Halde Haniel – 1000 Gedanken im Kopf

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Der Blick ging noch einmal hinter auf den Förderturm der Zeche Prosper Haniel. Kaum zu glauben, irgendwo da unten sind die letzten Bergleute dabei Steinkohle zu fördern. 1960 waren es 146 Zechen, jetzt ist diese Zeche die letzte, welche noch bis 2018 Steinkohle im Ruhrgebiet fördert. Kein Steinwurf entfernt stehe ich am letzten Samstag mal wieder auf der Halde Haniel. Immer wenn ich hoch über dem Ruhrgebiet stehe, gehen mir 1000 Gedanken durch den Kopf. Geht es euch eigentlich auch so, daß ihr da, oder anderswo auf einer Halde, über so viele Dinge nachdenkt? Man lebt in den Tag, in die Woche, hat seine Termine und Verpflichtungen, geht meist früh aus dem Haus und kommt später wieder heim (oder umgekehrt je nach Job) und ehe man sich versehen hat, ist schon wieder ein Jahr rum.

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Nachdem ich euch letzte Woche von der neuen Ausstellung im Gasometer erzählt habe, war ich anschließend noch auf einen Abstecher zur Halde Haniel, an der Stadtgrenze zwischen Oberhausen und Bottrop. Ich mußte unbedingt sehen, was meine zweitliebste und gleichzeitig höchste Halde im Ruhrgebiet so macht🙂 . Den Tag davor hatte ich gemieden, denn Karfreitag ist hier immer viel los, wenn die Prozession entlang des Kreuzweges nach oben steigt. Außerdem hatte es an dem Freitag geregnet. Daß am Sonntag, also am Tag nach meinem Besuch, das Osterfeuer hier brennen sollte, war mir hingegen nicht so bewußt. Also war der Samstag genau der richtige Tag, auch wenn die Wege noch ein wenig durchgefeuchtet waren.

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Überhaupt Osterfeuer, ich muß gestehen, daß ich niemals an einem Osterfeuer teilgenommen habe, mir sogar die Tradition bis vor einigen Jahren gar nicht so bewußt war. Hier oben schon mal gar nicht, denn als ich 1990 aus Oberhausen wegzog, gab es die Installationen Holzkreuz (1992) und Totems (2002) auf der Halde noch gar nicht. Während ich also gedankenverloren da stehe, fragt mich jemand „Wo ist denn hier die Arena“ und als Ruhrgebietler (und Nichtfußballfan) dachte ich zuerst er meint Schalke und versuchte Gelsenkirchen zu orten. Erst als er etwas präzisiert und von der Arena auf der Halde spricht, verstehe ich die Frage😀 . Ich weise ihm den Weg zur Berg Arena (auch Amphitheater genannt) und überlege gleichzeitig, wann ich das letzte Mal hier oben war.

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Gefühlt konnte das noch nicht allzulange her sein, man möchte fast sagen „letztens“. Doch Moment, wie lange ist „letztens“ denn tatsächlich her? Beim Blick auf den Blogbeitrag „Halde Haniel“ vom letzten Mal (und die passenden Bilder) fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren von den Augen. Vor fast genau einem Jahr? Na kein Wunder, daß ich dringend mal wieder hoch mußte. Und was soll ich sagen, es war wie immer toll, denn hier oben kann man seinen Gedanken freien Lauf lassen, sich einfach mal den Kopf durchpusten lassen (was an der höchsten Stelle ganz normal ist) und über das letzte Jahr nachdenken.

2 Kommentare zu “Halde Haniel – 1000 Gedanken im Kopf

  1. smartphoto78 sagt:

    Her cool, da bin ich in der vergangenen Woche auch gewesen.
    Ein sehr schöner Ort

  2. vielweib sagt:

    Wie immer: Tolle Fotos hast Du gemacht.❤
    Ich war schon ewig nicht mehr auf einer Halde und sollte das bald mal nachholen (wenn ich Deine Bilder so sehe…) Bei dem weiten Blick kann man seinen Gedanken freien Lauf und mal so richtig treiben lassen.

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