom Tetraeder zum Parkleuchten 2016

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Manchmal nehmen Tage eine Wendung, wie man sie am Morgen absolut nicht erwartet hat. Der letzte Samstag war so ein Tag. Nach einer regennassen Woche wollte ich mal wieder an die frische Luft und der Samstag sollte wie gemacht sein dafür. Was sich nach einem tollen Tag anfühlte endete in einer kleinen Katastrophe. Aber von Anfang. Zuerst führte mich mein Weg mal wieder auf eine Halde. Obwohl erst Anfang Februar, roch es ein bisschen nach Frühling. Zeit also sich mal wieder zu bewegen, denn wenn ich meine Sportlichkeit mit einer Zahl zwischen 1 und 10 beziffern müßte, läge sie wohl bei minus 5.

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Wenn ich also mal wieder eine Halde besteigen darf und dabei ein bisschen außer Puste komme, fühlt sich das trotzdem gut an. Die Halde an der Bottroper Beckstraße (besser bekannt als Tetraeder Halde) sollte das Ziel sein. Mittlerweile nehme ich die Stufen des Tetraeders ziemlich locker, verstehe aber, wenn jemand dank der Lochgitter dort wacklige Beine bekommt. Der Wind blies an diesem Samstag recht ordentlich, aber dafür war die Sicht von oben bestens. Komischerweise winkten mir von unten wildfremde Menschen zu, aber vielleicht war ich auch gar nicht gemeint😉. Währenddessen entdecke ich zwei Personen, die Klettergeschirr anlegen, um sich von der ersten Plattform des Tetraeders nach unten abzuseilen. Jedem wie es ihm (oder ihr) beliebt, immerhin sind das 18 Meter über Grund, ich nehme bequemer Weise doch lieber die Treppe. Nebenbei, wie kommt eigentlich das Liebesschloß an diese unzugängliche Stelle?

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Während ich noch darüber nachdenke, fängt es langsam an zu dämmern. Zeit mich zurück in Richtung Auto zu begeben und weiter in den Grugapark nach Essen zu fahren. Dort läuft bis 13. März 2016 wieder das bekannte Parkleuchten. Ich liebe solche Beleuchtungs-aktionen aus Foto- und aus Bloggersicht. Kurz bevor es dunkel wird bin ich im Park und mit mir eine ganze Reihe von Familien mit Kindern. Dieses Jahr hat man sich die Samstage ausgeguckt, um neben den Illuminationen noch ein Sonderprogramm mit Show-Acts und einer kostenlosen Poi–Leuchtball Aktion zu starten.

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Ich drehe zunächst eine kleine Runde und warte, daß es langsam dunkler wird. Ich bin jedes Jahr aufs neue begeistert, daß es den Initiatoren gelingt auch den Park selbst, seine Bäume und seine Wasserflächen in die Beleuchtungen einzubeziehen. Ich höre immer wieder mal das knarzen eines Sprechfunkgerätes und später am Abend marschierte auch die Polizei in mir vorbei. Mehr als sonst sind die Lichtobjekte dieses Jahr auch durch Bänder vom Weg abgetrennt, ich hoffe es nützt den Diebstahl von Equipment einzudämmen. Die großen Würfel machen sich toll auf der großen Wiese und die wechselnden Farben spannen mich die nächsten 10 – 15 Minuten ein.

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Alles was nicht eingezäunt wurde, wie z.B. die übergroße Lichtfigur auf dem XXL Stuhl, wird auch gleich geentert. Fotofreunde brauchen viel Geduld bis auch der letzte wieder vom Stuhl gekrabbelt ist. Gut gefallen haben mir u.a. auch die beleuchteten Schuhe, die Dominosteine in Übergröße, die Flamingos im Wasserbecken oder die beleuchteten Köpfe. Vielleicht hätte mir auch ein Licht aufgehen sollen, als ich nach gut 2 Stunden die erste Runde durch den Park hinter mir habe. Ich überlegte eine zweite Runde zu laufen, entschied mich dann aber für die blödeste Variante, eine unbeleuchtete Abkürzung zu nehmen. Irgendwo zwischen See und Wasserfall lag etwas, über das ich gestolpert bin und nur 1 Sekunde später fiel ich mit Kawumm zu Boden.

