Japantag in Düsseldorf

Japantag 2016

Bereits zweimal hatte ich einen Anlauf genommen, zum Japantag nach Düsseldorf zu fahren, aber jedes Mal wenn sich der Termin näherte, näherte sich auch schlechtes Wetter. Da der Japantag eine OpenAir Veranstaltung ist, wäre trockenes Wetter von Vorteil. Lt. Wikipedia ist Düsseldorf mit rd. 6.500 (die Webseite der Stadt Düsseldorf sagt 7.000) Japanern die einzige „Japanstadt“ (auch „Japantown“) in Deutschland und veranstaltet seit 2002 einmal jährlich den Japantag. Mit Ausnahme von 2011 (Fukushima) findet dieser jedes Jahr im Mai statt. Japantown ist übrigens ein gebräuchlicher Name für ein Stadtviertel außerhalb Japans, in dem eine große Anzahl von Menschen japanischer Abstammung lebt. Um nicht im Düsseldorfer Parkchaos zu versinken entscheide ich mich von Krefeld aus das Auto auf einen P&R Parkplatz in Meerbusch (Haus Meer) stehen zu lassen und den Rest mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu absolvieren.

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Man hatte mich ja bereits vorgewarnt, daß es voll werden könnte und in der Tat, es war etwa 13.00 Uhr, als ich am Burgplatz eintraf und der war auch bereits gut gefüllt. Der Japantag wurde gerade offizell eröffnet. Wenn man den Zahlen Glauben schenkt, waren (ausgerechnet) dieses Jahr soviele Besucher dabei wie lange nicht. Kein Wunder bei strahlendem Sonnenschein und knapp 25 Gard lud der Tag auch dazu ein. Ich lasse mich vorwärts schieben und drehe eine erste Runde entlang der oberen Rheinuferpromenade, kehre aber dann auf den Burgplatz zurück, weil nach der Eröffnungzeremonie die Taiko Trommmler „Tentekko Taiko“ zu sehen sind.

Petra Albrecht, die der eine oder andere vielleicht als Moderatorin aus der WDR Lokalzeit Düsseldorf kennt, moderiert mit Miya Suzuki das zweisprachige Programm. Und weil Bilder der Taiko Trommmler lange nicht das aussagen, was man im Bewegtbild sieht, habe ich euch zwei kurze Videos (á ca. 30 Sekunden) zu YouTube hochgeladen. Ich erinnere mich, daß ich die Taiko Gruppe vor einigen Jahren schon mal bei der Extraschicht gesehen habe und überlege, wieviel Gewicht man bei so einem Auftritt wohl verliert😉.

Mehrere Bühnen, auf dem Burgplatz, am Mannesmannufer und auf dem Johannes-Rau-Platz präsentieren ein unterhaltsames Programm (habe ich gehört), denn bis zur Sportbühne am Johannes-Rau-Platz dringe ich nicht vor. Nach ca. 1 Stunde habe ich vielleicht 1000 Meter geschafft. Auf der gesamten Fläche zwischen Burgplatz und Rheinkniebrücke tummeln sich geschätzte 750.000 Menschen. In Zelten kann japanische Schrift oder Origami erlernt werden, junge Frauen können Kimonos anprobieren und vieles mehr. Da vor jedem Zelt lange Schlangen stehen, wechsel ich mal runter ans Rheinufer, um etwas Luft zu bekommen, mache einige Schnappschüsse der Manga und Anime Figuren und bewundere das Durchhaltevermögen der Darsteller, denn einige tragen eine Ausrüstung die im Februar schon warm wäre. Andere nutzen die 25 Grad und sind ihren Vorbildern gleich nur spärlich bekleidet.

Leider war mir nicht bewußt, daß sich die Veranstaltung (ca. weitere 800 Meter) bis vor den Landtag zum Heerlager der Samurai-Gruppe „Takeda“ erstreckte und auch in der Altstadt bzw. vor dem Rathaus Taiko Gruppen auftraten. Hier noch zwei Trommler Videos, die ich auch bei YouTube gefunden habe. Der schnelle, durchgehende Rythmus auf den kleinen Trommeln grenzt schon ein bisschen an Trance, oder:-) ? Ein schöner, anstrengender Tag, den ich 2017 gerne wiederhole. Dann weiß ich auch, daß ich mich ganz nach hinten durchkämpfen muß. Diese und ein paar weitere Fotos gibt’s bei Flickr oder GooglePhotos.

