10 Jahre Berlin Hauptbahnhof

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Er ist nicht der größte, sondern steht nach Hamburg, München und Frankfurt (Main) erst auf Platz vier der meistfrequentierten Fernbahnhöfe der Deutschen Bahn, ist aber zugleich der größte Turmbahnhof Europas. Von einem Turmbahnhof spricht man, wenn sich Eisenbahnlinien in übereinanderliegenden Ebenen kreuzen. Von welchem Bahnhof die Rede ist? Gemeint ist der Berliner Hauptbahnhof. Ich erinnere mich noch ziemlich gut, als ich Anfang der 2000’er Jahre zu Lehrgängen in Berlin war. Das ganze Umfeld nordwestlich des Reichstags war eine Riesenbaustelle. Fernbahn, Regionalbahn, S-Bahn und U-Bahn treffen sich in diesem Bahnhof in verschiedenen Ebenen und eine weitere S-Bahn Linie ist bereits vorgesehen. Ziel war es den Bahnhof unbedingt im Jahr 2006 fertig zu stellen, denn 2006 war bekanntlich das Fußballweltmeisterschaftsjahr in Deutschland.

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Damals wollte man der Welt noch zeigen was man kann, was einige Jahre später mit dem Flughafen nicht ganz geglückt ist😉. Was das besondere an der Konstruktion dieses Bahnhofs ist, warum dafür ein historischer S-Bahnhof weichen mußte und was die Folgen der übereilten Eröffnung bis heute sind, könnt ihr bei Wikipedia nachlesen. Wenige Wochen nach der Eröffnung habe ich einen ganzen Nachmittag mit der Kamera im „größten Kaufhaus mit Gleisanschluß“ verbracht. Das kommt mir vor wie vorgestern und mittlerweile bin ich auch einige Male dort aus- und wieder eingestiegen. In diesen Tagen (genauer am 28. Mai) jährt sich der Tag der Eröffnung bereits zum 10. Mal und Berlin feiert das Ereignis mit einem Festwochenende und einer eigenen Webseite unter Gemeinsamfeiern.berlin. Falls ihr also zufällig vor Ort seid, schaut doch mal rein. Falls ihr davon berichtet, hinterlaßt mir einen Link zu eurem Blog.

Vom Münsterland (Schloß Anholt) an den Niederrhein nach Rees

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Es war ein schöner Samstagmorgen, das Frühstück lag hinter mir und ich dachte darüber nach, wie ich diesen Sonnentag wohl verbringen sollte. Manchmal werde ich gefragt, wie ich an meine Ausflugsziele komme und manchmal frage ich mich das selbst. Mal finde ich etwas, weil ich darüber in der Zeitung lese, häufiger jedoch wenn ich fernsehe. Mit ein bisschen Glück merke ich mir dann zumindest ein Stichwort und erinnere mich einige Tage später daran. Diesmal war es ein Bericht über das Schloß Anholt in der einen Sendung und über die Stadt Rees in einer anderen. Bei der Recherche fällt mir auf, daß die beiden Orte nicht weit voneinander entfernt liegen und so ist ein Samstag mit einem neuen Ausflugsziel am Niederrhein gefüllt. Das heißt Moment, während Rees natürlich noch zum Niederrhein gehört, liegt Anholt (gehört zu Isselburg) ganz knapp außerhalb der Niederrheinregion am südwestlichen Zipfel des Münsterlandes.

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Das Schloß Anholt (kann zu bestimmten Terminen auch von innen besichtigt werden) soll einen schönen Schloßpark haben, den man für 5,- € betreten und besichtigen kann und in Rees hat Ende April die Künstlerin Christel Lechner eine Kunstaktion mit 66 lebensgroßen Betonfiguren gestartet. Das testen wir dann mal. Obwohl die Internetseite „Schloß Anholt“ lautet, handelt es sich, wie ich gerade lesen durfte, um eine Wasserburg, incl. Hotel, Restaurant und Museum. Wikipedia hingegen schreibt „Auch wenn der Name nahelegt, Anholt sei eine Burg, handelt es sich eigentlich um ein Schloss“. Ihr dürft euch also etwas aussuchen, aktuelle Besitzer scheinen jedenfalls die Fürsten zu Salm-Salm zu sein:-). Nun lese ich zum Thema Fürstenhäuser beim Friseur leider die falschen Zeitungen, aber wenn ihr mehr zu Salm-Salm wissen wollt, klickt auf Wikipedia.

