Haus Scheppen am Baldeneysee

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Was hat einen Motor, wird gerne am Wochenende ausgeführt und fühlt sich am Wasser zu Hause? Wie Motorboot, wie seid ihr denn drauf? Gemeint ist ein Motorrad an Haus Scheppen😉 ? Aber wartet, ich fange mal vorne an. Wenn ich das Wort „scheppen“ höre, denke ich als gebürtiger Ruhrgebietler umgangssprachlich ja erstmal an „schaufeln“, „schippen“ (z.B. Sand oder Kohle) oder „aufscheppen“ im Sinne von Teller füllen. Das Haus Scheppen hat damit natürlich nichts zu tun, denn hier geht es um einen ehemals adligen Lehnshof der Abtei Werden im Essener Stadtteil Fischlaken. Erster Lehnsherr war 1344 ein gewisser Gillburg von Scheppen. Heute ist hier nur noch eine Teilruine mit rechteckigem Grundriss, die von Wassergräben umgeben ist.

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Und was hat das jetzt mit Motorrad zu tun? Das ist so, vor der Ruine ist ein mehr oder weniger großer Parkplatz (fürs Navi Hardenbergufer 389) und dort ist der berühmte Motorradtreff von dem ich noch nie gehört hatte😀 . Ich war jetzt schon so oft am Baldeneysee, aber bisher meistens am Regattahaus unterhalb der Villa Hügel, letztes Jahr am ehemaligen Förderturm der Zeche Carl Funke oder an der Korte Klippe oberhalb des Sees, aber hier am Motorradtreff war ich ehrlich noch nie (vielleicht mal als Kind, dann kann ich mich aber nicht erinnern). Ich biege von der Bundesstraße 224 ab und die Straße wird schlagartig schmaler, die Schilder mahnen Tempo 30 an und als das letzte Wohnhaus hinter mir liegt, zeigen mir Schilder mit der Aufschrift „Verbot für Motorräder zw. 22.00 und 06.00 Uhr“, daß ich vermutlich auf dem richtigen Weg bin🙂 .

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Kurz bevor ich den Schiffsanleger der weißen Flotte erreiche, werde ich links auf einen größeren Parkplatz gelotst. Genau genommen sind es sogar zwei (sinniger Weise benannt in P1 und P2). Nur 100 Meter zu Fuß und ich stehe direkt am Wasser. Wir haben heute den 1. April, die Ausflugsschiffe der „Weißen Flotte“ parken noch etwa 300 Meter entfernt im Winterquartier. Vom Regattaturm bin ich im letzten Jahr fast schon mal bis hierher gelaufen, jetzt gehe ich den umgekehrten Weg. An der weißen Flotte und am Ruhrverband vorbei geht es aber erstmal etwas abseits des Ufers. Ich kehre um und nehme lieber die andere Richtung, denn ich möchte gerne ans Wasser. Trotz Sonnenschein bläst mir ein leicht kühler Wind entgegen. Der Förderturm der Zeche Carl Funke liegt gleich gegenüber.

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Am Schiffsanleger weisen Schilder darauf hin, daß das Füttern der Vögel zu unterlassen wäre. Eine ältere Damen biegt trotzdem mit einer gut gefüllten Brottüte um die Ecke und auch ein Kind sitzt am gesperrten Schiffsanleger und füttert die Enten. Die Mutter ruft den Jüngsten vom gesperrten Anleger weg „Komm her, gleich kommt die Polizei“, was wiederum einen Rentner dazu beflügelt die Mutter zu maßregeln, warum sie denn mit der Polizei drohe. Es entwickelt sich ein kleines Handgemenge, weil die Mutter für sich in Anspruch nimmt, ihrem Kind sagen zu dürfen was sie wolle. Ich zücke mein Handy und bin nahe dran die 110 zu wählen. „Handgemenge am Haus Scheppen und Kind füttert illegal die Vögel“😉 , aber die Situation beruhigt sich wieder.

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Ich ziehe es nun vor in die andere Richtung entlang des Wassers zu laufen und mir nebenbei noch die Endstation des Hespertalbahn anzusehen, die auf einer kleinen Anhöhe, oberhalb der ehemaligen Zeche Pörtingsiepen liegt. Der ausgehängte Fahrplan ist noch von 2015 und damit nicht mehr ganz aktuell. Zwei Drittel des Baldeneysees habe ich in den letzten Jahren schon kennen gelernt, irgendwann muß ich mir mal ein Fahrrad leihen und den gesamten Baldeneysee umrunden. Für heute habe ich jedoch genug gesehen, der Parkplatz hat sich noch weiter gefüllt, ich mache mich wieder auf den Rückweg.

Fotos gibt’s bei Flickr oder GooglePhotos (sollte auch ohne Google Konto funktionieren).

2 Kommentare zu “Haus Scheppen am Baldeneysee

  1. Schöne Bilder👍 und tolle Beschreibung😀 Der schwarze Schwan war bei uns unserem Besuch auch mein favorisierte Motiv

  2. Martin sagt:

    Haus Scheppen…..der wohl bekannteste Motorradtreff in der Region überhaupt denke ich. Ich bin da schon als Rotziger mit meiner 80’er zum Haus Scheppen geknattert, Pommes essen, Cola trinken und wieder weg. Und das ist schon fast ein halbes Jahrhundert her. Im Sommer, insbesondere an den Wochenenden, bekommst du da nicht mal mehr nen Parkplatz für dein Fahrrad. Wer es allerdings schafft, früh aufzustehen, der erlebt dort einen wirklich grandiosen Sonnenaufgang. Und du hast den See für dich alleine. Der frühe Vogel halt …. 😊

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