[Kleiner Nachtrag] Wie ich hier las, gab es während der Veranstaltung im Netz (in dem man so herrlich hetzen kann) natürlich auch wieder diejenigen, die über „Japanisierung“, „Mangaverrückte“ und „Pädophile“ schwadronierten. Oh mann, ich verstehe es nicht, wenn’s euch auf den Sack geht, einfach mal die Kresse halten (oder wie war das Wort mit „F“😀 ).

Vom Münsterland (Schloß Anholt) an den Niederrhein nach Rees

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Es war ein schöner Samstagmorgen, das Frühstück lag hinter mir und ich dachte darüber nach, wie ich diesen Sonnentag wohl verbringen sollte. Manchmal werde ich gefragt, wie ich an meine Ausflugsziele komme und manchmal frage ich mich das selbst. Mal finde ich etwas, weil ich darüber in der Zeitung lese, häufiger jedoch wenn ich fernsehe. Mit ein bisschen Glück merke ich mir dann zumindest ein Stichwort und erinnere mich einige Tage später daran. Diesmal war es ein Bericht über das Schloß Anholt in der einen Sendung und über die Stadt Rees in einer anderen. Bei der Recherche fällt mir auf, daß die beiden Orte nicht weit voneinander entfernt liegen und so ist ein Samstag mit einem neuen Ausflugsziel am Niederrhein gefüllt. Das heißt Moment, während Rees natürlich noch zum Niederrhein gehört, liegt Anholt (gehört zu Isselburg) ganz knapp außerhalb der Niederrheinregion am südwestlichen Zipfel des Münsterlandes.

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Das Schloß Anholt (kann zu bestimmten Terminen auch von innen besichtigt werden) soll einen schönen Schloßpark haben, den man für 5,- € betreten und besichtigen kann und in Rees hat Ende April die Künstlerin Christel Lechner eine Kunstaktion mit 66 lebensgroßen Betonfiguren gestartet. Das testen wir dann mal. Obwohl die Internetseite „Schloß Anholt“ lautet, handelt es sich, wie ich gerade lesen durfte, um eine Wasserburg, incl. Hotel, Restaurant und Museum. Wikipedia hingegen schreibt „Auch wenn der Name nahelegt, Anholt sei eine Burg, handelt es sich eigentlich um ein Schloss“. Ihr dürft euch also etwas aussuchen, aktuelle Besitzer scheinen jedenfalls die Fürsten zu Salm-Salm zu sein:-). Nun lese ich zum Thema Fürstenhäuser beim Friseur leider die falschen Zeitungen, aber wenn ihr mehr zu Salm-Salm wissen wollt, klickt auf Wikipedia.

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Wie dem auch sei, nach Zahlung von 5,- € am kleinen Kassenhäuschen betrete ich den Park und gehe zunächst über eine Art Waldweg in den hinteren Teil des Parks. Verschiedene Rundwege werden über kleine Schilder gut ausgewiesen. Ich entscheide mich für den blauen Weg, Dauer ca. 1 Std. Später werde ich sehen, die Stunde ist schon gut gerechnet, für Langsamläufer und Bankausruher, als Blogger laufe ich die große Runde in ca. 1 ½ Std. Zwischendurch geht der Weg über eine große, gemähte Wiese, dann wieder in den Wald mit verschiedenen versteckten Ruhemöglichkeiten. Am Ende mündet der Rundweg in einen mit kleinen Hecken abgesteckten Garten mit Brunnen, Reiterstandbild und aktuellen Frühlingsblumen. Der Andrang an Besuchern hält sich an diesem Nachmittag in Grenzen und daß der Mobilfunkempfang ausgerechnet entlang des Golfplatzes am besten war, war bestimmt Zufall😀. Ach ja, einen Irrgarten gab es entlang des Weges ja auch noch. Solltet ihr den Irrgarten nutzen, rechnet noch eine ½ Stunde oder mehr drauf, kommt ganz auf euer Geschick an😉. Wenn ihr euch für das Museum interessiert empfehle ich noch diese Seite www.wasserburg-anholt.de.

