Düsseldorf eröffnet die Wehrhahnline

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Stellt euch vor ihr seid Erwin Lottemann .. äh .. Lindemann und hättet 46 Millionen Euro im Lotto gewonnen. Was macht ihr damit? Moment, nix Herrenboutique in Wuppertal ihr startet ein Krautfounding .. oh sorry .. Crowdfunding Projekt für weitere 800 Millionen Euro bei Land und Bund. Während ihr so sammelt, fangt ihr an, euch quer durch die Landeshauptstadt NRW’s zu graben. Nach etwa 9 Jahren des Grabens und des Sammelns habt ihr das Geld zusammen und fertig ist die neue U-Bahn.

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Seht ihr, so in etwa geht das, wenn man die Straßenbahn in den Untergrund legen will und daher hat Düsseldorf in den letzten 9 Jahren das Unterste nach oben gegraben und an diesem Wochenende die sogenannte Wehrhahnlinie (gibt’s dafür Scrabble Sonderpunkte wegen der 3 „h“) eröffnet. Und weil Düsseldorf sein neues Spielzeug mal so richtig vorführen wollte, durften die Gäste einen Tag kostenlos zwischen den 6 neuen Stationen (von Pempelforter Straße bis Kirchplatz) hin- und herpendeln.

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Und ich sag euch, die Gäste strömten in die U-Bahnhöfe, als hätte es sie vorher nicht gegeben .. äh .. ach ja, haben sie ja auch nicht. Eine Station ist schöner als die andere. Gut, das ist sicher Geschmackssache, aber immerhin wurde jede Station von einem anderen Künstler gestaltet. Und weil es am Samstag draußen mehr so usselig anmutete, habe ich die Gelegenheit genutzt mich auch mal vor Ort umzusehen.

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Kirchplatz: Enne Haehnle – „Spur X“ – Ein Liniengewirr aus Metall, das sich von der Decke und weiter an der Wand fortsetzt, soll zu Worten und Buchstaben werden. Vielleicht muß ich nochmal genauer hingucken, vielleicht ist es auch nur Kunst. Jedenfalls spielte dort auch Peter Weisheit and the Dixie Tramps. Wer erinnert sich noch an Peter Weisheit? Na? Ich sag mal „WWF Club“:-), na erinnert sich jemand?

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Graf-Adolf-Platz: Manuel Franke – „Achat“ – Gläserne grüne Wandverkleidungen werden von einem lila fast grauen Linienstrom durchzogen das wiederum ein Flußbett darstellen soll. Dieses Flußbett pulsiert mal schmaler und mal breiter. Na Hauptsache es wird nicht undicht:-).

Wehrhahnlinie_BenratherStraße

Benrather Straße: Thomas Stricker – „Himmel oben – Himmel unten“ – Diese Station ist als Raumschiff unterwegs in unendliche Weiten. Das Weltall unter der Erde mit Medienwänden als „Fenster ins Weltall“ (incl. Videoprojektion). Die Station hat für Fotofreunde sicher das meiste zu bieten (so auch das erste Foto ganz oben im Beitrag).

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Heinrich-Heine-Allee: Ralf Brög – „Drei Modellräume“ – Dieser Bahnhof liegt noch unter dem bisher existierenden, drittes Untergeschoss, bitte aussteigen. Die Station ist dreigeteilt in Labor, Theater und Auditorium. Mal hört man Gezwitscher dann Stimmen (huch wirklich?). Die Wände sind mal mit linienförmigen Vielecken bedruckt und am anderen Ende des Bahnhofs geht eine kaum enden wollende Rolltreppe zwischen weißen Kacheln wieder nach oben.

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Schadowstraße: Ursula Damm – „Interaktive Installation“ – Die größtenteils in blau gehaltene Station zeigt zwischen den blauen Glasfliesen 21 künstlerisch gestaltete Luftbilder des Katasteramtes. Über den Gleisen sieht man eine riesige LED Wand, auf der gefilmte Echtzeitbewegungen von Passanten auf der Schadowstraße zu sehen sind und aus Lautsprechern dudeln psychedelische Geräusche😮 .

Wehrhahnlinie_PempelforterStraße

Pempelforter Straße: Heike Klussmann – „Raumtiefe“ – Die Wandfliesen dieses Bahnhofs sind in der Grundfarbe schwarz und werden durch weiße Wege / Bänder durchschnitten (vielleicht ist es aber auch umgekehrt) und setzen sich an Decke und Boden fort. Vielleicht folgt ihr aber auch einfach der gelben Linie😉.

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In fünf von sechs Stationen kann man von der Zwischenebene durch Scheiben auf den Betrieb runterblicken und alle Stationen haben mindestens 3G Mobilfunk Empfang (getestet mit Vodafone). Hier und da hing noch ein Kabel raus, fehlte eine Deckenplatte oder etwas Wandverkleidung, mal stockte eine Rolltreppe und auch die Beschilderung hatte an den Gleisen ihren Endausbau noch nicht ganz erreicht, aber das kommt wohl noch. Jetzt bin ich gespannt, wie lange die Stationen so aussehen, wie sie aussehen. Alle Stationen sind videoüberwacht und an den Bahnsteigen stehen Notrufsäulen. Ich wünsche gute Fahrt. Für weitere Bilder klickt ihr bitte hier Flickr oder Google Photos.

Je suis Paris

Frankreich

Im Januar dachte ich noch Charlie Hebdo ist ein Satiremagazin, das den Hass auf sich gezogen hat, was die Taten nicht rechtfertigt aber vielleicht ein ganz klein wenig erklärt. Heute bin ich in Gedanken in Paris, heute denke ich, es traf Menschen, die einfach nur einer Freizeitbeschäftigung nachgingen, es traf Menschen, die mit Terror nichts aber auch gar nichts zu tun hatten. Eben noch voll im Leben, plötztlich tot. Je suis Paris😦 .

