Street-Food-Market “Schöner Alfred”

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Man könnte fast meinen, daß es vor diesem Wochenende nichts zu essen gab im Ruhrgebiet ;-), denn während das Street-Food-Festival in Duisburg am Samstag, trotz schlechten Wetters, bereits gut besucht war, gab es am Sonntag beim Street-Food-Market in Essen (“Schöner Alfred”) sogar Warteschlangen vor dem Eingang. Auf dem ehemaligen Thyssen-Krupp-Gelände an der Frohnhauser Straße 75, manchem dürfte vielleicht der Delta Musik Park bekannt sein (diese Info mußte ich mir aber auch erst einmal anlesen) bildete sich trotz Eintritt von 3,- € p.P. eine längere Schlange quer über den Parkplatz. Ob jetzt “Delta Musik Park” und “Schöner Alfred” gemeinsam dort beheimatet sind habe ich nicht so ganz verstanden, aber vielleicht kann mir das ein ortskundiger Essener mal via Kommentar unter diesem Beitrag erklären.

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Nach rd. 15 Minuten war man bis zur Kasse vorgerückt (am Nachmittag soll es auch schon mal etwas länger gedauert haben) und durfte nach kurzer Taschenkontrolle (keine eigenen Getränke) hinein zum “Schönen Alfred”. Für den Fall, daß es geregnet hätte, hätten dieses Mal die reinen “Zeltstände” den Vorteil gehabt, daß sie überdacht z.T. sogar im beheizten Inneren stehen durften, während die Foodtrucks auf dem Hof Ihre Waren anboten. Ich hatte ja das Vergnügen bereits einen Tag vorher einige Leckereien im Landschaftspark in Duisburg probieren zu können und die Frische der Waren muß auf jeden Fall honoriert werden, aber dennoch sind ein paar Preise diskussionswürdig. Der Oreo Cupcake kostete nach wie vor 3,50 € (war aber auch äußerst lecker) und auch Burger gab’s wie Vortags zw. 5,- und 8,- €. Die Portion Hühnchen in sehr sehr leckerer Erdnußsoße mit einem Klatsch Salat war aber für 4,50 € ein bisschen übersichtlich geraten. Der Nachtisch bestand dieses Mal aus einem Frozen Joghurt (pssst … eigentlich habe ich den zwischendurch gegessen :-) ) und auch er war ohne Einschränkung zu empfehlen.

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Auf dem Hof gab es eine lange Tischreihe, die es einem ermöglichte das Essen zwischendurch auch mal abzustellen, schließlich wollen auch Fotos gemacht werden, und wer sich länger aufhalten wollte (ich war mit Begleitung nur knapp 1 1/2 Stunden dort), der sollte, zumindest am Mittag, auch im beheizten Inneren noch einen Sitzplatz gefunden haben. Am frühen Abend las ich allerdings via Facebook, daß das Essen zum Teil bereits ausgegangen war. Da war der Andrang wohl unterschätzt worden. Hatte ich die Nudeln aus der “Wohnküche” erwähnt? Penne mit Zucchini, Zitronendingswassoße (genauen Namen leider vergessen), Hühnchen, Parmesan und Granatapfelkernen. Auch die waren super lecker :-D .

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Das Gelände selbst ist übrigens etwas verwinkelt und z.T. mit altem Kopfsteinpflaster ausgelegt, so daß man schon ein bisschen auf seine Füße achten mußte. Als Ausgleich dafür gab’s ausgefallene WC Beschilderungen. Lieber auf den Donnerbalken oder zur Lululatrine, ihr habt die Wahl ;-) . Last but not least, der nebenliegende Parkplatz war knapp bemessen, so daß die umliegenden Straßen gut beparkt wurden. Dieser Umstand war aber bereits vorab auf der Facebookseite erklärt worden. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. Der nächste Street-Food-Market soll am 10. Mai stattfinden, die weiteren Termine findet ihr hier (ohne Gewähr).