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Zum guten Schluß könnte man den Besuch noch mit dem Biotopwildpark Anholter Schweiz abrunden. Der Wildpark gehörte zu früheren Zeiten mal mit zum o.g. Park, mittlerweile ist er abgetrennt und kostet auch gesonderten Eintritt (Erw. 6,50 €). Zitat der Webseite „Sie finden hier an 6 km gut begehbaren Wegen in typisch niederrheinischen und münsterländischen Landschaftsbildern und Biotopen, einen Bärenwald, weiträumige Großvolieren, und Tiergehege“. Ich werde mich beim nächsten Besuch mal dem Tierpark widmen, mache mich für heute aber wieder auf den Rückweg und stoße nach wenigen Kilometern wieder auf den Niederrhein. Ein Ziel auf dem Rückweg, die Stadt Rees. Dort sollen 66 lebensgroße Betonfiguren stehen und die ersten sehe ich auch schon, als ich in die Stadt reinfahre. Ich suche mir einen der ausgeschilderten Parkplätze, auf dem ich zu meiner Überraschung, zwei Stunden mit der Parkscheibe stehen darf, und mache mich auf die Suche.

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Leider habe ich es versäumt, mir einen Plan zu organisieren, den es unter www.rees-erleben.de zum Download gibt. Titel der Betonfiguren Ausstellung „Alltagsmenschen“, also Menschen in Alltagssituationen. Hier steht der Straßenkehrer mit oranger Jacke am Straßenrand , da sitzt die Dame mit Hund gleich neben dem Baum. Drei Damen und Herren tanzen gerade (Musik ertönt sobald man sich dem Bewegungsmelder nähert), die Polonaise geht gleich mit über 10 Figuren über den Marktplatz und am Rheinufer sonnen sich die Figuren mit dem gleichen dickem Bäuchlein, das man ggf. auch selber trägt. Selbst ohne passenden Plan findet man schon gut mehr als die Hälfte der Figuren, wenn man die Augen ein wenig offen hält. Leider, so hörte ich, sollen die ersten Figuren bereits beschädigt worden sein, weil es natürlich immer „Alltagsmenschen“ gibt, die sich aus Langeweile oder Übermut daran auslassen müssen😦.

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Die „Alltagsmenschen“ stehen in Rees vom 24. April bis 24. Juli 2016. Nach dem Besuch des Wildparks werde ich im Laufe des Monats einen zweiten Anlauf wagen und dieses Mal habe ich einen Plan:-). Mehr Fotos: Flickr / GooglePhotos

Düsseldorf Nordpark

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Da stehe ich letztes Wochenende am Fenster, blicke nach draußen und kann mich genauso wenig entscheiden wie das Wetter. Dicke Wolke, dann wieder Sonne, dann wieder dunkel und kurz darauf wieder hell. Jetzt ein bisschen Frühling, das wäre schön. Selbst mein Balkon sieht noch ziemlich winterlich aus. Wenn das schon mit dem Frühlingswetter nicht klappt, dann doch vielleicht mit ein bisschen Farbe.

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Diesen Wunsch äußerte ich unbedacht ohne zu ahnen, daß es letzte Woche sogar wieder schneite und wir gefühlt in den Winter zurückfielen. Sonntag startet bereits der Monat Mai, aber gefühlt ist es kälter als im Dezember. So kam ich am letzten Samstag auf die spontane Idee, die mir bereits im März im Kopf herumspukte. Ein Besuch im Düsseldorfer Nordpark. Während im März da noch nichts blühte außer ein paar Krokusse, müßten doch die ersten Tulpen Farbe bekennen. Und so war es. Die Tulpen blühten mit den Kirschbäumen um die Wette.

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Der Nordpark liegt auf der Rückseite der Düsseldorfer Messe, gleich neben dem, zur Zeit noch geschlossenen, Aquazoo. Nachdem der Parkautomat aus mir nicht erfindlichen Gründen kein Geld annahm, durfte ich sogar kostenlos parken (sonst 50 ct. je 30 Min). Nach wie vor zogen Wolken auf und wieder ab, kam die Sonne und verschwand wieder, aber bevor es so richtig naß wurde, durfte ich gut 1 1/2 Stunden die Frühlingsfarben genießen. Schaut doch auch mal vorbei, Nordpark – Kaiserswerther Str. oder laßt euch hier bei Flickr oder Google Photos von der Blütenpracht überzeugen. Jetzt wird es endlich Frühling … also morgen … jedenfalls bald:-) .