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Ich kontrollierte Arme und Hände auf Verletzungen, sah daß mein neues Stativ kaputt war, als es plötzlich von oben tropfte. Nie zuvor habe ich so viele Schimpflaute in so kurzer Zeit ausgestoßen. Eine aufgeplatzte Augenbraue sonderte eine Menge Blut ab. Zum Glück wußte ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht so genau und habe mit ein paar Taschentüchern versucht für Linderung zu sorgen. Irgendwann besserte sich meine Lage, ich schimpfte abermals, weil ich wußte der Besuch ist eindeutig zu Ende. Ich marschierte mit vermutlich verschmiertem Gesicht, nein ich habe keinen umgebracht, in Richtung Ausgang und sah mir den Schaden erst mal auf der Toilette am Ausgang an. Sah nicht gut aus, aber ich mußte ja nach Hause.

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Erst da wurde mir klar, das muß versorgt werden und so endete der Tag nach Mitternacht in der Notfallpraxis des hiesigen Krankenhauses. Irgendwie hatte der Tag verheißungsvoller begonnen, das Parkleuchten würde ich aber auch 2017 wieder besuchen, dann aber vielleicht nur auf den Hauptwegen. Zum guten Schluß gibt’s welchen unausweichlichen Satz? Heute ist nicht aller Tage, ich komm … ne den nicht, den hier … mehr Bilder gibt’s bei Flickr oder GooglePhotos.

Spätsommer oder Frühherbst

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Spätsommer oder Frühherbst, wie man es auch nennen möchte, das letzte Wochenende zeigte sich nochmal von der schönen Seite. Klar irgendwann werden die kühlen Herbsttage wohl kommen, aber bis dahin konnten wir die Sonne nochmal genießen. Habe ich auch gemacht, denn ich war am Samstag im Grugapark in Essen und am Sonntag zur Zeche Ewald in Herten. Manches mal wünschte ich, ich könnte statt im Büro zu sitzen den ganzen Tag durchs Grüne laufen und die Natur genießen. Aber der Job ist notwendiges Übel, denn mein Arbeitgeber zahlt mir schließlich das Geld fürs Leben und nebenbei ist das Büro geheizt und trocken😉.

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Erstaunlicherweise waren einige Bäume noch grüner als ich vermutet hatte, aber ein Spaziergang durch den Grugapark kann man ja fast zu jeder Jahreszeit machen. Da sich das andere wohl auch dachten, war es auch eine gute Idee, zeitig anzureisen, denn gegen 10.30 Uhr waren noch genügend Parkplätze frei. Als ich gegen 15.30 Uhr wieder weg fuhr, war hingegen alles pickepacke voll. Den Parkplatz an den Mustergärten kann ich übrigens empfehlen, kostenfrei und nur zwei Minuten vom Gruga Eingang entfernt.

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Warum ich schon so früh vor Ort war? Weil um 11.00 Uhr wieder einmal die Greifvolgelflugschau aus Hellenthal auf der Tummelwiese zu Gast war. Diese findet 3 x im Jahr dort statt und wenn ihr mal die Gelegenheit habt, schaut doch mal vorbei. Wer über 1,75 m ist, muß allerdings ab und zu den Kopf einziehen, denn Seeadler, Habicht & Co. ziehen einem sonst einen Scheitel😉. Es ist ganz schön schwierig bei so einer Flugschau gescheite Bilder hin zu bekommen, sofern man nicht mit Profi-Equipment anreist.

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Was Profi-Equipment ist? Das was der „Kollege“ neben mir hatte. Ein Superzoom von der Größe einer Werkzeugtasche und eine Spiegelreflexkamera mit geschätzt 20 Bilderen pro Sekunde. Wenn er auf den Auslöser drückte, ratterte er mit seiner Kamera, als stände ein alter Super8 Projektor neben mir:-). Na egal, zwei gute Schnappschüsse sind mir ja auch gelungen (1/2). Das muß reichen. Wesentlich ruhiger geben sich da die Dahlien, denen ich mich später gewidmet habe. Die Natur kann so schöne Farben fabrizieren und bis in den Oktober gibt’s die noch zu sehen.

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Der Wecker klingelt. Wer hat mich geritten am Sonntag um 8.00 Uhr aufzustehen? Ach richtig ich selbst. Von Krefeld bis nach Herten sind es ca. 60 km, die aber auf ziemlich leerer Autobahn ruck zuck bewältigt wurden. Ziel war, das hier bereits einmal erwähnte Oldtimertreffen auf Zeche Ewald. Da Bauarbeiten auf dem Gelände der Kokerei Zollverein dort 2015 kein Treffen zuließen, war es das erste und gleichzeitig auch das letzte Treffen in diesem Jahr am neuen Standort. Und weil das Wetter ausgesprochen schön war und sich kein Regen ankündigte, kamen die Oldtimer scharenweise. Ich weiß ja, daß auch auf Zollverein die Anzahl der Fahrzeuge schwankend war, aber das was an diesem Sonntag auf das Gelände der Zeche Ewald fuhr ließ selbst die Organisatoren vor Schreck erstarren.