Street-Food-Festival im LaPaDu

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Ich meine letztens im Radio gehört zu haben, daß das, was wir als “Aprilwetter” bezeichnen in den Niederlanden “Märzwetter” heißt. Ich hoffe das stimmt liebe Niederländer, denn kaum hatte ich mich heute auf den Weg zum Street-Food-Festival nach Duisburg gemacht, da fing es derart an zu schütten, daß ich den Landschaftspark schon als Land_unter_Park gesehen habe. Glücklicherweise hatte ich mich entschlossen den großen Schirm mitzunehmen. Es gab nämlich lecker was zu essen, beim Stree-Food-Festival. Ein Teil der Stände hatte sich unter dem Glasdach versammelt, daß im Sommer auch für das Open Air Kino im LaPaDu genutzt wird. Diejenigen, die ihr Zelt / ihren Wagen im nicht überdachten Bereich hatten taten mir zu dem Zeitpunkt ein bisschen leid.

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Und was gab’s leckeres zu essen? Das kann man kaum alles aufzählen, denn die Auswahl war schon riesig. Etwas abenteuerlich war es mit dem Schirm zu hantieren und sich gleichzeitig die Finger nach den Köstlichkeiten zu lecken. Großes Plus, dieser Markt kostete keinen Eintritt, (wie manch anderer Markt) sondern man konnte ganz unbefangen probieren was immer einem in die Hände fiel. Ich wollte mich nicht satt essen, aber ein 1/2 Pasty von “The Tasty Pasty Company”, ein vegetarischer Oreo-Cupcake von “SchnellVeg” aus Düsseldorf und ein Hamburger aus dem “Snack’n Roll Food Truck” waren lecker und durchaus zu empfehlen. Zugegeben so etwas süßes frittiertes hätte mich auch interessiert, aber da nehme ich ja schon beim hingucken zu ;-) .

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Und als dann die Sonne für eine halbe Stunde rauskam, habe ich die gerade gefutterten Kalorien dadurch abtrainiert (habe ich mir zumindest eingeredet :-D ), daß ich noch einen Abstecher auf den Hochofen gemacht habe. Eigentlich dachte ich ja ich bekomme ein Foto von oben auf den Markt, war aber nicht wirklich so. Kaum wieder unten angekommen fielen auch schon wieder Tropfen aus den nächsten Märzwolken des ersten Frühlingswochenendes und für mich Zeit mich wieder auf den Rückweg zu machen.

Wie die Zeit vergeht – Back to the 80’s

Frühling

Letztens schrieb ich an dieser Stelle, daß ich so’n doofen Traum hatte, mit Erinnerung an alten Zeiten und so. Früher war alles … ne nicht besser, aber man erinnert sich halt so ab und zu dran. Manchmal werde ich gefragt, ob ich Probleme mit dem Alter hätte und wenn ich ehrlich bin … öhmmm … nein. Ist doch egal ob vorne eine Null und dahinter eine fünf steht oder umgekehrt :-) . Na gut, ich möchte nicht nochmal fünf sein, aber ich erinnere mich manchmal an die (nicht ganz so) alten Zeiten, wenn wieder mal so’ne Fernsehsendung unter dem Motto “Hits der 80’er” oder “Das war’n die 90’er” läuft. Das war doch gerade erst vorgestern, war es doch oder? Nicht …?

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Moment 90’er bis 2000 sind rd. 10 Jahre und jetzt haben wir 2015, das sind 15 Jahre plus … ooops … das ist 20-25 Jahre her. Und die 80’er nochmal 10 Jahre drauf? Aber die Musik, das war doch gerade … ich hab’ da noch eine Musikkassette … irgendwo :-) . Ey Moment, auf Vorspulen drücken ist doof. Hat keiner gedrückt? Dann sitze ich da und denke “Verdammt das darf doch nicht wahr sein, 30 Jahre ist das alles schon her”? Zur Sicherheit benutze ich meine Finger, um die Jahrzehnte abzuzählen, aber es bleiben zwischen 25 und 35 Jahre. Und weil sich wundern auch ein bisschen doof ist, bin ich manchmal über mich selbst verwundert, wenn ich mich wundere, daß Sängerinnen und Sänger mit Playback ihre Songs von damals in der Jetztzeit präsentieren und ganz überraschend auch 25-35 Jahre älter geworden sind. Mensch die war doch mal … weißte noch … ist das wirklich die oder der von damals?