Berlin leuchtet bei Nacht (II)

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Der Sonntag startete mit Wartezeit am Frühstücksbuffet und das, obwohl ich bereits um 7.15 Uhr aufgestanden war, aber für ein ausgebuchtes Hotel war der Platz wohl etwas knapp bemessen. Als ich gegen 8.30 Uhr beim Frühstück eintraf, hatten sich auch alle anderen überlegt, daß das eine gute Zeit wäre. Irgendwann wurde dann aber ein Tisch frei und ich konnte loslegen. In Anbetracht, daß ich auch Abends bis nach 23.00 Uhr unterwegs bin, habe ich für tagsüber ein paar Ziele als Wiederholungsbesuche geplant. Der Sonntagsausflug ging zum ehemaligen Flughafen Tempelhof. Dort war ich letztes Jahr an einem heißen Sommertag. Bei weit über 30 Grad brannte mir die Sonne auf den Kopf. Dieses Mal war es genau umgekehrt, rd. 12, gefühlt wie 8 Grad und kalter Ostwind.

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Dafür gab es dieses Mal die Drachenfreunde und Kiteboardsurfer zu sehen. Ich habe mich zu Fuß auf gemacht, um das ehemalige Übungsflugzeug der Flughafen-Feuerwehr Tempelhof zu suchen. Vom Eingang Tempelhof geht es quer über die Wiese immer geradeaus und anschließend über die ehemalige Landebahn zurück. Ich war wieder aufs neue beeindruckt, welche Riesenfläche hier für Freizeitaktivitäten zur Verfügung steht. Belustigt hat mich hingegen das Schild „HOLD FOR FOLLOW ME OR RTF INSTRUCTIONS“ (s.o.):-). Von Tempelhof sind es nur ein paar U-Bahnstationen bis nach Kreuzberg und zum gleichnamigen Berg am Viktoriapark.

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Der Wasserfall war bereits in der Winterpause, aber von oben hat man immer noch einen schönen Ausblick über Berlin, auch wenn dieser langsam zuwächst. Auf der Rückseite des Kreuzbergs wächst, soweit ich mich erinnere, sogar Wein. Durch Riemers Hofgarten, einem wunderschönen durch drei Straßen eingegrenzten Wohnviertel, das nicht dem Schema Mietskaserne mit dunklem Hinterhof folgt, geht es zurück ins Hotel. Kleine Pause, bevor die zweite Runde „Festival of lights“ / „Berlin leuchtet“ startet. Der Rückweg erinnerte mich auch nochmal daran, daß Sonntag war, denn ich wollte mich im Edeka an der Friedrichstraße noch mit Getränken eindecken, mußte aber umplanen, denn vor’m Edeka stand eine ca. 30 m lange Warteschlange. Das habe ich in Berlin auch noch nie erlebt.

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Der zweite Abend startet am Ernst-Reuter-Platz und rund um das Neue Kranzler Eck. Vielleicht habe ich die entscheidenden Stellen verpaßt, aber rund ums Neue Kranzler Eck war es doch etwas enttäuschend, denn wenn ein Hotel in der 10. Etage ein paar bunte Lampen in Gang setzt ist das fototechnisch doch eher suboptimal. Dann lieber zur Siegessäule. Leider ist die Anfahrt via ÖPNV etwas ungünstig und mit ca. 1 km Fußmarsch von der S-Bahnstation Tiergarten verbunden. Egal, auf geht’s.

Auch die Siegessäule (incl. Viktoria, im Volksmund auch „Goldelse“ genannt) wurde mit einer Videoprojektion bespielt. Da es schwierig ist, hier gute Fotos zu machen, versammeln sich am Sonntagabend auch nur eine Hand voll Fotografen, geschweige Zuschauer, dort. ISO Zahl rauf, Belichtung ebenfalls und trotz hohem Bildrauschen ein paar Schnappschüsse gemacht. Nach ca. 20 Minuten ist die Show 2 x durch, ich mache mich auf den weiteren Weg.

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Der Weg von der Siegessäule zur nächsten U-Bahnstation ist etwas näher als zur S-Bahn. Der Weg dahin wirkt allerdings noch düsterer als der Hinweg. Außerdem sind kaum Menschen auf der Straße. Ich fühle mich etwas unwohl, nehme mein Stativ fester in die Hand, falls jemand aus dem Gebüsch des Tiergartens springt schlage ich damit zu. Während ich mich umgucke plötzlich ein lautes Rascheln, kaum einen Meter von mir entfernt😮. Ich mache instinktiv einen Schritt zur Seite. Das Herz schlägt schneller. Hinter der kleinen Hecke ist nichts zu sehen. Das Rascheln wiederholt sich. Ein Vogel? Ein Wildschwein? Ein Fuchs? Ein Zombie😮 ? Ich beschleunige meinen Schritt, noch 300 Meter bis zur U-Bahn. Nichts wie weg, ich wechsel die Straßenseite und bin froh, als ich die U-Bahn erreiche. Die Fahrt geht zurück zum Potsdamer Platz.

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Das Weinhaus Hut wird hier von hinten beleuchtet, was mir am Vorabend gar nicht aufgefallen ist. Auch hier nur eine weitere Fotografin und ein paar Leute ohne Fotoapparat. Ich mache ein Foto vom ersten Bild, twitter ein bisschen, gucke am Handy bei Facebook rein und sehe immer noch das erste Bild. Wenn das so weiter geht, werde ich hier nicht alt. Als wir nur noch zu zweit da sind, schlägt die Fotografin neben mir vor statt alle 15 Min. ein Bild doch kurz mal alle 5 Bilder zu zeigen und der Vorführer schlägt ein😀. Endlich kommt Action auf, denn so bekommen wir alle 5 Motive in rd. 5 Minuten zu sehen. Ein herzliches Dankeschön unbekannterweise an beide o.g. Personen:-).