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Nachdem der erste Parkplatz unter dem Förderturm im nullkommanix voll war und auch der zweite Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite sich binnen Minuten füllte, mußte sogar noch ein Schotterplatz geöffnet werden, der sich dann ebenfalls zu 80% füllte. Zwischen meiner Ankunft gegen 10.45 Uhr und ca. 12.00 Uhr rollten die Autos Stoßstange an Stoßstange auf das Gelände. Wenn ich mir mal die Kennzeichen der Fahrzeuge betrachtete, waren neben einer ganzen Reihe von Ruhrgebietskennzeichen (von Moers bis Dortmund) sogar Kennzeichen aus dem Kölner Raum, aus der Eifel (Bitburg) und sogar aus dem Sauerland vertreten. Dazu der Alpha Club und der Mini Club (z.T. auch mit weitgereisten Mitgliedern).

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Die Auswahl an Fahrzeugen war schon fast zu viel, so daß ich nach rd. 2 Stunden einen Schnitt gemacht habe und die Gelegenheit genutzt habe noch einen Abstecher auf die Halde Hoheward zu machen (hätte ich auf jeden Fall gemacht, wenn ich schon mal da bin😉 ). Weil es nahe liegt, bin ich wieder von der Zeche Ewald aus aufgestiegen und dieses Mal war der Weg auch gefühlt schon gar nicht mehr so weit, wie beim ersten Mal. Übrigens gibt es nun auch am zuletzt aufgeschütteten Teil der Halde Aussichtspalteaus mit Blickrichtung auf die Zeche Ewald. Die Wege wurden gepflastert und für die Mountainbiker wurden, etwas abseits davon, entsprechende Wege mit passender Beschilderung angelegt. Hach schwärm, Halde Hoheward ist doch immer wieder schön.

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Wieder unten angekommen, hatte sich der Parkplatz merklich geleert. Jetzt wartet alles auf neue Termine im Jahr 2016. Zum Oldtimertreff-Ruhr geht’s hier entlang. Wenn ihr mehr Bilder aus der Gruga, vom Oldtimertreffen oder vom Abstecher auf die Halde Hoheward sehen möchtet, schaut doch mal bei Flickr oder GooglePhotos vorbei. Da haben sich mittlerweile auch schon eine ganze Reihe weiterer Fotos aus 2015 angesammelt.

Baldeneysee – Essen im Grünen

Es war Samstag und draußen zogen noch ein paar Wolken über den Himmel. Ich konnte das Samstagsfrühstück mit frischen Brötchen, einem Kaffee und der Zeitung also in aller Ruhe genießen. Was könnte ich denn heute mal unternehmen?

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Habt ihr auch so einen Ort, an den ihr immer wieder gerne zurückkehrt? Trotz diverser Ausflüge auf Halden, zu Zechen oder in Parks zieht es mich in gewissen Abständen immer wieder ans Wasser. Während ich bis vor einigen Jahren wiederholt Urlaub an der Ostsee gemacht habe, ist selbige für einen Kurztrip vom Niederrhein doch ein paar Stunden zu weit entfernt. Aber einen anderen See kann ich in gut einer ½ Stunde von Krefeld aus erreichen, den Baldeneysee in Essen. Manchmal vergeht mehr als ein ½ Jahr, bis ich wieder mal dort bin, aber sobald ich aus dem Auto steige, vorausgesetzt man bekommt an schönen Tagen einen Parkplatz, fühle ich mich irgendwie wie zu Hause. Fehlt nur noch die passende Unterkunft in Seenähe:-) .

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Der Baldeneyseee, eigentlich ja ein Stückchen aufgestaute Ruhr, ist mit 2,64 km² der größte Ruhrstausee und wurde ursprünglich mal als Absetzbecken für Schwebstoffe eingerichtet. Heute ist er Trinkwasserspeicher und produziert mit zwei Turbinen durchschnittlich 28 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Das war mir garnicht so bewußt. Es hat schon Besuche meinerseits gegeben, da habe ich nur auf der Zuschauertribüne an der Regattabahn gesessen (oder gelegen) und auf den See hinaus geblickt oder die Flugzeuge im Anflug auf Düsseldorf am Himmel beobachtet.