Freilichtmuseum und Jahrmarkt

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Samstag Morgen, die Sonne kämpft sich gerade durch die Wolken, als ich bereits im Auto sitze. Ziel ist heute Kommern. Kommern? Mein Navigationsgerät versucht die Straße zu finden, tut sich aber schwer. Kleine Recherche, ach so Mechernich muß ich eingeben, dann klappts auch mit der Strecke. Es ist kurz nach 9.15 Uhr als ich aufbreche. Mein Weg führt mich etwas westlich von Köln in die Eifel. Das Freilichtmuseum Kommern läd jedes Jahr nach Ostern für eine Woche zum „Jahrmarkt anno dazumal“. Der Parkplatz füllt sich bereits, als ich gegen 10.30 Uhr ankomme. 2,50 € für’s Parken, das ist zivil und auch der Museumseintritt in Höhe von 7,50 €/Erw. ist im normalen Bereich, wenn man bedenkt, daß Kinder unter 18 Jahren nichts (extra) zahlen.

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Gut Kinder hatte ich jetzt keine dabei, aber meine Kamera, ein paar Getränke und was man sonst so braucht, wenn man am Ende einen Blogbericht schreiben will. Vom Parkplatz geht es für etwa 300 Meter steil bergan bis zum Eingang. Hinter der Kasse ist es kurz etwas wuselig, Blumenstände preisen ihre Frühlingsware an, ein kopfsteingepflasterter Weg geht noch einmal weniger Meter bergan und dann bin ich bereits zwischen den ersten Museumshäusern. Das Freilichtmuseum zeigt Originalhäuser aus dem Westerwald, der Eifel (z.Zt. im Umbau), vom Niederrhein, dem Bergischen Land und z.Zt. in Entstehung aus dem Rheinland. Ein Geländeplan leitet den Besucher über einen von drei Rundwegen die eine Länge zw. 1,2 km und 2,5 km haben. Alles relativ gut zu bewältigen, wenn man den ersten Anstieg vom Parkplatz gut überstanden hat😉.

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Dazwischen liegen, fast mitten im Wald, zwei Windmühlen und das Waldhaus als Infopunkt zum Nationalpark Eifel. Wer die Museumshäuser betritt, kann sich in das damalige Leben der Menschen zurückversetzen lassen. An der Feuerstelle hängen die Töpfe, mal riecht es nach Rauch, mal stehen Pferde in Ihren Stallungen, die früher gleich an den Wohnbereich angeschlossen waren. Aus der Ferne erklingt Musik. Mein Weg führt mich zunächst in Richtung Markt-/Museumsplatz.

Als ich um die Ecke biege fällt mir als erstes ein Kettenkarusell auf. Weiter hinten stehen eine alte Raupe und die obligatorische Geisterbahn. Durch die Budengasse zieht ein Duft von Flammkuchen und Käse. Heute ist „Jahrmarkt anno dazumal“. Nein ein Kirmesgänger bin ich eigentlich nicht, aber ich bin ja auch nicht wegen der Fahrgeschäfte hier. Neben den „Altertümchen“ macht ein Ausrufer Werbung für seine Show.

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Messerwerfer, Kasperle, Variete. Interesse weckt jedoch ein anderes Schild bei mir. „Heute Hinrichtung“ steht darauf. Ein geneigter Besucher wird hier ab 13.00 Uhr um einen Kopf kürzer gemacht😮 . Die Darbietung findet in einem kleinen Zelt statt und kostet 2,- € Eintritt, aber wer läßt sich schon eine Hinrichtung für 2,- € entgehen😉. Der WDR dreht für die Lokalzeit, eine mutige Zuschauerin ist gefunden, die Guillotine scheint geschärft, dann kann es ja losgehen. Das Publikum wird noch kurz gewarnt nicht auf den Boden zu spucken, auch nicht wenn einem übel werden sollte😀. Dann geht alles ganz schnell, das Fallbeil fällt, der Kopf ist ab. Als Beweis wird er anschließend rumgereicht … na gut, ein Trick ist wohl dabei, denn die mutige Zuschauerin kann am Ende wiederbelebt werden😉.