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Wie dem auch sei, nach Zahlung von 5,- € am kleinen Kassenhäuschen betrete ich den Park und gehe zunächst über eine Art Waldweg in den hinteren Teil des Parks. Verschiedene Rundwege werden über kleine Schilder gut ausgewiesen. Ich entscheide mich für den blauen Weg, Dauer ca. 1 Std. Später werde ich sehen, die Stunde ist schon gut gerechnet, für Langsamläufer und Bankausruher, als Blogger laufe ich die große Runde in ca. 1 ½ Std. Zwischendurch geht der Weg über eine große, gemähte Wiese, dann wieder in den Wald mit verschiedenen versteckten Ruhemöglichkeiten. Am Ende mündet der Rundweg in einen mit kleinen Hecken abgesteckten Garten mit Brunnen, Reiterstandbild und aktuellen Frühlingsblumen. Der Andrang an Besuchern hält sich an diesem Nachmittag in Grenzen und daß der Mobilfunkempfang ausgerechnet entlang des Golfplatzes am besten war, war bestimmt Zufall😀. Ach ja, einen Irrgarten gab es entlang des Weges ja auch noch. Solltet ihr den Irrgarten nutzen, rechnet noch eine ½ Stunde oder mehr drauf, kommt ganz auf euer Geschick an😉. Wenn ihr euch für das Museum interessiert empfehle ich noch diese Seite www.wasserburg-anholt.de.

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Zum guten Schluß könnte man den Besuch noch mit dem Biotopwildpark Anholter Schweiz abrunden. Der Wildpark gehörte zu früheren Zeiten mal mit zum o.g. Park, mittlerweile ist er abgetrennt und kostet auch gesonderten Eintritt (Erw. 6,50 €). Zitat der Webseite „Sie finden hier an 6 km gut begehbaren Wegen in typisch niederrheinischen und münsterländischen Landschaftsbildern und Biotopen, einen Bärenwald, weiträumige Großvolieren, und Tiergehege“. Ich werde mich beim nächsten Besuch mal dem Tierpark widmen, mache mich für heute aber wieder auf den Rückweg und stoße nach wenigen Kilometern wieder auf den Niederrhein. Ein Ziel auf dem Rückweg, die Stadt Rees. Dort sollen 66 lebensgroße Betonfiguren stehen und die ersten sehe ich auch schon, als ich in die Stadt reinfahre. Ich suche mir einen der ausgeschilderten Parkplätze, auf dem ich zu meiner Überraschung, zwei Stunden mit der Parkscheibe stehen darf, und mache mich auf die Suche.

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Leider habe ich es versäumt, mir einen Plan zu organisieren, den es unter www.rees-erleben.de zum Download gibt. Titel der Betonfiguren Ausstellung „Alltagsmenschen“, also Menschen in Alltagssituationen. Hier steht der Straßenkehrer mit oranger Jacke am Straßenrand , da sitzt die Dame mit Hund gleich neben dem Baum. Drei Damen und Herren tanzen gerade (Musik ertönt sobald man sich dem Bewegungsmelder nähert), die Polonaise geht gleich mit über 10 Figuren über den Marktplatz und am Rheinufer sonnen sich die Figuren mit dem gleichen dickem Bäuchlein, das man ggf. auch selber trägt. Selbst ohne passenden Plan findet man schon gut mehr als die Hälfte der Figuren, wenn man die Augen ein wenig offen hält. Leider, so hörte ich, sollen die ersten Figuren bereits beschädigt worden sein, weil es natürlich immer „Alltagsmenschen“ gibt, die sich aus Langeweile oder Übermut daran auslassen müssen😦.

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Die „Alltagsmenschen“ stehen in Rees vom 24. April bis 24. Juli 2016. Nach dem Besuch des Wildparks werde ich im Laufe des Monats einen zweiten Anlauf wagen und dieses Mal habe ich einen Plan:-). Mehr Fotos: Flickr / GooglePhotos

Düsseldorf eröffnet die Wehrhahnline

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Stellt euch vor ihr seid Erwin Lottemann .. äh .. Lindemann und hättet 46 Millionen Euro im Lotto gewonnen. Was macht ihr damit? Moment, nix Herrenboutique in Wuppertal ihr startet ein Krautfounding .. oh sorry .. Crowdfunding Projekt für weitere 800 Millionen Euro bei Land und Bund. Während ihr so sammelt, fangt ihr an, euch quer durch die Landeshauptstadt NRW’s zu graben. Nach etwa 9 Jahren des Grabens und des Sammelns habt ihr das Geld zusammen und fertig ist die neue U-Bahn.