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Diesen Samstag habe ich mal etwas für die Figur getan😀 und bin in Richtung Stauwehr, über selbiges hinweg und dann am gegenüberliegenden Ufer in östliche Richtung gelaufen. Wenn man den Fahrplan der Weißen Flotte Essen im Kopf hat, wäre z.B. ein Fußmarsch Spaziergang bis zum Haus Scheppen möglich (vom Regattaturm lt. Google Maps rd. 4,5 km) und von dort eine Fahrt zurück mit dem Schiff. Ich hatte mir jedoch vorgenommen einfach nur zu laufen, solange ich Lust habe und sich Fotomotive ergeben und anschließend kehrt zu machen.

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Am Ufer gegenüber thront gut sichtbar die Villa Hügel und als ich gerade fototechnisch ungünstig unter einem Baum entlanglaufe höre ich relativ laut ein weiteres Flugzeug über mich hinwegfliegen. Erst in letzter Sekunde erspähe ich die A380 der Emirat Airlines (auf dem Flugzeugbild unten links). Wenn ich meinen ungefähren Wendepunkt auf Google Maps einkreise, würde ich sagen ich bin ca. 3 km hin und (Überraschung😉 ) genauso viel zurück gelaufen. Eine schöne Strecke für einen Samstagnachmittag. Begleitet wurde ich dabei von einer Entenfamilie mit zwei größeren und vier ganz jungen Enten(küken) sowie einer Blesshuhnfamilie, eine Hand voll Windsurfern, zwei Ruderbooten, verschiedenen Segelbooten und einer Hand voll Standup Paddlern😀 .

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Na gut, die waren nicht ausschließlich wegen mir dort, im Gegenteil Blesshuhn und Ente hatten ein sehr wachsames Auge darauf, daß ich ihrem Nachwuchs nicht zu nahe kam, aber irgendwie gibt es an so einem See immer was zu sehen. Wenn ich so mal wieder am Baldeneysee entlang schlendere, kann ich mich nur schwer wieder lösen. Am liebsten wäre ich dort unendlich lange sitzengeblieben, um den Sonnenuntergang zu genießen, aber meine 1,5 Liter Wasser gingen langsam zur Neige und ein bisschen Müdigkeit überkam mich. Also riß mich doch wieder los und übergab meinen PKW Parkplatz an den nächsten, der schon wartete. Wenn ich mal im Lotto gewinne miete ich mir für ein Wochenende die Villa Hügel, kann doch nicht die Welt kosten😉 . Mehr Fotos bei Flickr oder Google Fotos

Oldtimertreffen

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Na ist euch heiß😉 ? Vor 14 Tagen war’s im Büro noch kalt, jetzt haben wir Sommer. Von 16 auf 36 Grad innerhalb von 10 Tagen ist schon heftig und im Büro (keine Klimaanlage) könnte es jetzt auch gerne etwas kühler sein, aber ich mag den Sommer. Gestern gab’s für jeden eine persönliche Glasflasche für den dienstlichen Wassersprudler in der Kaffeeküche, so daß das Trinkwasser nicht knapp werden dürfte. Erzählen wollte ich euch aber eigentlich noch etwas anderes.

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Ist euch aufgefallen, daß ich dieses Jahr an der Stelle noch kaum etwas über Oldtimertreffen erzählt habe? Das von mir so häufig besuchte Treffen an der Kokerei Zollverein in Essen findet dieses Jahr leider nicht statt. Grund sind Bauarbeiten auf dem Gelände der Kokerei und eine Ersatzlocation war kurzfristig nicht verfügbar. Gerade letzte Woche haben die Veranstalter aber bekanntgegeben, daß man zumindest für den Saisonabschluß am 04. Oktober 2015 nochmal einen passenden Ort gefunden hat. Treffen wird dann an der Zeche Ewald in Herten sein. Vielleicht sieht man sich ja dort.