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Letztens habe ich mich verleiten lassen eine Internet Suchmaschine nach verschiedenen Lebensabschnitten suchen zu lassen (wobei man bedenken muß, daß bis Mitte der 90’er Jahre “Internet” ja noch ein Fremdwort war). Die Firma in der ich meine Ausbildung gemacht habe ist längst fusioniert, die Kaserne in der ich meine Wehrdienstzeit verbracht habe ist, wie ich las, längst Geschichte und die Firma, in welcher der kaufmännische Leiter und der Firmenchef unterschiedlicher Meinung war, ob ich weiter dort arbeiten dürfte, wurde mittlerweile auch von einem anderen Unternehmen übernommen. Googelt ihr euch auch ab und zu durch euer bisheriges Leben? Manchmal würde ich gerne eine Zeitreise unternehmen, so wie Marty McFly in “Zurück in die Zukunft”, und nochmal gucken, wie das damals war. Im Oktober warte ich auf Marty McFly in der Jetztzeit, mit Hoverboard und selbstschnürenden Turnschuhen (Power Laces) :-) und dann machen wir ‘ne Party … back to the 80’s :-D .

P.S.: Wenn ihr der Meinung seid, ich hätte einen ziemlich wirren Blogbeitrag geschrieben, dann habt ihr Recht ;-) und wenn euch die Fotos dieses Blogposts gefallen, dann erzähle ich auch noch, daß diese heute im Botanischen Garten Krefeld entstanden sind.

Rockelsberghalde, 100 Schritte bis zum Rhein

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Es gibt ja diese Sonntage wo man unbedingt vor die Türe muß, weil einem die Decke auf den Kopf fällt, aber draußen ist’s usselig und dann gibt’s die Sonntage, da hat man eigentlich was zu tun, kann aber auf Grund des guten Wetters nicht drinnen bleiben. Letzten Sonntag stand ich vor diesem Dilemma, denn es war Frühling. Bloß nicht in übervolle Cafés oder auf überlaufene Promenaden. Stattdessen habe ich eine Halde besucht, ich war am Rhein und ich habe Modellflieger beobachtet. Ihr meint das wären ja gleich drei Dinge auf einmal? Jepp, und alle am gleichen Ort.

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Mal eine ganz neue Halde, so ohne Landmarke, fast unbekannt und auch fast unscheinbar. Zum Glück gibt es im allwissenden Internet Seiten wie z.B. Halden.Ruhr. Rockelsberghalde, wo soll die liegen? Linksrheinisch, fast vor meiner Haustüre? Niemals von gehört. Aber 20 Min. mit dem Auto, ich mache mich auf den Weg. Kaum abgestellt, höre ich bereits von weitem Motorengeräusche. Baumfällarbeiten? Motoradtreff? Flugplatz? Ja tatsächlich, aber der für die ganz Kleinen, für Modellflieger. Geschäftiges Schrauben und Werkeln wenige Meter vom Rhein entfernt.

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Die Rockelsberghalde liegt unweit des Rheinparks und damit zwangsläufig unweit des Rheins, nur auf der anderen Rheinseite in Duisburg-Rheinhausen. Ein Teil der riesengroßen Rheinwiese, die bei Hochwasser als Überflutungsfläche dient, ist abgesperrt und ausgeschildert für Modellflugzeugpiloten. Ganz schön was los für einen Sonntagmittag, aber ist ja auch schönes Wetter. Zieht das Modell des Motorflugzeus da gerade einen Modellsegelflieger hoch? In der Tat, wie im echten Leben. Ich gehe ein paar Schritte weiter und nehme den ersten Abzweig der bergan führt. Ausgeschildert ist die Halde nicht, aber zu übersehen ist sie auch nicht.