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Seht ihr, so in etwa geht das, wenn man die Straßenbahn in den Untergrund legen will und daher hat Düsseldorf in den letzten 9 Jahren das Unterste nach oben gegraben und an diesem Wochenende die sogenannte Wehrhahnlinie (gibt’s dafür Scrabble Sonderpunkte wegen der 3 „h“) eröffnet. Und weil Düsseldorf sein neues Spielzeug mal so richtig vorführen wollte, durften die Gäste einen Tag kostenlos zwischen den 6 neuen Stationen (von Pempelforter Straße bis Kirchplatz) hin- und herpendeln.

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Und ich sag euch, die Gäste strömten in die U-Bahnhöfe, als hätte es sie vorher nicht gegeben .. äh .. ach ja, haben sie ja auch nicht. Eine Station ist schöner als die andere. Gut, das ist sicher Geschmackssache, aber immerhin wurde jede Station von einem anderen Künstler gestaltet. Und weil es am Samstag draußen mehr so usselig anmutete, habe ich die Gelegenheit genutzt mich auch mal vor Ort umzusehen.

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Kirchplatz: Enne Haehnle – „Spur X“ – Ein Liniengewirr aus Metall, das sich von der Decke und weiter an der Wand fortsetzt, soll zu Worten und Buchstaben werden. Vielleicht muß ich nochmal genauer hingucken, vielleicht ist es auch nur Kunst. Jedenfalls spielte dort auch Peter Weisheit and the Dixie Tramps. Wer erinnert sich noch an Peter Weisheit? Na? Ich sag mal „WWF Club“:-), na erinnert sich jemand?

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Graf-Adolf-Platz: Manuel Franke – „Achat“ – Gläserne grüne Wandverkleidungen werden von einem lila fast grauen Linienstrom durchzogen das wiederum ein Flußbett darstellen soll. Dieses Flußbett pulsiert mal schmaler und mal breiter. Na Hauptsache es wird nicht undicht:-).

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Benrather Straße: Thomas Stricker – „Himmel oben – Himmel unten“ – Diese Station ist als Raumschiff unterwegs in unendliche Weiten. Das Weltall unter der Erde mit Medienwänden als „Fenster ins Weltall“ (incl. Videoprojektion). Die Station hat für Fotofreunde sicher das meiste zu bieten (so auch das erste Foto ganz oben im Beitrag).

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Heinrich-Heine-Allee: Ralf Brög – „Drei Modellräume“ – Dieser Bahnhof liegt noch unter dem bisher existierenden, drittes Untergeschoss, bitte aussteigen. Die Station ist dreigeteilt in Labor, Theater und Auditorium. Mal hört man Gezwitscher dann Stimmen (huch wirklich?). Die Wände sind mal mit linienförmigen Vielecken bedruckt und am anderen Ende des Bahnhofs geht eine kaum enden wollende Rolltreppe zwischen weißen Kacheln wieder nach oben.

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Schadowstraße: Ursula Damm – „Interaktive Installation“ – Die größtenteils in blau gehaltene Station zeigt zwischen den blauen Glasfliesen 21 künstlerisch gestaltete Luftbilder des Katasteramtes. Über den Gleisen sieht man eine riesige LED Wand, auf der gefilmte Echtzeitbewegungen von Passanten auf der Schadowstraße zu sehen sind und aus Lautsprechern dudeln psychedelische Geräusche😮 .

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Pempelforter Straße: Heike Klussmann – „Raumtiefe“ – Die Wandfliesen dieses Bahnhofs sind in der Grundfarbe schwarz und werden durch weiße Wege / Bänder durchschnitten (vielleicht ist es aber auch umgekehrt) und setzen sich an Decke und Boden fort. Vielleicht folgt ihr aber auch einfach der gelben Linie😉.

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In fünf von sechs Stationen kann man von der Zwischenebene durch Scheiben auf den Betrieb runterblicken und alle Stationen haben mindestens 3G Mobilfunk Empfang (getestet mit Vodafone). Hier und da hing noch ein Kabel raus, fehlte eine Deckenplatte oder etwas Wandverkleidung, mal stockte eine Rolltreppe und auch die Beschilderung hatte an den Gleisen ihren Endausbau noch nicht ganz erreicht, aber das kommt wohl noch. Jetzt bin ich gespannt, wie lange die Stationen so aussehen, wie sie aussehen. Alle Stationen sind videoüberwacht und an den Bahnsteigen stehen Notrufsäulen. Ich wünsche gute Fahrt. Für weitere Bilder klickt ihr bitte hier Flickr oder Google Photos.

Je suis Paris

Frankreich

Im Januar dachte ich noch Charlie Hebdo ist ein Satiremagazin, das den Hass auf sich gezogen hat, was die Taten nicht rechtfertigt aber vielleicht ein ganz klein wenig erklärt. Heute bin ich in Gedanken in Paris, heute denke ich, es traf Menschen, die einfach nur einer Freizeitbeschäftigung nachgingen, es traf Menschen, die mit Terror nichts aber auch gar nichts zu tun hatten. Eben noch voll im Leben, plötztlich tot. Je suis Paris😦 .