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Für mich gibt’s hier in Krefeld noch das Treffen im Stadtwald (an der Pferderennbahn), daß aber immer erst im Mai zum ersten Mal stattfindet und neu entdeckt habe ich ein Treffen, daß ich bisher unter dem Namen Mo’s Bikertreff kannte. An den Viehauktionshallen (Kleinewefersstr. 160) findet an jedem 4. Sonntag im Monat ein offenes Treffen von Oldtimern, Youngtimern, Bikes und US-Cars statt. Eine bunte etwas andere Mischung. Diesen Sonntag war ich zum ersten Mal dort und mußte mich erstmal etwas umgucken. Der vordere Parkplatz war als ich kam noch leer, denn das eigentliche Treffen ist weiter hinten auf dem Gelände zu finden (an den Bikern vorbei). Erst als ich ging, standen auch auf dem vorderen Parkplatz ein paar (ausgefallene) Fahrzeuge.

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Wenn ihr zu letzterem Treffen kommt, parkt auf dem Gelände links (Besucherparkplatz) oder auf den reichlich vorhandenen Parkplätzen entlang der Kleinewefersstraße. Gleich nebenan befindet sich der Königspalast (Veranstaltungshalle und Eishockeystadion), vielleicht seid ihr da ja schon mal da gewesen. Eine Auswahl der zwischen Mai und Juli gesammelten Bilder findet ihr bei Flickr und Google Fotos und für den 4. Oktober hoffe ich mal auf gutes Wetter, denn die Zeche Ewald ist mal wieder eine ganz neue Foto Location (für mich und die Oldtimer). Das nächste Treffen in Krefelder Stadtwald ist übrigens am 19. Juli (nicht, daß ich nichts gesagt hätte😉 ).

Extraschicht 2015

Da stand ich nun ich armer Tor und bin … huch ihr seid ja schon da. Ich überlege mir gerade noch den Einstieg in diesen Beitrag. Vielleicht so … Da stand ich nun am großen Tor und zeigte brav mein Bändchen vor:-) gekommen mit den großen Bussen, so dicht gedrängt ich könnt sie ku… ach ne das reimt sich nicht😀 . Seid umschlungen liebe Leserinnen und Leser zum Extraschichtbericht 2015.

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Es war Samstagnachmittag, mit Bändchen, 100 seitigem Veranstaltungsplan und einem Programm, mit dem andere einen ganzen Monat füllen stand ich bereit. Ich freute mich darauf den Abend draußen zu genießen, in vollen Shuttlebussen zu stehen und mich überraschen zu lassen. 225.000 Menschen sollten an diesem Abend ähnliches tun und 10% davon sind später alleine in meinem Shuttlebus😉 . Es war wieder einmal Extraschicht im Ruhrgebiet.

Wenn irgendwann im Frühjahr das neue Programm der Extraschicht rauskommt, beginnt die Vorfreude und die lohnt sich, denn eine Nacht zwischen Kunst und Industriekultur ist einmalig im Ruhrgebiet. Die 225.000 Besucher haben dieses Jahr 45 Spielorte besucht und rd. 2.000 Künstlern zugesehen und das bereits zum 15. Mal. Bis zur nächsten Extraschicht sind es jetzt wieder 53 lange Wochen, denn für die nächsten Jahre könnt ihr euch merken: Die Extraschicht findet immer am letzten Samstag im Juni statt!

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Ich habe meine Tour mit einem Vorspiel gestartet, denn wie durch Zufall hat die MS Wissenschaft an diesem Wochenende im Duisburger Innenhafen festgemacht. Die MS Wissenschaft ist ein umgebautes Binnenschiff, das dieses Jahr der Frage „Wie sehen unsere Städte in der Zukunft aus?“ nachgeht. Eine bunte Mischung aus Exponaten, Experimenten und Wissensvermittlung für die Stadt der Zukunft wechseln sich in der Ausstellung ab. Diese Ausstellung geht übrigens noch weiter, die Tourdaten des Schiffs findet ihr hier.

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Im Rahmen der Extraschicht habe ich mich dieses Jahr entschlossen Gelsenkirchen (Nordsternpark) und Essen (Zeche Zollverein) zu besuchen. Das Auto wurde daher etwas abseits des Nordsternturms in Gelsenkirchen geparkt und nach kurzem Fußmarsch ging es mit dem kostenlosen Shuttlebus (ES8) zunächst nach Essen. Das erste Abenteuer fand im Kreisverkehr statt (ja ich hatte Kreisverkehr😀 ). Ich war mir nicht sicher, ob der Bus die erste oder die zweite Ausfahrt aus dem Kreisverkehr wieder raus muß. Die erste … nicht, die zweite … nicht, die dritte, das wäre die Autobahn, … nicht. Hat der Bus sich verfahren? Wir kommen wieder an den Anfang. Die erste … nicht, die zweite … wir drehten allen Ernstes 2 ½ Runden im Kreisverkehr. Ehrlich, kein Scherz, so bekloppte Busfahrer gibbet wohl nur im Pott😀 .