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Nächster Programmpunkt gleich um die Ecke. Am Marlene-Dietrich-Platz stehen die „Angels of Freedom“, bei denen man sich selbst einen Heiligenschein (beleuchteter Ring an Engelflügel) aufsetzen kann. Für eine Reihe von Besuchern die Gelegenheit sich gegenseitig zu fotografieren, auch ich kann jemanden glücklich machen, dieses mal aber nicht in Englisch😉. Fast schon wieder 23.00 Uhr, also auf dem Rückweg noch einen Abstecher zur US Botschaft, die sich mit einem Glückwunsch zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung auch am Festival of Lights beteiligt. Danach Feierabend, ich bin hundemüde und ein bisschen durchgefroren.

MadameTussauds (I)

Der Montag startet mit knapp über 0 Grad. Brrr … schlotter, da könnte ich ja erstmal eine Stunde oder zwei in einem Museum verbringen. Ich fahre zu Madame Tussauds und bin erschrocken, als ich die Warteschlange sehe. Was ich übersehen hatte, Madame Tussauds öffnet erst um 10.00 Uhr und das ist gerade als ich um die Ecke biege. Glück gehabt, nach 10 Min. Wartezeit bin ich an der Kasse und dank Welcome Card spare ich hier 25%. Statt 23,50 € (was ein stolzer Eintrittspreis für Erwachsene ist) zahle ich nur 17,63 €. Ja richtig, nicht 5,50 € oder 6,- € sondern genau 25% (= 5,87 €) werden mir erlassen. Auch bei Madame Tussauds war ich vor ein paar Jahren schon einmal und leider hat man auf meine Anfrage als Blogger nicht geantwortet. Zu den Kosten des Eintritts kann man übrigens locker weiteres Geld ausgeben, ein Begleitbuch an der Kasse, ein Bild im Trabbi gleich am Eingang und auch im weiteren Verlauf hier und da Fotomöglichkeiten.

MadameTussauds (II)

Ich verzichtete dankend auf alle Angebote und auch vom Merchandiseshop lasse ich mich nicht verführen. Ob es sich lohnt. Ich würde sagen ja. Nach dem Thema Geschichte (mit z.B. W. Brandt, K. Adenauer, K. Wowereit, G. Schröder, A. Merkel aber auch E. Honecker oder W. Ulbricht) folgt ein Stockwerk höher das Thema Film und Musik. In der Sportabteilung treffe ich F. Beckenbauer, S. Graf, B. Becker, D. Nowitzki oder M. Neuer, um nur einige zu nennen, und in der TV Abteilung laufen einem z.B. Th. Gottschalk, H. Kerkeling oder B. Schöneberger (die übrigens sehr gut getroffen wurde) über den Weg. Im hinteren Teil dann Stars wie M. Jackson, E. Presley, Beatles, Madonna, B. Spears, H. Fischer, K. Perry und M. Cyrus im sehr knappen Body😉. Im Untergeschoss folgen schließlich die Stars der Star Wars Serie incl. Meister Yoda.

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Danach sagte mein Notizzettel, geh doch mal ins belgische Viertel. Hierüber habe ich irgendwann mal etwas interessantes gelesen. Leider hatte ich vergessen was und wenn ich ehrlich bin, das belgische Viertel war auch „nur“ ein Wohnviertel mit vielen alten Häusern. Immerhin war mittlerweile die Sonne wieder da und daher habe ich die Herbstsonne an diesem Nachmittag im Regierungsviertel genossen. Leider gab es hier kein freies WLAN, dafür aber an verschiedenen anderen Stellen der Hauptstadt. Wenn ihr mal unterwegs seid, ladet euch die App Vodafone WIFI Finder (früher Kabel Deutschland WIFI Finder) herunter. An den jeweiligen Hotspots gibt es 30 Min. kostenloses WIFI pro Tag ohne weitere Anmeldung. Ihr müßt lediglich 1 x die AGB bestätigen.

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Der dritte Abend startet dieses Mal an der Oberbaumbrücke. Die war damals (2008) sehr schön beleuchtet, dieses Jahr wurden ein paar Herzen auf die Brücke projiziert. Allerdings aus ca. 400 Meter Entfernung per Laserstrahl und die Fotomöglichkeiten hielten sich mangels anderer Lichter auf der Brücke doch arg in Grenzen. Die Brücke war … na sagen wir mal etwas sparsam. Da kamen in umgekehrter Richtung, mit Blick auf den Laserstrahl, doch tatsächlich interessantere Bilder bei raus😮.

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Der Rückweg in die Stadt führte mich über den Alexanderplatz vorbei am beleuchteten Fernsehturm und noch einmal zum Start am Gendarmenmarkt und an den Bebelplatz. Der dritte Abend endete allerdings etwas früher, denn mir ar****kalt. Kurz vor der Abreise, hatte sich die Sonne am Dienstag leider aus Berlin verabschiedet. Ich habe nochmal den Mauerpark und die Gegend rund um den Stadtteil Prenzlauer Berg besucht. Beides liegt wie mein Hotel an der U-Bahnlinie U2, bloß keine ungeplanten Probleme durch ausgefallene U-Bahnen o.ä. riskieren. Da bin ich Schisser😉.

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Während mancher lieber in die Auslagen von Geschäften oder Cafes guckt, wandert mein Blick eher mal nach oben. Ich bewundere gerne Häuser und Hausfassaden, denn die Fassaden zwischen Eberswalder-/Bornholmer Str. und Schönhauser Allee könnten kaum unterschiedlicher sein. Hier ein nagelneu renoviertes Objekt, gleich gegenüber ein Haus, bei dem ich Angst hätte den Balkon unfallfrei zu betreten. So ist Berlin. Während ich noch nach oben gucke fallen die ersten Regentropfen. Somit endet hier mein Berlin Trip.

Hausfassade

Mehr Bilder als in den Blog passen gibt es wieder bei Flickr und Google Fotos und wer jetzt meint, einige Bilder wären etwas schief, der hat völlig Recht, aber nicht jeder kann im genauen 90 Grad Winkel zum fotografierenden Objekt stehen und da fehlt mir dann und wann schon mal der Horizont. Ich habe versucht das eine oder andere Bild im Nachhinein nochmal auszurichten, aber schief ist ja bekanntlich modern😉.