Berlin leuchtet bei Nacht (II)

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Der Sonntag startete mit Wartezeit am Frühstücksbuffet und das, obwohl ich bereits um 7.15 Uhr aufgestanden war, aber für ein ausgebuchtes Hotel war der Platz wohl etwas knapp bemessen. Als ich gegen 8.30 Uhr beim Frühstück eintraf, hatten sich auch alle anderen überlegt, daß das eine gute Zeit wäre. Irgendwann wurde dann aber ein Tisch frei und ich konnte loslegen. In Anbetracht, daß ich auch Abends bis nach 23.00 Uhr unterwegs bin, habe ich für tagsüber ein paar Ziele als Wiederholungsbesuche geplant. Der Sonntagsausflug ging zum ehemaligen Flughafen Tempelhof. Dort war ich letztes Jahr an einem heißen Sommertag. Bei weit über 30 Grad brannte mir die Sonne auf den Kopf. Dieses Mal war es genau umgekehrt, rd. 12, gefühlt wie 8 Grad und kalter Ostwind.

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Dafür gab es dieses Mal die Drachenfreunde und Kiteboardsurfer zu sehen. Ich habe mich zu Fuß auf gemacht, um das ehemalige Übungsflugzeug der Flughafen-Feuerwehr Tempelhof zu suchen. Vom Eingang Tempelhof geht es quer über die Wiese immer geradeaus und anschließend über die ehemalige Landebahn zurück. Ich war wieder aufs neue beeindruckt, welche Riesenfläche hier für Freizeitaktivitäten zur Verfügung steht. Belustigt hat mich hingegen das Schild „HOLD FOR FOLLOW ME OR RTF INSTRUCTIONS“ (s.o.):-). Von Tempelhof sind es nur ein paar U-Bahnstationen bis nach Kreuzberg und zum gleichnamigen Berg am Viktoriapark.

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Der Wasserfall war bereits in der Winterpause, aber von oben hat man immer noch einen schönen Ausblick über Berlin, auch wenn dieser langsam zuwächst. Auf der Rückseite des Kreuzbergs wächst, soweit ich mich erinnere, sogar Wein. Durch Riemers Hofgarten, einem wunderschönen durch drei Straßen eingegrenzten Wohnviertel, das nicht dem Schema Mietskaserne mit dunklem Hinterhof folgt, geht es zurück ins Hotel. Kleine Pause, bevor die zweite Runde „Festival of lights“ / „Berlin leuchtet“ startet. Der Rückweg erinnerte mich auch nochmal daran, daß Sonntag war, denn ich wollte mich im Edeka an der Friedrichstraße noch mit Getränken eindecken, mußte aber umplanen, denn vor’m Edeka stand eine ca. 30 m lange Warteschlange. Das habe ich in Berlin auch noch nie erlebt.

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Der zweite Abend startet am Ernst-Reuter-Platz und rund um das Neue Kranzler Eck. Vielleicht habe ich die entscheidenden Stellen verpaßt, aber rund ums Neue Kranzler Eck war es doch etwas enttäuschend, denn wenn ein Hotel in der 10. Etage ein paar bunte Lampen in Gang setzt ist das fototechnisch doch eher suboptimal. Dann lieber zur Siegessäule. Leider ist die Anfahrt via ÖPNV etwas ungünstig und mit ca. 1 km Fußmarsch von der S-Bahnstation Tiergarten verbunden. Egal, auf geht’s.

Auch die Siegessäule (incl. Viktoria, im Volksmund auch „Goldelse“ genannt) wurde mit einer Videoprojektion bespielt. Da es schwierig ist, hier gute Fotos zu machen, versammeln sich am Sonntagabend auch nur eine Hand voll Fotografen, geschweige Zuschauer, dort. ISO Zahl rauf, Belichtung ebenfalls und trotz hohem Bildrauschen ein paar Schnappschüsse gemacht. Nach ca. 20 Minuten ist die Show 2 x durch, ich mache mich auf den weiteren Weg.