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Das Ziel Essen doch erreichend, hatte ich mir vorgenommen dieses Jahr unbedingt Dundu kennen zu lernen und das G.O.P Varietetheater zu sehen. Das G.O.P zeigte neben fliegenden Tischchen einen fingerfertigen Spielkartenspieler, eine junge Dame an der Vertikalstange und einen atemberaubenden Balance Act. Keine Frage sehr kurzweilig. Danach schnell zurück in den Ehrenhof der Zeche Zollverein, denn dort kündigte sich Dundu an. Dundu ist eine 5 Meter große, voll bespielbare Großfigur des Puppenspielers Tobias Husemann.

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Es ist total faszinierend zu sehen, welche Magie diese Puppe ausübt. Während ältere Leute, die von der Puppe angespielt wurden, eher auf die Puppenspieler achten, gucken Kinder vollkommen unvoreingenommen der Puppe in die nicht vorhandenen Augen und hielten bereitwillig ihren Luftballon hin, wenn Dundu danach fragte. Eben noch steht die Puppe und guckt sich um, als sie plötzlich anfängt zu laufen und die Menschenmenge, die eben noch drum herum stand, strebt auseinander, flieht regelrecht, um den Weg frei zu machen. Schade, daß es noch hell war, denn beleuchtet ist die Großpuppe nochmal so schön.

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Als die Uhr kurz nach 21.00 Uhr zeigte, ging es zurück zum Shuttlebus. Der ES8, der gerade losfahren wollte war bereits randvoll, aber 15 Minuten später ging’s dann wieder in Richtung Gelsenkirchen. Der WDR hatte sich entschlossen, dieses Jahr zum ersten Mal in 15 Jahren Extraschicht eine eigene Liveshow aus dem Amphitheater im Nordsternpark in Gelsenkirchen zu senden, schließlich tut man das bei anderen Ereignissen in NRW auch. Das war also mein zweiter Programmpunkt für diesen Abend. Die Show startete mit einem rasanten Feuerwerk und dem ersten Auftritt von Stoppok.

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Zunächst fand ich die Idee in Gelsenkirchen zu sitzen und von dort in die anderen Spielorte reinschauen zu können ganz reizvoll, aber die anderen Spielorte waren nur in einiger Entfernung auf einer Videowand zu sehen, während sich im Amphitheater wenig bis nichts tat. Gut 40 programmlose Minuten mit nur zwei kurzen Zwischentakes führten bei einem Teil der Besucher zu Unmut, der in Zwischenrufen mündete und später zum großflächigen Abwandern führte. Ich bin mir sicher, daß der Unmut beim WDR nicht unbemerkt geblieben ist und in einer Nachbesprechung mündet, während die Show für den Fernsehzuschauer vermutlich ganz unterhaltend war.

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Damit wir uns nicht mißverstehen, der Einstieg in die Show, das Wasserski Showteam mit brennenden und Feuerwerk abschießenden Rucksäcken sowie die Feuer- und Lasershow am Ende waren super und auch der Talkgast Ralf Richter war als Fotomotiv schwer umlagert, aber der Leerlauf war halt für diejenigen, die eigentlich wegen Stoppok gekommen waren, ein Grund zu gehen. Es juckt mir in den Fingern eine Ideensammlung zu starten oder den WDR dabei zu unterstützen, bei der 16. Extraschicht eine noch bessere Show auf die Beine zu stellen. Mal sehen was sich so ergibt. Als die letzte Rakete verschossen war hatte ich kurz gezögert, ob ich die zweite Show mit Stoppok noch abwarten soll, bin dann aber, als es gegen 0.20 Uhr anfing zu regnen, doch lieber los. Mußte reichen, ich brauche schließlich Schönheitsschlaf😉 . Außerdem war ich froh, daß das Wetter bis Mitternacht gehalten hatte.

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Bis zum 28. Juni können Besucher übrigens an einem Fotowettbewerb der Extraschicht teilnehmen und wenn ihr sehen wollt, was ich so zusammengeknipst habe, schaut dieses Mal in das Extraschichtalbum bei Flickr oder Google Fotos, in dem sich auch schon ältere Fotos der letzten Extraschichten befinden. Man sieht sich 2016 zur 16. Extraschicht.