Noch Fragen oder Anmerkungen? Dann bitte dafür die Kommentarfunktion nutzen. Du hast den 1. Teil von „Berlin leuchtet bei Nacht“ verpaßt? Dann bitte hier entlang.

Berlin leuchtet bei Nacht (I)

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Als ich im Jahr 2004 zum ersten Mal in Berlin war, fand ich die Stadt überwältigend, an jeder Straßenecke was anderes sehen, U-Bahn + S-Bahn alle paar Minuten, Fotolocations soviel, daß ich bei einem der ersten Aufenthalte einen ganzen Abend nur in U-Bahnstationen zugebracht habe:-). Ich fand Berlin geil. Und ich finde es es immer noch, aber nachdem ich ein Dutzend Mal da war, hat sich das alles etwas relativiert, denn Berlin ist halt unsere Hauptstadt. Dieses Mal habe ich mir z.B. genau das Wochenende für einen Besuch ausgesucht, an dem rund 150.000 Menschen gegen TTIP demonstrierten.
Dadurch war der Hauptbahnhof vom S-Bahnverkehr abgeschnitten und ich in gewisser Weise froh, daß der ICE 45 Min. Verspätung hatte. Dafür habe ich den Twitter Dienst der Berliner Verkehrsbetriebe (Bus, Tram, U-Bahn) als flotten Antworter erlebt, denn die weiteren Reisemöglichkeiten kamen in wenigen Minuten auf ’s Handy. Auch die Information, daß die S-Bahn kurz vor meiner Ankunft doch wieder am Hauptbahnhof hielt, kam auf dem Weg. Übrigens habe ich zwischen Sitzen des ICEs eine richtige Steckdose entdeckt. War die schon immer dort😮 ? Ist mir noch nie aufgefallen.

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Vermutlich bin ich noch nie an einem Samstag angereist, denn auch im ausgewählten Hotel „Großer Kurfürst“ gab es dieses Mal nur ein Einzelzimmer mit ebenerdiger Dusche und Haltegriffen am Klo. Wehe ihr munkelt jetzt etwas von wegen Alter und so:-). Ich vermute es lag eher daran, daß das Hotel auch ausgebucht war. Draußen schien die Sonne, also Koffer ins Zimmer, kurz ein paar Sachen zusammengesucht und los. Visit Berlin hatte mich mit der Welcome Card ausgestattet, die mir freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln für 3 Tage und Rabatte bei (theoretisch) 190 Partnern ermöglichte. Dafür auf diesem Weg nochmal vielen Dank. Mein erster Weg führte mich in Richtung Potsdamer Platz und von dort weiter in Richtung Brandenburger Tor, um schon mal Ausschau zu halten, wo am Abend das Festival of Lights bzw. Berlin leuchtet veranstaltet wurde.

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Wie ich euch hier schon schrieb, findet das Festival of lights seit einigen Jahren in jedem Oktober statt und parallel dazu lief in diesem Jahr zum dritten Mal Berlin leuchtet. Mein erster Besuch beim Festival of lights fand 2008 statt, so daß ich auf eine Neuauflage gespannt war. Leider kam aber auch der kälteste Herbst seit langem dazu. Während die Nachmittagssonne noch wärmte, war am Abend Mütze, Schal und Winterjacke Pflicht. Um 19.00 Uhr war es dunkel genug um in die Fotosession zu starten. Meine Reise startete zwei U-Bahnstationen von meinem Hotel entfernt am Gendarmenmarkt. Ich merkte gleich, es war irgendwie anders, schön aber anders.

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Bei meinem letzten Besuch wurden verschiedene Gebäude und die Straße „Unter den Linden“ in bunten Farben beleuchtet. Das war dieses Mal etwas anders. Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt wurde mit Bildern angestrahlt und der Deutsche und der Französische Dom mit jeweils passenden Farben beleuchtet. Da die ersten Bilder nur so mäßig spannend waren, bin ich weiter zum Hotel de Rome am Bebelplatz. Jetzt wurde es langsam interessant, denn hier regierten die Farben. Die alte Bibliothek und die Humboldt Universität wurden herrlich bunt und fototauglich hell beleuchtet, die alte Bibliothek glich einer überlebensgroßen Kommode aus dem Kinderzimmer. Der Knaller war jedoch die Videoshow auf dem Hotel de Rome. Hier wechselten die Fronten im Sekundentakt von grün zu rot, dann bricht ein Drache durch die Wand, die Front zerbröselt, macht den Eindruck als wäre Feuer ausgebrochen und baute sich im 3D Effekt wieder neu auf. Wenn die Kälte nicht langsam hochgekrochen wäre, hätte ich dort noch Stunden stehen können.

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Es ging weiter zum Palais am Festungsgraben und zum Berliner Dom, wo sich der Fußgängerverkehr regelrecht staute. Achtung bitte laufen Sie rechts, überholen Sie nicht und rechnen Sie mit zusätzlichen Zeitaufwand von ca. 10 Minuten😉. Für das Palais am Festungsgraben ist es etwas schwierig zu fotografieren, weil man auf Grund von Bäumen nicht weit genug weg vom Gebäude stehen kann. Um so mehr Platz gibt es dafür am Berliner Dom. Dort, wo es sich die Menschen bei Sonne auf den Liegewiesen gemütlich machen, standen jetzt die Fotografen, um die 12 unterschiedlichen Motive abzulichten. Der Berliner Dom ist immer das Highlight unter allen Objekten. Solltet ihr beim Festival of Lights bzw. bei Berlin leuchtet mal in Berlin sein, hier müßt ihr herkommen. Apropos Berliner Dom, wenn ich in Berlin bin, fühle ich mich immer ein bisschen englischdenkend. In diversen Sprachen könnte ich fast zum Fremdenführer mutieren😉. Fährt diese S-Bahn nach Charlottenburg, komme ich von hier zum Ostbahnhof oder eben wie komme ich denn zum Berliner Dom. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft gegeben, nur den Unterschied zwischen der S7 und der S75 konnte ich aus dem Stegreif auch nicht erklären😉.