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Der Weg von der Siegessäule zur nächsten U-Bahnstation ist etwas näher als zur S-Bahn. Der Weg dahin wirkt allerdings noch düsterer als der Hinweg. Außerdem sind kaum Menschen auf der Straße. Ich fühle mich etwas unwohl, nehme mein Stativ fester in die Hand, falls jemand aus dem Gebüsch des Tiergartens springt schlage ich damit zu. Während ich mich umgucke plötzlich ein lautes Rascheln, kaum einen Meter von mir entfernt😮. Ich mache instinktiv einen Schritt zur Seite. Das Herz schlägt schneller. Hinter der kleinen Hecke ist nichts zu sehen. Das Rascheln wiederholt sich. Ein Vogel? Ein Wildschwein? Ein Fuchs? Ein Zombie😮 ? Ich beschleunige meinen Schritt, noch 300 Meter bis zur U-Bahn. Nichts wie weg, ich wechsel die Straßenseite und bin froh, als ich die U-Bahn erreiche. Die Fahrt geht zurück zum Potsdamer Platz.

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Das Weinhaus Hut wird hier von hinten beleuchtet, was mir am Vorabend gar nicht aufgefallen ist. Auch hier nur eine weitere Fotografin und ein paar Leute ohne Fotoapparat. Ich mache ein Foto vom ersten Bild, twitter ein bisschen, gucke am Handy bei Facebook rein und sehe immer noch das erste Bild. Wenn das so weiter geht, werde ich hier nicht alt. Als wir nur noch zu zweit da sind, schlägt die Fotografin neben mir vor statt alle 15 Min. ein Bild doch kurz mal alle 5 Bilder zu zeigen und der Vorführer schlägt ein😀. Endlich kommt Action auf, denn so bekommen wir alle 5 Motive in rd. 5 Minuten zu sehen. Ein herzliches Dankeschön unbekannterweise an beide o.g. Personen:-).

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Nächster Programmpunkt gleich um die Ecke. Am Marlene-Dietrich-Platz stehen die „Angels of Freedom“, bei denen man sich selbst einen Heiligenschein (beleuchteter Ring an Engelflügel) aufsetzen kann. Für eine Reihe von Besuchern die Gelegenheit sich gegenseitig zu fotografieren, auch ich kann jemanden glücklich machen, dieses mal aber nicht in Englisch😉. Fast schon wieder 23.00 Uhr, also auf dem Rückweg noch einen Abstecher zur US Botschaft, die sich mit einem Glückwunsch zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung auch am Festival of Lights beteiligt. Danach Feierabend, ich bin hundemüde und ein bisschen durchgefroren.

MadameTussauds (I)

Der Montag startet mit knapp über 0 Grad. Brrr … schlotter, da könnte ich ja erstmal eine Stunde oder zwei in einem Museum verbringen. Ich fahre zu Madame Tussauds und bin erschrocken, als ich die Warteschlange sehe. Was ich übersehen hatte, Madame Tussauds öffnet erst um 10.00 Uhr und das ist gerade als ich um die Ecke biege. Glück gehabt, nach 10 Min. Wartezeit bin ich an der Kasse und dank Welcome Card spare ich hier 25%. Statt 23,50 € (was ein stolzer Eintrittspreis für Erwachsene ist) zahle ich nur 17,63 €. Ja richtig, nicht 5,50 € oder 6,- € sondern genau 25% (= 5,87 €) werden mir erlassen. Auch bei Madame Tussauds war ich vor ein paar Jahren schon einmal und leider hat man auf meine Anfrage als Blogger nicht geantwortet. Zu den Kosten des Eintritts kann man übrigens locker weiteres Geld ausgeben, ein Begleitbuch an der Kasse, ein Bild im Trabbi gleich am Eingang und auch im weiteren Verlauf hier und da Fotomöglichkeiten.

MadameTussauds (II)

Ich verzichtete dankend auf alle Angebote und auch vom Merchandiseshop lasse ich mich nicht verführen. Ob es sich lohnt. Ich würde sagen ja. Nach dem Thema Geschichte (mit z.B. W. Brandt, K. Adenauer, K. Wowereit, G. Schröder, A. Merkel aber auch E. Honecker oder W. Ulbricht) folgt ein Stockwerk höher das Thema Film und Musik. In der Sportabteilung treffe ich F. Beckenbauer, S. Graf, B. Becker, D. Nowitzki oder M. Neuer, um nur einige zu nennen, und in der TV Abteilung laufen einem z.B. Th. Gottschalk, H. Kerkeling oder B. Schöneberger (die übrigens sehr gut getroffen wurde) über den Weg. Im hinteren Teil dann Stars wie M. Jackson, E. Presley, Beatles, Madonna, B. Spears, H. Fischer, K. Perry und M. Cyrus im sehr knappen Body😉. Im Untergeschoss folgen schließlich die Stars der Star Wars Serie incl. Meister Yoda.