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Nach so viel Action brauche ich erstmal Entspannung. Das Freilichtmuseum liegt mitten in einem Waldstück, so daß die Verbindungswege von einem Abschnitt zum nächsten gemütlich entlang spaziert werden können. Selbst die Musik des Jahrmarktes ist nach wenigen 100 Metern schon nicht mehr zu hören. Solltet ihr mit fahrbaren Untersätzen (Boller- oder Kinderwagen) unterwegs sein beachtet, daß einige Wege mit Kopfsteinpflaster gepflastert sind. Mehr Informationen gibt es hier und vielleicht habt ihr Glück und es fährt sogar der Planwagen. Mir stehen die Füße langsam quer, Zeit für den Weg nach Hause.

Düsseldorf im Sonnenschein

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Seit über 25 Jahren wohne ich jetzt am Niederrhein und bin daher immer wieder hin und her gerissen, wenn sich die Frage stellt, mache ich einen Ausflug an den Rhein oder besuche ich lieber die Ruhr? Fahre ich in die Landeshauptstadt oder erforsche ich lieber den Pott? Als ich Samstag beim Frühstück saß und mir die Sonne in der Nase kitzelte, erinnerte ich mich, daß während der Wintertage das Riesenrad „Wheel of Vision“ in Düsseldorf auf dem Burgplatz stand. Vielleicht erinnert ihr euch an meine Bilder, die ich zum Jahreswechsel bei Facebook und Google+ gepostet habe.

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Eigentlich sollte das Riesenrad Anfang März längst wieder auf Reisen in eine andere Stadt sein, aber Düsseldorf rief nach einer Zugabe. Zur Eröffnung der Wehrhahnlinie ist das Rad einfach umgezogen. Am Corneliusplatz, unweit des KöBogens, sollte es eine Verlängerung geben. Trotz einiger Widerstände durften die Besucher weiter Riesenrad fahren. Nun aber rückte endgültig der letzte Tag näher und daher war die Entscheidung schnell gefallen. Dieses Wochenende sollte es die Landeshauptstadt am Rhein sein.

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Ich rollte frühzeitig in eines meiner Lieblingsparkhäuser auf der Mutter-Ey-Straße. Nur knapp über 100 Stellplätze, aber mit 1,50 €/Std. ziemlich günstig. Außerdem konnte ich meine Parkkarte von Evopark mal wieder nutzen und bargeldlos parken, schließlich hatte ich dort auch noch ein Parkguthaben. In wenigen Minuten erreichte ich zu Fuß die Heinrich-Heine-Allee und war mitten in der Stadt. Wer die Altstadt kennt, weiß daß die Straßenbahn bisher mitten hindurch fuhr und selbstverständlich guckt man weiter nach links und rechts, auch wenn man weiß, daß dort gar keine Straßenbahn mehr kommt:-) .

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Bis zum Corneliusplatz und zum KöBogen sind es nur rund 500 Meter. Da stand es, das Riesenrad, im schönsten Sonnenschein, als hätte es nur darauf gewartet, am vorletzten Tag nochmal abgelichtet zu werden. Ich laufe die Königsallee entlang und suche die besten Punkte für ein Foto. Eigentlich schade, daß es mittlerweile wieder abgebaut wurde. Moment, da waren ja die neuen U-Bahn Stationen. In der Station Heinrich-Heine-Allee habe ich bei meinem ersten Besuch eine der Rolltreppe verpaßt und die Station Benrather Straße (Modell „Raumschiff“) mußte ich unbedingt auch nochmal sehen. Wenn ihr mal in der Nähe seid, diese Station ist auf Grund seiner Weltallbildschirme äußerst sehenswert.

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Als ich am KöBogen wieder an die sonnige Oberfläche zurückkehre, treffe ich den Seifenblasenmann. Der Schadowplatz gleicht einer ausgelaufenen Waschmaschine, denn in mehreren Eimern befindet sich Seifenlauge und mit geschickten Händen schafft es der Seifenblasenmann die Kinder in seinen Bann zu ziehen. Einmal eintauchen, gefühlt 60-70 Seifenblasen auf einen Schlag erzeugen. Ich fotografiere noch ein bisschen und kann mich einfach nicht entschließen bei dem Sonnenwetter den Rückweg anzutreten.