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Müde? Ja, ein bisschen, aber die kalte Luft hält einen wach😀. Weiter geht’s mit der U-Bahn über den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Dort lief in diesem Jahr eine rd. 25 minütige Videokunstproduktion unter dem Namen „NEW DIMENSIONS“, bei der 6 Teams aus verschiedenen Ländern das Brandenburger Tor bespielt haben. Auch eine absolut sehenswerte Show. Bewegte Bilder dazu gibt es hier zu sehen. Klickt unbedingt mal rein. Mein Abend endete schließlich am größten Kartenspiel, welches am Potsdamer Platz stand. Der Sonntag startete dann mit Wartezeit am Frühstücksbuffet, mehr dazu erzähle ich euch aber morgen im zweiten Teil von „Berlin leuchtet bei Nacht“. Bis dahin gibt’s auch (mehr) Bilder bei Flickr und Google Fotos.

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Jetzt ist auch der 2. Teil online, klickt doch mal hier

Berlin im Lichterglanz – Festival of lights

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In diesem Jahr habe ich mir nochmal etwas besonderes vorgenommen. Wer schon etwas länger hier im Blog mitliest, weiß, daß ich in den letzten Jahren, jeweils im Februar/März, das Parkleuchten im Essener Grugapark besucht habe. Aber was ist schon das Leuchten im Park, wenn eine ganze Stadt leuchten kann. Vor einigen Jahren, es müßte 2008 gewesen sein, war ich aus beruflichen Gründen in Berlin und hatte dort das Vergnügen die XXL Leuchtversion miterleben zu dürfen. Es nannte sich „Festival of lights“ und lief dort 10 Tage in der ganzen Stadt (Bilder von damals, noch mit meiner ersten DigiCam einer Canon PowerShot S40 und ohne Stativ, gibt es hier). Auch in meinem frisch eröffneten Blog habe ich seinerzeit davon berichtet.

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Danach fand das „Festival of lights“ in jedem Jahr wieder statt und jedes Jahr dachte ich, ich müßte mal wieder dabei sein. Für dieses Jahr habe ich mir im Oktober nochmal 3 Tage reserviert, um die mittlerweile 11. Auflage dieses tollen Festivals in Berlin zu besuchen. Von ca. 19.00 Uhr bis Mitternacht sind jeden Abend diverse Gebäude, Wege, Straßen, Museen uvm. beleuchtet und das nicht nur in bunten Farben sondern mit Mustern und Bildern. Termin in diesem Jahr 09.-18. Oktober 2015.

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Wie ich erst vor kurzem gelesen habe, ist seit 2013 neben dem bereits bekannten „Festival of Lights„, mit „Berlin leuchtet“ ein zweites Lichterfest in Berlin dazugekommen. Dieses läuft sogar noch länger (weil es früher startet) und zur selben Zeit. Termin in diesem Jahr 02.-18. Oktober 2015. Auch hier wirbt der Veranstalter damit, daß Sehenswürdigkeiten und besondere Gebäude der Hauptstadt in besonderem Glanz erstrahlen. Das verspricht hoffentlich spannende Abende.

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Besuchen kann man die Lichtkunstwerke zu Fuß (selbst organisiert), aber auch per LightBikeTaxi (Fahrradtaxi), Bus, Kutsche, Schiff oder neu in 2015 per Guide of Light. Letzteres ist eine geführte Fußtour mit professionellen Darstellern, die in einem Hightech-Anzug aus hunderten LED Lichtobjekten stecken. Teinehmer bekommen zusätzlich ein über Funk programmiertes LED Lichtarmband an den eigenen Arm. Die organisierten Touren kosten natürlich Geld zw. 15,- € für den Guide of light und weit über 100,- € für 75 Minuten in einer Kutsche. Jetzt darf es nur nicht drei Abende am Stück regnen. Ich erwarte drei interessante, wenn auch anstrengende Abende, die ich durch entsprechend weniger Ausflüge am Tag kompensieren muß, ansonsten brauche ich nach dem Urlaub erstmal Urlaub😀. Ich hoffe die Fotoakkus halten durch😉.

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Nebenbei, falls ihr auch Interesse an einem Berlin Aufenthalt in dem o.g. Zeitraum habt, haltet euch ran. Als ich die Reise vor ca. 3 Monaten gebucht habe, gab es bei Bahnhit.de noch wesentlich günstigere Preise als jetzt und mein ausgewähltes Hotel wäre jetzt auch schon nicht mehr im Angebot, weil das Kontingent vermutlich ausgeschöpft ist. Aber vielleicht nutzt ihr ja CouchSurfing oder einfach ein anderes Hotel😉. Sagt Bescheid, falls ihr am zweiten Oktoberwochenende auch in Berlin seid.

Kostenlose WLAN Hotspots

WLAN_1 Na, ist eure Stadt auch schon an ein kostenloses WLAN Netz angeschlossen worden? Die öffentliche WLAN Versorgung ist zwar immer noch eine Inselversorgung, aber die Inseln werden langsam größer. Einziger Haken, fast jede Insel hat ihre eigene Lösung. Bereits vor einiger Zeit wollte ich in Düsseldorf das WLAN Netz der Firma WALL AG testen, bisher bin aber nicht dazu gekommen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Unterdessen nimmt die Firma Unitymedia hier in NRW die Fäden in die Hand. Köln, Düsseldorf, Krefeld, Oberhausen, Essen, Gelsenkirchen, Bochum oder Dortmund … die 100 größten Städte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg sollen bis Jahresende mit kostenlosem WLAN versorgt werden.