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Danach sagte mein Notizzettel, geh doch mal ins belgische Viertel. Hierüber habe ich irgendwann mal etwas interessantes gelesen. Leider hatte ich vergessen was und wenn ich ehrlich bin, das belgische Viertel war auch „nur“ ein Wohnviertel mit vielen alten Häusern. Immerhin war mittlerweile die Sonne wieder da und daher habe ich die Herbstsonne an diesem Nachmittag im Regierungsviertel genossen. Leider gab es hier kein freies WLAN, dafür aber an verschiedenen anderen Stellen der Hauptstadt. Wenn ihr mal unterwegs seid, ladet euch die App Vodafone WIFI Finder (früher Kabel Deutschland WIFI Finder) herunter. An den jeweiligen Hotspots gibt es 30 Min. kostenloses WIFI pro Tag ohne weitere Anmeldung. Ihr müßt lediglich 1 x die AGB bestätigen.

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Der dritte Abend startet dieses Mal an der Oberbaumbrücke. Die war damals (2008) sehr schön beleuchtet, dieses Jahr wurden ein paar Herzen auf die Brücke projiziert. Allerdings aus ca. 400 Meter Entfernung per Laserstrahl und die Fotomöglichkeiten hielten sich mangels anderer Lichter auf der Brücke doch arg in Grenzen. Die Brücke war … na sagen wir mal etwas sparsam. Da kamen in umgekehrter Richtung, mit Blick auf den Laserstrahl, doch tatsächlich interessantere Bilder bei raus😮.

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Der Rückweg in die Stadt führte mich über den Alexanderplatz vorbei am beleuchteten Fernsehturm und noch einmal zum Start am Gendarmenmarkt und an den Bebelplatz. Der dritte Abend endete allerdings etwas früher, denn mir ar****kalt. Kurz vor der Abreise, hatte sich die Sonne am Dienstag leider aus Berlin verabschiedet. Ich habe nochmal den Mauerpark und die Gegend rund um den Stadtteil Prenzlauer Berg besucht. Beides liegt wie mein Hotel an der U-Bahnlinie U2, bloß keine ungeplanten Probleme durch ausgefallene U-Bahnen o.ä. riskieren. Da bin ich Schisser😉.

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Während mancher lieber in die Auslagen von Geschäften oder Cafes guckt, wandert mein Blick eher mal nach oben. Ich bewundere gerne Häuser und Hausfassaden, denn die Fassaden zwischen Eberswalder-/Bornholmer Str. und Schönhauser Allee könnten kaum unterschiedlicher sein. Hier ein nagelneu renoviertes Objekt, gleich gegenüber ein Haus, bei dem ich Angst hätte den Balkon unfallfrei zu betreten. So ist Berlin. Während ich noch nach oben gucke fallen die ersten Regentropfen. Somit endet hier mein Berlin Trip.

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Mehr Bilder als in den Blog passen gibt es wieder bei Flickr und Google Fotos und wer jetzt meint, einige Bilder wären etwas schief, der hat völlig Recht, aber nicht jeder kann im genauen 90 Grad Winkel zum fotografierenden Objekt stehen und da fehlt mir dann und wann schon mal der Horizont. Ich habe versucht das eine oder andere Bild im Nachhinein nochmal auszurichten, aber schief ist ja bekanntlich modern😉.

Noch Fragen oder Anmerkungen? Dann bitte dafür die Kommentarfunktion nutzen. Du hast den 1. Teil von „Berlin leuchtet bei Nacht“ verpaßt? Dann bitte hier entlang.

Berlin leuchtet bei Nacht (I)

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Als ich im Jahr 2004 zum ersten Mal in Berlin war, fand ich die Stadt überwältigend, an jeder Straßenecke was anderes sehen, U-Bahn + S-Bahn alle paar Minuten, Fotolocations soviel, daß ich bei einem der ersten Aufenthalte einen ganzen Abend nur in U-Bahnstationen zugebracht habe:-). Ich fand Berlin geil. Und ich finde es es immer noch, aber nachdem ich ein Dutzend Mal da war, hat sich das alles etwas relativiert, denn Berlin ist halt unsere Hauptstadt. Dieses Mal habe ich mir z.B. genau das Wochenende für einen Besuch ausgesucht, an dem rund 150.000 Menschen gegen TTIP demonstrierten.
Dadurch war der Hauptbahnhof vom S-Bahnverkehr abgeschnitten und ich in gewisser Weise froh, daß der ICE 45 Min. Verspätung hatte. Dafür habe ich den Twitter Dienst der Berliner Verkehrsbetriebe (Bus, Tram, U-Bahn) als flotten Antworter erlebt, denn die weiteren Reisemöglichkeiten kamen in wenigen Minuten auf ’s Handy. Auch die Information, daß die S-Bahn kurz vor meiner Ankunft doch wieder am Hauptbahnhof hielt, kam auf dem Weg. Übrigens habe ich zwischen Sitzen des ICEs eine richtige Steckdose entdeckt. War die schon immer dort😮 ? Ist mir noch nie aufgefallen.