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Ich mache also lieber noch einen Abstecher an die Rheinuferpromenade und setze mich dort in die Sonne. Irgendwann wird’s aber doch etwas frisch und ich fahre weiter in Richtung Nordpark. Nach soviel gepflasterten Boden jetzt noch ein paar Schritte durchs Grüne, auf der Suche nach der Frühlingsbepflanzung. Und tatsächlich, kurz bevor ich mich endgültig auf den Heimweg mache, finde ich die Krokuswiese und rieche den Frühling.

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Ihr möchtet noch ein paar mehr Bilder sehen. Ihr findet sie wieder bei Flickr oder GoogleFotos.

Binnenschiff, Flaschenpost, Schimanski

Binnenschifffahrt

Ursprünglich war ich an diesem etwas trüben Samstag aufgebrochen, um mir die neue RuhrTopCard für 2016 zu besorgen und bei der Gelegenheit auch gleich die 2015’er Ausgabe nochmal im Binnenschifffahrtsmuseum einzusetzen. Dort läuft z.Zt. die Ausstellung „Tausend und eine Flaschenpost“ zum Thema Flaschenpost (ach was😀 ). Bedauerlicherweise verkauft das Binnenschifffahrtsmuseum aber gar keine RuhrTopCards mehr. Na ja, halb so schlimm, bin ich eben anschließend noch kurz nach Rheinhausen in die „Bücherinsel“ einem kleinen Bücherladen kombiniert mit einem WAZ Leserladen. Dort gab’s dann auch die 2016’er Ausgabe, mit der ich in wenigen Tagen ins neue Ausflugsjahr starten kann.

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Aber zurück zum Binnenschifffahrtsmuseum. Der letzte Besuch dort liegt, ich habe nachgesehen, auch schon wieder 4 Jahre zurück. Mitten in Duisburg Ruhrort, in Sichtweite zum Rhein, hat dort eine Landratte wie ich, die Gelegenheit sich mit der Schifffahrt auseinanderzusetzen. Ich zitiere mal von der Webseite „Schifffahrtsgeschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart als multimediales Erlebnis auf drei Etagen mit detailgetreuen Modellen und zahlreichen Exponaten zum Anfassen.“ Man kann die Ausstellung in rd. 1 Stunde durchquert haben, man kann aber auch gut die doppelte Zeit einplanen.

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Wem das Gebäude beim Betreten etwas komisch vorkommt, der hat Recht, denn das Gebäude war früher mal eine Badeanstalt (heute würde man wohl Schwimmbad sagen). Vor dem Krieg waren die Becken für Männer und Frauen getrennt, später konnten sie dann gemeinsam genutzt werden. Nach der Schließung 1986 erfolgte 1998 die Neueröffnung als Museum. Die ehemaligen Schwimmbecken sind noch gut zu erkennen, wurden seitlich aufgetrennt, und können an der tiefsten Stelle durchlaufen werden. Im Becken der Eingangshalle, nicht zu übersehen, „schwimmt“ dann auch gleich ein großes Segelschiff, die Tjalk “Goede Verwachting”, ein Lastensegler aus dem Jahre 1913.

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Ob ihr euch den Bau eines Schiffes früher und heute anseht, einem Schiffdiesel mal ganz nahe rückt oder die Schiffsglocke läutet, das bleibt ganz euch überlassen. Ich gebe zu, ich lese auch nicht jede Erläuterung, sondern genieße eher den Gesamteindruck eines solchen Museums, aber ich weiß jetzt warum an manchen Flüssen der Leinpfad entlang läuft. Früher hatten Schiffe noch keinen Motor, sondern wurden von Menschen oder Pferden an langen Leinen stromaufwärts gezogen.