Bis zu 100 MB pro Tag können dort kostenfrei genutzt werden. 100 MB sind nicht viel? Tja, kommt natürlich darauf an, was man so macht. 100 MB am Tag sind immerhin 3 GB im Monat. Außerhalb des Verbreitungsgebiets von Unitymedia ist Kabel Deutschland ähnlich fleißig und, wie ihr euch vielleicht erinnert (siehe Reisebericht), ist Hamburg mit kostenlosen Telekom Hotspots (60 Minuten pro Tag) versorgt. Und wie geht das jetzt?

Unitymedia
WLAN_UM Ihr sucht euch einen öffentlichen WLAN Punkt und wählt dort unter dem Punkt WLAN eures Mobilgerätes das offene Netzwerk „Unitymedia Public WifiSpot“. Dann öffnet ihr den Browser und es sollte sich eine Seite öffnen, auf der eine HandyNr. genannt ist. An diese HandyNr. schickt ihr eine SMS mit dem Text „Wifi“ (die SMS ist kostenpflichtig).

Auf der Unitymedia Webseite https://www.unitymedia.de/wifispot steht bereits eine HandyNr. (nämlich +49 177 178 55 77), ich nehme an, daß es damit funktioniert (bei mir ging‘s jedenfalls). Ihr erhaltet dann einmalig einen Link und ein Kennwort als Antwort. Klickt auf den Link und bestätigt die Geschäftsbedingungen. Wichtig, erst wenn die Bestätigung kommt, daß die Anmeldung abgeschlossen ist, seid ihr auch registriert.

Jetzt könnt ihr wählen, ob ihr offen (ungeschützt) oder mit WPA2 Verschlüsselung (geschützt) weitersurfen möchtet. Mobilfunknummer und Kennwort gelten dabei als Zugangsdaten. Es wird empfohlen die verschlüsselte Verbindung zu wählen. Bevor es aber damit losgeht ist eine einmalige Konfiguration im Handy notwendig. Ich habe es bisher nicht geschafft, mich verschlüsselt anzumelden, unverschlüsselt laufen die Hotspots aber mit 10 MBit.

WLAN_Handy Die Konfiguration für die Verschlüsselung ist (sehr klein) auf der Seite beschrieben, die erscheint, wenn ihr nach der Registrierung auf „Jetzt konfigurieren“ klickt, ich rate allerdings dazu vorab hier hin zu surfen. Die Zugangskennung bleibt (egal ob verschlüsselt oder unverschlüsselt) 24 Monate lang gültig und läuft im Umkreis von ca. 100 – 150 Metern um die Wifi Knotenpunkte. Die Nutzung ist in jeder Stadt mit Unitymedia WLAN möglich, ab 100 MB/Tag wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Ach ja, beim ersten Anmelden pro Tag müßt ihr die AGB (Browser öffnen und x-beliebige Seite aufrufen) neu bestätigen. Als Nutzer der Unitymedia Wifi Spots solltet ihr euch die Seite http://services.unitymedia.de/wifi merken, denn hier gibt es eine Karte mit den nächsten Wifi Spots z.B. in Düsseldorf, Krefeld, Frankfurt, Stuttgart oder im Ruhrgebiet.

WALL AG
WLAN_Wall Wer häufiger in Düsseldorf unterwegs ist hat dort eine zweite Möglichkeit, sogar ohne Begrenzung auf 100 MB, online zu gehen. Hier bietet die Firma WALL AG an ausgewählten Punkten WLAN unter dem Namen „bluespot Free WiFi Hotspot“ an, an denen ihr kostenlos und unbegrenzt surfen könnt. Hier ist es evt. sinnvoll sich vorab auf der Webseite https://www.bluespot-WiFi.de anzumelden (Punkt „Jetzt registrieren“ wählen). Das geht zwar auch später online, vorab ist’s aber etwas einfacher. Über die Seite http://www.bluespot.de/ bzw. http://bluespot-apps.de/ erfahrt ihr auch gleich etwas über die Apps, die zum einen Reiseführer sein sollen und zum anderen später eine noch schnellere Anmeldung zum WLAN ermöglichen.

Vor Ort macht ihr dann folgendes:
WALL AG – Ihr sucht euch einen öffentlichen WLAN Punkt der Firma WALL AG und aktiviert (sofern noch nicht geschehen) wiederum die WLAN-Option am Handy
– Wählt dann das Netzwerk „bluespot“ aus
– Jetzt erfolgt die Anmeldung mit den o.g. Kontaktdaten (registrierte Nutzer können sich einfach und schnell mit Ihrem Benutzernamen und Passwort einloggen)
– Die App ermöglicht es die Anmeldedaten auch gleich zu hinterlegen, so daß die Einwahl binnen weniger Fingertips funktionieren soll.

Die Wifi Spots der WALL AG sind übrigens in diesen Werbekästen zu finden (ich glaube die heißen CityLight Poster).

Kabel Deutschland
WLAN_KD Mit Düsseldorf, Krefeld und rauf ins Ruhrgebiet hätte ich nun meinen näheren Ausflugs- und Wirkungskreis bezügl. kostenlosem WLAN abgesteckt. Was aber wenn ich mal wieder durch Hamburg oder Berlin tingle? Hamburg habe ich zum einen oben schon erwähnt, zum anderen stellt Kabel Deutschland hier (und in vielen weiteren Orten) offenes WLAN zur Verfügung. Allerdings nur 30 Min. am Tag (Kunden von Kabel Deutschland dürfen länger ans Netz). Als Nutzer der Kabel Deutschland Wifi Spots solltet ihr euch die Seite http://www.kabeldeutschland.de/wlan-hotspots/hotspots-finden.html merken, denn hier gibt’s die passende Karte mit den nächsten Wifi Spots z.B. in Hamburg und auch in Berlin, München oder Leipzig, aber Achtung, wer kein Kunde bei Kabel Deutschland ist, sollte die Option „Homespot“ ausknipsen, weil man dort ohne Anmeldung nicht reinkommt. Indoor (Café u.ä.) und Outdoor Hotspots sind hingegen frei verfügbar.