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Vermutlich bin ich noch nie an einem Samstag angereist, denn auch im ausgewählten Hotel „Großer Kurfürst“ gab es dieses Mal nur ein Einzelzimmer mit ebenerdiger Dusche und Haltegriffen am Klo. Wehe ihr munkelt jetzt etwas von wegen Alter und so:-). Ich vermute es lag eher daran, daß das Hotel auch ausgebucht war. Draußen schien die Sonne, also Koffer ins Zimmer, kurz ein paar Sachen zusammengesucht und los. Visit Berlin hatte mich mit der Welcome Card ausgestattet, die mir freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln für 3 Tage und Rabatte bei (theoretisch) 190 Partnern ermöglichte. Dafür auf diesem Weg nochmal vielen Dank. Mein erster Weg führte mich in Richtung Potsdamer Platz und von dort weiter in Richtung Brandenburger Tor, um schon mal Ausschau zu halten, wo am Abend das Festival of Lights bzw. Berlin leuchtet veranstaltet wurde.

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Wie ich euch hier schon schrieb, findet das Festival of lights seit einigen Jahren in jedem Oktober statt und parallel dazu lief in diesem Jahr zum dritten Mal Berlin leuchtet. Mein erster Besuch beim Festival of lights fand 2008 statt, so daß ich auf eine Neuauflage gespannt war. Leider kam aber auch der kälteste Herbst seit langem dazu. Während die Nachmittagssonne noch wärmte, war am Abend Mütze, Schal und Winterjacke Pflicht. Um 19.00 Uhr war es dunkel genug um in die Fotosession zu starten. Meine Reise startete zwei U-Bahnstationen von meinem Hotel entfernt am Gendarmenmarkt. Ich merkte gleich, es war irgendwie anders, schön aber anders.

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Bei meinem letzten Besuch wurden verschiedene Gebäude und die Straße „Unter den Linden“ in bunten Farben beleuchtet. Das war dieses Mal etwas anders. Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt wurde mit Bildern angestrahlt und der Deutsche und der Französische Dom mit jeweils passenden Farben beleuchtet. Da die ersten Bilder nur so mäßig spannend waren, bin ich weiter zum Hotel de Rome am Bebelplatz. Jetzt wurde es langsam interessant, denn hier regierten die Farben. Die alte Bibliothek und die Humboldt Universität wurden herrlich bunt und fototauglich hell beleuchtet, die alte Bibliothek glich einer überlebensgroßen Kommode aus dem Kinderzimmer. Der Knaller war jedoch die Videoshow auf dem Hotel de Rome. Hier wechselten die Fronten im Sekundentakt von grün zu rot, dann bricht ein Drache durch die Wand, die Front zerbröselt, macht den Eindruck als wäre Feuer ausgebrochen und baute sich im 3D Effekt wieder neu auf. Wenn die Kälte nicht langsam hochgekrochen wäre, hätte ich dort noch Stunden stehen können.

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Es ging weiter zum Palais am Festungsgraben und zum Berliner Dom, wo sich der Fußgängerverkehr regelrecht staute. Achtung bitte laufen Sie rechts, überholen Sie nicht und rechnen Sie mit zusätzlichen Zeitaufwand von ca. 10 Minuten😉. Für das Palais am Festungsgraben ist es etwas schwierig zu fotografieren, weil man auf Grund von Bäumen nicht weit genug weg vom Gebäude stehen kann. Um so mehr Platz gibt es dafür am Berliner Dom. Dort, wo es sich die Menschen bei Sonne auf den Liegewiesen gemütlich machen, standen jetzt die Fotografen, um die 12 unterschiedlichen Motive abzulichten. Der Berliner Dom ist immer das Highlight unter allen Objekten. Solltet ihr beim Festival of Lights bzw. bei Berlin leuchtet mal in Berlin sein, hier müßt ihr herkommen. Apropos Berliner Dom, wenn ich in Berlin bin, fühle ich mich immer ein bisschen englischdenkend. In diversen Sprachen könnte ich fast zum Fremdenführer mutieren😉. Fährt diese S-Bahn nach Charlottenburg, komme ich von hier zum Ostbahnhof oder eben wie komme ich denn zum Berliner Dom. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft gegeben, nur den Unterschied zwischen der S7 und der S75 konnte ich aus dem Stegreif auch nicht erklären😉.

