1. Tag der Trinkhallen

Tag der Trinkhallen

LWL Industriemuseum Zeche Hannover

Wenn man mit einem Navigationsgerät reden könnte, würde sich vermutlich dieses Gespräch entwickeln. In 100 Metern rechts abbiegen. Navi bist du sicher? Los bieg ab, du hast die Straße doch selber vorgegeben. Hier rechts ist doch nur eine Art Schotterweg. Nicht zum ersten Mal hat die Feuerwehr PKW’s aus einsamen Waldwegen gerettet. Jetzt rechts abbiegen. O.k., ich biege ab und parke mein Auto ca. 100 Meter weiter. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits im LWL Industriemuseum der Zeche Hanover in Bochum, denn da läuft bis zum 25.09.2016 die Sonderausstellung „Revierkultur“ zur Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet. Auf dem Freigelände stehen (während der üblichen Öffnungszeiten) ca. 30 großformatige Bilder zum Thema Trinkhallen in den Jahren zwischen 1960 und 2007.

Tag der Trinkhallen1

Erzbahnbude (Gelsenkirchen)

Sowohl in Dauer als auch Umfang gerade richtig als Einstimmung für den „1. Tag der Trinkhallen„. Das erinnert mich wieder daran, wie ich als kleiner Steppke mein Eis & Co. anne Bude gekauft habe. Mitte April erzählte ich euch von meinen Kindheitserinnerungen. Jetzt aber zur ersten Trinkhalle, die beim „1. Tag der Trinkhallen“ mitmacht. Nicht weit entfernt von der Zeche Hannover verläuft die Erzbahntrasse, ein Radweg auf einer alten Bahntrasse, die ich 2012 auch mal abgefahren habe. Da wo verschiedene Radwege zusammenkommen, steht die Erzbahnbude. Wer wird da schon hinkommen? Ich hatte ehrlich gesagt im Vorfeld ein bisschen Angst, daß ich alleine da anne Bude stehe. Aber Pustekuchen, wie bei der Extraschicht kommen die Ruhris, wenn man sie ruft.

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Ich parkte wie erwähnt auf einem Feld-/Schotterweg. Wird schon richtig sein und tatsächlich keine 300 Meter Fußweg und ich war vor Ort. Von wegen alleine, es war proppevoll bei Holger an der Bude. Von einer kleinen Bühne am gemieteten Transporter erklang bereits vor 16.00 Uhr Musik, der Grill lief bereits (erstmal ’ne Wurst essen) und dann begann der Koch den 1. Gang des Budenmenüs zu zaubern. Ein gekochter Schaum aus Salzstangen und Bier, dazu saures Gemüse. Ein Quiz zum Erkennen von Biermarken u.ä. kleine Spiele entschieden, wer den 1. Gang probieren durfte. Die Sonne war endlich da, KugelPudel verkaufte Eis und der Platz war so voll, daß die Räder kaum mehr durchkamen. Ein schöner Einstieg, aber nach einer knappen Stunde entschied ich mich zur nächsten Bude zu fahren.

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Stephans Bude (Essen)

Wenige 100 Meter entfernt gab’s die Bunte Tüte an der Bergmannstraße (ebenfalls der Würstchengrill, Fußballkicker und Fußball aus dem Radio). Hier hatte ich jedoch mehr den Eindruck eines Nachbarschaftsfests. Also gleich weiter zur nächsten Station. Ein Abstecher in Essen auf die Rüttenscheider Str. (kurz auf die Rü, auf der ich übrigens bisher auch noch nie war). Das Ruhrgebiet ist groß, von der Stadtgrenze Bochum / Gelsenkirchen sind es rd. 20 Minuten. Das Navi sagt rechts abbiegen. Das kenne ich ja schon, dieses Mal ist es zum Glück ein Parkplatz. Gebühren nur bis 16.00 Uhr und noch Plätze frei🙂. Schon von dort hörte ich die Musik der Otumfuo Band. Mitreißende Trommelmusik gepaart mit zwei Tänzerinnen und einem Tänzer sowie einem Akrobaten auf Stelzen.

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Stephans Bude liegt gleich am U-Bahn Ausgang und ist dicht umlagert. Der Rhythmus reißt einen gleich mit und der Bürgersteig ist vorsichtshalber durch eine Absperrung von der Straße getrennt. Die Otumfuo Band kommt ursprünglich aus Ghana und spielt traditionelle westafrikanische Trommelmusik. Auf den Zuschauerplätzen sitzen farbige Leute, die animiert werden mitzumachen. Ob sie dazugehören? Ich weiß es nicht. Die Stimmung ist gut und in Stephans Bude brummt das Geschäft. Ich bleibe bis die Band nach einer 1/4 Stunde eine wohlverdiente Pause einlegt.

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Oli’s Büdchen (Oberhausen)

Jetzt geht es in meinen Geburtsort Oberhausen. Hier habe ich mir Oli’s Büdchen am Ebertbad (Grillostraße) ausgesucht. Es soll Kabarett und Kleinkunst geben und schon von weitem sehe ich auch hier, daß Ruhris sich den Besuch anne Bude nicht zweimal sagen lassen. Heute darf man das Bier auch trinken, wenn man nicht, wie durch ein Schild verkündet, daß es so nur in Deutschland geben kann, mindestens 15 Meter Abstand hält (normalerweise „bis zum Ende der 2. Bank im Park“😮 ). Die Besucher anne Bude stehen an, wie sonst nur die Schlange am Damen WC des Toilettenwagens. Unter den Zuschauern entdecke ich Gerburg Jahnke, die ihr vielleicht aus „Ladys Night“ kennt. Ganz ungezwungen mit Bierchen in der Hand🙂.

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Die Bühne betritt gerade Dagmar Schönleber. Die Kabarettistin und Liedermacherin aus Köln (aber wohnhaft im Rheinland) hält Mann und Frau wunderbar den Spiegel vor. Etwas später, ich habe mich mittlerweile auch mal anne Bude angestellt und eine bunte Tüte erstanden, folgt dann noch C.Heiland (ich kann nix für den Vornamen C.😉 vermutlich Christian) und sein Omichord. Das ist keine Anspielung auf seine Hose, sondern ein japanisches Kult-Instrument aus dem Hause Suzuki. Sein Programm steht unter dem Motto „10 Jahre Psychiater sind genug“ oder so ähnlich🙂.

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Zum Abschluß eine bunte Tüte

Mein Tag der Trinkhallen näherte sich dem Ende. Wettertechnisch konnte man sich nicht beklagen, T-Shirt Wetter selbst noch um 19.30 Uhr. Wie bei der Extraschicht ist der „1. Tag der Trinkhallen“ ein bisschen davon abhängig, was man an Programm mitbekommt. Mein Heimweg führte mich eigentlich noch an Rosis Stübchen in Duisburg vorbei, allerdings schien der Hauptakt das Ensemble Trifolie bereits beendet. Nun gut, kein Problem ich war eh etwas k.o. und bin zurück nach Krefeld. Wenn ihr eure Meinung über den „1. Tag der Trinkhallen“ loswerden wollt, klickt doch mal auf diese Umfrage.

2 Kommentare zu “1. Tag der Trinkhallen

  1. smartphoto78 sagt:

    Tolle Erinnerungen hab ich da…. Früher gabs immer ne Papiertüte mit Weingummi.

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