Einfach die WLAN-Hotspot-Startseite im Internetbrowser öffnen (öffnet sich ggf. automatisch, sobald ihr einen KD Hotspot ausgewählt habt), die Nutzungsbedingungen akzeptieren und lossurfen. Kabel Deutschland bietet zur einfacheren Suche des nächsten Hotspots auch noch eine passende App unter dem Namen „KD Hotspot Finder“.

WLAN_Berlin Zum Thema offenes WLAN in Berlin hat die Stadt Berlin last but not least noch eine Seite unter der Überschrift Projekt Zukunft online gestellt, die sich größtenteils mit den Hotspots von Kabel Deutschland deckt. Deren Hotspots werde ich bei meinem nächsten Berlinbesuch im Oktober mal genauer unter die Lupe nehmen. (Huch schon wieder in Berlin? Ja, dazu in ein paar Tagen mehr😉 ).

Ich freue mich über eure Erfahrungen oder Ergänzungen, die ihr in die Kommentare schreiben könnt, so habe ich z.B. für München neben Kabel Deutschland noch M-Net mit „M-WLAN Free Wi-Fi“ gefunden. Gibt’s weitere freie Wifi Hotspots (Freifunk mal außen vor)?

Urlaub in Zeeland (Niederlande)

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Der Wind wehte uns gehörig ins Gesicht, als wir dem Browersdam näher kamen. Obwohl 25 Grad angesagt waren kam ich mir mit der Regenjacke als Windschutz vor, wie die Kiteschirme, die den Himmel über der Nordsee bevölkerten. Wir waren zu Fuß über die Dünen geklettert und schon aus großer Entfernung konnten wir die Kitesurfer sehen. Diese Stelle des Strandes schien wie gemacht für die Sportler, was wir auf Grund des starken Windes am eigenen Körper spüren konnten. Dazwischen fuhren die Strandsegler mit ihren dreirädrigen Gefährten und welche Kraft der Wind hat, stellte sich ganz schnell heraus, als ein Kiteschirm in einen Strandsegler krachte. Der Kiteschirm hat den Unfall nicht überlebt.

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Schön anzusehen waren sie ja schon, aber da uns die vielen Kites Respekt einflösten, machten wir es uns in den Dünen bequem und beobachteten das Geschehen am Strand von dort. Ehrlich gesagt war ich überrascht, daß überhaupt Wasser da war. Ihr meint das wäre wohl so üblich an der Nordsee? Ich meine die Gezeiten. Anders als an der deutschen Nordseeküste verschwindet das Wasser hier nicht gänzlich, sondern zieht sich nur etwas zurück. Zumindest vermute ich, daß das so ist. Nach ein bisschen Suche im Internet habe ich erfahren, daß der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wasserstand bei 2,5 bis 4,5 Meter liegen kann, das Wasser aber nie ganz verschwindet. Vielleicht kann mir jemand von euch den Umstand mal genauer erklären.

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Es dürfte jetzt so 8-9 Jahre her sein, da suchten wir ein Urlaubsziel, daß Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Seinerzeit lebten meiner Kinder noch mit mir zusammen und wir kamen nach ein wenig Recherche auf die Firma „Centerparcs„. Centerparcs ist, für alle die es nicht kennen, eine Art Ferienpark mit diversen Wohnmöglichkeiten vom Bungalow bis zum zweistöckigen Haus, mit Spielmöglichkeiten, mit einem Spaßbad, Restaurants und einer Art überdachten Ladenstraße, so daß auch bei schlechtem Wetter keine Langeweile aufkommt. Im Laufe der Jahre probierten wir, trotz stolzer Preise, nach und nach die Parks in der Eifel, im Sauerland und in der Lüneburger Heide aus.

Urlaub 2015 (Zeeland)

In den Jahren danach verlief das Leben nicht immer so, wie man sich das vorstellt und die gemeinsamen Urlaube verliefen ganz anders, nämlich im Sand. Nun habe ich in einigen eurer Blogs immer wieder von interessanten Kurztrips an die holländische Küste gelesen und mußte feststellen, daß ich bis auf einen Tagesausflug noch nie an der Nordsee, geschweige denn an der holländischen Nordseeküste war. Bisher gingen meine weitesten Abstecher ins Nachbarland bis nach Arcen und zur Floriade nach Venlo. Vermutlich wäre es auch fast so geblieben, wenn nicht meine Kinder den Vorschlag gemacht hätten, mit ihnen für 5 Tage (4 Nächte) Centerparcs in Port Zéelande kennenzulernen. So verlief das Leben diesmal gewollt in Richtung Sand😉.

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Nun spreche ich kein holländisch, hatte null Plan wo der Park lag und was man sonst so in Zeeland machen kann. Mir war nicht einmal klar, daß Zeeland eine Provinz der Niederlande ist, zwischen Nord- und Südholland gelegen. Der Centerparcs liegt auf so einem kleinen Schnipsel Land zwischen Nordsee und Grevelingenmeer, einem großen mit Salzwasser gespeisten See. Die Gegend ist wunderschön und soll die saubersten Strände in den ganzen Niederlanden haben. Einziges Manko, der Park ist in den Ferien nicht gerade günstig. Eine sogenannte Wochenmitte (Mo.-Fr.) kostet in den Sommerferien im günstigsten Haus und mit Frühbucher-/Sommerrabatt schon um die 700,- Euro. Da man bequem ist, bucht man Handtücher, Bettwäsche (9,95 € p.P.), die WLAN Karte für 4 Geräte 25,- € und in unserem Fall noch den Frühstückslieferdienst (10,- € p.P/Tag) mit hinzu. Die Frühstückslieferung ist zwar teuer, aber so reichhaltig, daß sich ein Einkauf, im ansonsten teuren Centerparcs Supermarkt auf den ersten Tag beschränkte.