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Müde? Ja, ein bisschen, aber die kalte Luft hält einen wach😀. Weiter geht’s mit der U-Bahn über den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Dort lief in diesem Jahr eine rd. 25 minütige Videokunstproduktion unter dem Namen „NEW DIMENSIONS“, bei der 6 Teams aus verschiedenen Ländern das Brandenburger Tor bespielt haben. Auch eine absolut sehenswerte Show. Bewegte Bilder dazu gibt es hier zu sehen. Klickt unbedingt mal rein. Mein Abend endete schließlich am größten Kartenspiel, welches am Potsdamer Platz stand. Der Sonntag startete dann mit Wartezeit am Frühstücksbuffet, mehr dazu erzähle ich euch aber morgen im zweiten Teil von „Berlin leuchtet bei Nacht“. Bis dahin gibt’s auch (mehr) Bilder bei Flickr und Google Fotos.

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Jetzt ist auch der 2. Teil online, klickt doch mal hier

Berlin im Lichterglanz – Festival of lights

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In diesem Jahr habe ich mir nochmal etwas besonderes vorgenommen. Wer schon etwas länger hier im Blog mitliest, weiß, daß ich in den letzten Jahren, jeweils im Februar/März, das Parkleuchten im Essener Grugapark besucht habe. Aber was ist schon das Leuchten im Park, wenn eine ganze Stadt leuchten kann. Vor einigen Jahren, es müßte 2008 gewesen sein, war ich aus beruflichen Gründen in Berlin und hatte dort das Vergnügen die XXL Leuchtversion miterleben zu dürfen. Es nannte sich „Festival of lights“ und lief dort 10 Tage in der ganzen Stadt (Bilder von damals, noch mit meiner ersten DigiCam einer Canon PowerShot S40 und ohne Stativ, gibt es hier). Auch in meinem frisch eröffneten Blog habe ich seinerzeit davon berichtet.

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Danach fand das „Festival of lights“ in jedem Jahr wieder statt und jedes Jahr dachte ich, ich müßte mal wieder dabei sein. Für dieses Jahr habe ich mir im Oktober nochmal 3 Tage reserviert, um die mittlerweile 11. Auflage dieses tollen Festivals in Berlin zu besuchen. Von ca. 19.00 Uhr bis Mitternacht sind jeden Abend diverse Gebäude, Wege, Straßen, Museen uvm. beleuchtet und das nicht nur in bunten Farben sondern mit Mustern und Bildern. Termin in diesem Jahr 09.-18. Oktober 2015.

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Wie ich erst vor kurzem gelesen habe, ist seit 2013 neben dem bereits bekannten „Festival of Lights„, mit „Berlin leuchtet“ ein zweites Lichterfest in Berlin dazugekommen. Dieses läuft sogar noch länger (weil es früher startet) und zur selben Zeit. Termin in diesem Jahr 02.-18. Oktober 2015. Auch hier wirbt der Veranstalter damit, daß Sehenswürdigkeiten und besondere Gebäude der Hauptstadt in besonderem Glanz erstrahlen. Das verspricht hoffentlich spannende Abende.

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Besuchen kann man die Lichtkunstwerke zu Fuß (selbst organisiert), aber auch per LightBikeTaxi (Fahrradtaxi), Bus, Kutsche, Schiff oder neu in 2015 per Guide of Light. Letzteres ist eine geführte Fußtour mit professionellen Darstellern, die in einem Hightech-Anzug aus hunderten LED Lichtobjekten stecken. Teinehmer bekommen zusätzlich ein über Funk programmiertes LED Lichtarmband an den eigenen Arm. Die organisierten Touren kosten natürlich Geld zw. 15,- € für den Guide of light und weit über 100,- € für 75 Minuten in einer Kutsche. Jetzt darf es nur nicht drei Abende am Stück regnen. Ich erwarte drei interessante, wenn auch anstrengende Abende, die ich durch entsprechend weniger Ausflüge am Tag kompensieren muß, ansonsten brauche ich nach dem Urlaub erstmal Urlaub😀. Ich hoffe die Fotoakkus halten durch😉.

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Nebenbei, falls ihr auch Interesse an einem Berlin Aufenthalt in dem o.g. Zeitraum habt, haltet euch ran. Als ich die Reise vor ca. 3 Monaten gebucht habe, gab es bei Bahnhit.de noch wesentlich günstigere Preise als jetzt und mein ausgewähltes Hotel wäre jetzt auch schon nicht mehr im Angebot, weil das Kontingent vermutlich ausgeschöpft ist. Aber vielleicht nutzt ihr ja CouchSurfing oder einfach ein anderes Hotel😉. Sagt Bescheid, falls ihr am zweiten Oktoberwochenende auch in Berlin seid.