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Wer Lust und Zeit hat, kann sich unweit des Museums, im Seitenarm des Rheins, noch die zugehörigen echten Museumsschiffe angucken. In den Wintermonaten ist eine Besichtigung allerdings nicht möglich. Ich habe euch die Schiffe im Blogbeitrag zum Ruhrorter Hafenfest vorgestellt. Nebenbei läuft z.Zt. die bereits erwähnte Sonderausstellung „Tausend und eine Flaschenpost“ zum Thema … genau ihr wißt schon. Der Kölner Künstler Joachim Römer fischte dazu Flaschenposten (ist das die Mehrzahl von Flaschenpost?) aus dem Rhein, entzifferte und registrierte die Textinhalte, reinigte die Flaschen und verschloß sie wieder. Seit 1998 sind so 1001 Flaschenposten zusammengekommen.

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Wie ich von anderen Besuchern hörte, gibt es wohl einen Katalog (zu kaufen oder zu leihen) in dem die einzelnen Flaschen beschrieben sind. Nun ja, ganz so tief einsteigen wollte ich dann doch nicht in das Thema, dennoch war ich erstaunt, was man alles so in den Rhein werfen kann. Vom Flachmann über das Marmeladenglas oder die Weinflasche ist bis zur Wasserflasche oder der bekannten PET-Einwegflasche alles dabei. Sogar der eine oder andere GeoCach ist in der Ausstellung dabei (hoffentlich vermißt den keiner). Einige Flaschen enthielten gleich Briefmarke oder Rückumschlag, andere nur einen Brief, eine Karte, Kleingeld, Sand oder was der Mensch sonst so gerade entbehren kann (Kondom, Strumpfhose usw.). Die Ausstellung läuft noch bis zum 16.05.2016. Vielleicht gönne ich mir nochmal einen zweiten etwas ruhigeren Durchgang im kommenden Jahr.

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Und noch etwas interessantes gab es zu sehen, nämlich Schimanskis Jacke. In der Zeit vom 19. Oktober bis 31. Januar 2016 wird die Schimmi Jacke aus der Folge „Loverboy“ im Binnenschifffahrtsmuseum ausgestellt. Wie ich gelesen habe, wollen Burkhard Eick und Frank Skrube, die das Kleidungsstück aus der Insolvenzmasse des Planet Hollywood bekommen haben, selbiges in Duisburg an wechselnden Orten ausstellen und den Zuschlag als ersten Ausstellungsort hat nun das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt bekommen. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es schon verrückt, daß ich früher, zu Schimanskis Zeiten, niemals auf die Idee gekommen bin, mir die Drehorte mal in Duisburg anzugucken, von meinem Geburtsort Oberhausen wäre das doch ein Katzensprung gewesen. Aber das sagt sich heute im Zeitalter des Internets natürlich leicht. Ich wußte ehrlich gesagt auch nicht, daß es in Duisburg mal ein Planet Hollywood gab (ich war mal in Paris in einem), aber das wäre wieder eine ganz andere Geschichte.

Lieber Zoo statt Parkplatzstreß

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Da bin ich doch heute, 4 Samstage vor Weihnachten, tatsächlich auf die verrückte Idee gekommen, mit dem Auto nach Düsseldorf zu fahren. Klar hätte ich den ÖPNV nehmen können, aber ich hatte halt die Idee das Auto zu nehmen (und noch 8,50 Euro Parkguthaben). Ich wollte mir die neue U-Bahn Station Schadowstr. ansehen (Wehrhahnlinie), mal über den Weihnachtsmarkt bummeln und zum Riesenrad am Burgplatz.

Das erste Parkhaus (Ratinger Tor) sollte lt. App noch 74 freie Parkplätze haben, war jedoch voll, das zweite und dritte war lt. App bereits belegt und selbst in der Tiefgarage Altstadt Rheinufertunnel (über 800 Parkpätze) ging nichts mehr vorwärts (an den Rheinterassen übrigens auch nicht). Da hatte ich die Faxen dicke, habe im Parkhaus umgedreht (noch vor der Schranke) und habe die Flucht ergriffen.

Es gibt nichts, was ich mehr hasse, als Parkplatzsuche, während man darauf achten muß, daß einem unterdessen kein anderer in die Karre fährt. Da sind Staus, die es übrigens weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt gab, noch entspannend. Also habe ich mich stattdessen entschlossen eine Stunde im Krefelder Zoo zu verbringen und die war wesentlich entspannter. Ich wünsche euch einen entspannten 1. Advent, ihr könnt sicher sein, ich werde den Sonntag auf der Couch verbringen:-).