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An unserem ersten Tag ging es wie jeden Morgen erst einmal ins Aqua Mundo. Das Spaßbad hat kein Schwimmerbecken, stattdessen ein Wellenbad, ein Strömungsbecken in dem man schwimmen aber auch stehen kann, eine Reifen- und zwei andere Rutschen, ein Außenbecken und ein Wildwasserkanal, durch den man sich treiben lassen kann. Man darf nur nicht hoffen alleine im Schwimmbad zu sein. Es kann schon mal voll werden, aber bevor es gegen Mittag richtig voll wird, sind wir bereits wieder raus und auf dem Weg, die Landschaft rund um den Park zu entdecken. Den eingangs erwähnten Strand erreicht man zu Fuß in rd. 10 – 15 Minuten.

Da die Buchung bereits früh im Jahr erfolgte, startete die Vorbereitung auf diesen unentdeckten Teil der Welt zunächst mit einer alten Folge der Reisesendung „Wunderschön“, die ich aus der WDR Mediathek fischen konnte. Die letztens ausgestrahlte Wiederholung gibt’s u.U. noch eine Zeitlang hier. Danach ging es in die Bücherei, um in ein paar Reiseführern zu stöbern, bevor ich mich dann entschieden habe, einen davon „Holland – Die Westküste“ (ISBN-13: 978-3831725083) käuflich zu erwerben.

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Einigermaßen vorbereitet leitete uns das Navi schließlich in den Park. Bei der Buchung hatten wir auf Google Maps eine Dachterrasse ausgemacht, die sich bei Ankunft aber als Terasse des (6-Personen) Nachbarhauses entpuppte. Tja unser Pech. Ein echtes Manko, daß wir an der Rezeption reklamieren mußten, war, daß das WLAN am Anreisetag im Haus nicht funktionierte. Katastrophe😮. Es funktionierte nur in und vor der Rezeption, also stellt euch drei mehr oder weniger erwachsene Menschen vor, die um 22.30 Uhr auf der einzigen, durch den Lichtschein der Laterne beleuchteten Bank sitzen, um die Onlineausgabe der Tageszeitung herunterzuladen oder sonstigen Unfug am Smartphone zu treiben und gleichzeitig mit den Mücken kämpfen😉. Über Nacht wurde das WLAN dann aber repariert, so daß es ab dem 2. Tag auch eine Netzverbindung im Haus gab. Wer möchte kann bei Centerparcs natürlich die Rundumversorgung buchen. Von der Fahrradmiete bis zum abendlichen Buffet sind dem kaum Grenzen gesetzt, meine preisliche Grenze war jedoch mit dem Gebuchten erreicht.

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An den Folgetagen haben wir uns die Orte Zierkzee und Renesse näher angesehen. Zierkzee ist das schöne alte Städtchen, mit Hafen und Restaurants am Wasser (empfehlen könnte ich z.B. das Grand Café De Werf), mit einem zentralen Marktplatz (auf dem bei unserem Besuch eine Kirmes stattfand), sehenswerten alten Hebebrücken und einem hervorragenden Eiscafe (Capri, Am Damm 22), welches köstliche (Geburtstags-)Eisbecher zaubern kann😉. Nebenbei hat mich sehr positiv überrascht, daß viele Bedienungen gut deutsch sprachen oder eine schöne Mischung aus deutsch und holländisch, so daß man sich problemlos verständigen konnte.

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Renesse hingegen ist mehr der Badeort, zu dem ich sicherlich nicht viel erzählen muß. Im Ort eine Aufreihung von Andenkenläden, Boutiquen und Restaurants rund um die Kirche und 1 km außerhalb ein großer Strand, den man mit einem Bus oder einfach zu Fuß erreichen kann. Wer ein Fernglas dabei hat, kann auf der Sandbank in einigen hundert Metern Entfernung, die Seehunde beobachten. Wenn man nicht gerade mitten im Ort parken will, haben wir sowohl in Zierkzee (Parplatz Eerste Weegje / Laan van Sint Hilaire) als auch in Renesse (Roelandsweg) kostenlos geparkt. Auch am Strand vorm Brouwersdam (Ring Oost / Kabbelaarsbank) waren Parkuhren oder ähnliche deutsche Unarten Fehlanzeige.

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Ich will ja nicht generell für die Niederlande sprechen, aber daß man in einem Urlaubsort oder (am Brouwersdam) 100 Meter von einem Strand entfernt kostenlos parken kann ist in Deutschland meines Wissens undenkbar. Hochachtung liebe Niederländer. Ich habe so das Gefühl, daß das nicht mein letzter Besuch im Nachbarland war, wobei wir natürlich 1a Wetter hatten, aber ich würde gerne irgendwann weitere Orte, etwas weiter südlich kennenlernen. Außerdem weiß ich nach nur einem Besuch wie angenehm Autofahren ist, wenn alle mit 80 km/h über die Nationalstraßen fahren, keiner drängelt und die Ampelschaltungen häufig so geregelt sind, daß binnen kürzester Zeit da grün ist, wo es gebraucht wird. Ach ja, gewöhnungsbedürftig war für mich nur der zweispurige Kreisverkehr (mit zweispuriger Einfahrt und diesen Fahrspurtrennern), den ich anfangs nicht verstanden und mich prompt verfahren habe:-).

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Eine Auswahl an Bildern bekommt ihr bei Flickr oder Google Photos zu sehen und bevor ihr fragt, dieser Beitrag wurde weder gesponsert noch unterstützt (weil Centerparcs mir diesbezüglich eine Absage erteilt hat) und spiegelt daher mein ganz persönliches Empfinden wieder. Wenn ihr bei einem Besuch anders empfindet, dann laßt es mich via Kommentar unter diesem Beitrag wissen. In diesem Sinne tot ziens!

P.S.: Mehr Infos über Holland Zeeland gibts hier Holland.com oder hier Zeeland.nl. Und sogar kostenloses WLAN soll es geben (die Seite habe ich aber erst jetzt gefunden).