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Gut die Halde ist jetzt nicht riesig und auch nicht besonders hübsch, aber man hat einen Rundumblick über Duisburg. Während auf dem Rheindeich Familien und Hunde spazieren gingen, war ich auf der Halde alleine. Also zumindest an dem Tag, daß andere bereits oben waren, ist an den Müllresten zu sehen, den andere Dreckspatzen da oben haben liegenlassen. Kein Aussichtsturm, keine Achterbahn, kein Leuchtturm, kein Kiosk, kein Kaffee nur Schotter und Rundumblick und am Wegesrand wuchsen diese Pieksedinger. Also zurück und ca. 100 Schritte bis zum Rhein, während über mir die Modellflieger ihre Runden drehen. Ob ich die Halde und das Umfeld empfehlen würde? Na ja, für Hundefreunde und Fahrradfahrer, die auf dem Rheindeich spazierengehen/-fahren wollen ja, die Halde selbst ist eher unspektakulär. Aber nach dem Rundumblick kann man ja noch Schiffe gucken und wer will fährt noch rüber in den Rheinpark. (Fotos: Flickr / Google+)

Ruine Neue Isenburg und der bunte Strommast

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Was kann es schöneres geben, wenn die Sonne vom Himmel lacht und der Frühling um die Ecke guckt, als sich auf den Weg zu seiner “Heimlichen Liebe” zu begeben ;-) . Hi hi, getz abba ma im Ernst. Eigentlich wollte ich bereits im letzten Jahr zur Burgruine “Neue Isenburg” nach Essen, aber das Strumtief Ela stürzte im Juni 2014 u.a. das Waldgebiet im Essener Süden derart ins Chaos, daß dort lange Zeit kein Durchkommen mehr war. Bereits einmal war ich vergeblich auf der Suche nach einem kleinen Parkplatz in der Nähe der Heisinger Straße. Ein unscheinbarer Abzweig führt in den Drosselanger, aber meine heimliche Liebe war nicht in Sicht :-( . Dieses Mal wähle ich die Sackgasse namens Baldeney und erreiche tatsächlich den Parkplatz unweit des Cafés/Restaurants, das einige von euch unter dem Namen “Heimliche Liebe” kennen :-) .

Wald in Essen

Allem Anschein nach heißt aber nur noch das Hotel “Heimliche Liebe” und das Café/Restaurant heißt jetzt “Hüttenzauber“. Zitat der Webseite – “Wo, wenn nicht hier, erleben Sie die echte, unverfälschte Atmosphäre einer alpinen Almhütte”? – Öhm hüstel, eine Almhütte hoch oben im Ruhrgebiet, mitten in Essen? Aaaah ja?!? Egal, ich will ja nicht rein, sondern spazieren, immer schön entlang des Hangs mit Blick auf den Baldeneysee. Ihr könnt auch vom Haus Schellenberg (zwei Straßenecken weiter) starten oder vom Café/Restaurant Schwarze Lene (dazu gleich mehr). Ein schöner, leicht abschüssiger Waldweg, dem man die Folgen des Sturms noch immer ansieht, gibt immer wieder den Blick frei auf den tief unten liegenden See. Hier und da stehen noch ein paar Bäume schief oder stehen Wurzeln aus dem Boden. Ab und an knarzen die stehen gebliebenen Reste. Was der Wind für eine Kraft entfaltet haben muß.

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Nach ca. 15-20 Minuten komme ich an eine Weggabelung. Rechts Neue Isenburg 0,4 km, links auch Neue Isenburg 0,1 km. Ich wähle zunächst die 0,1 km stehe aber vor einem Wohnhaus und bin verwirrt. Gut dann eben die 0,4 km. Ich umwandere die komplette Burgruine. Öhm … jetzt möchte ich aber auch mal rein. Sollte ich den falschen Weg gewählt haben? Hinter einer Kurve taucht das Café/Restaurant “Schwarze Lene” auf, bis zu dem man sogar mit dem Auto fahren kann. Von hier sind es abermals 0,1 km bis zur Neuen Isenburg. Jetzt aber, ich biege in den Weg ab und … vermutlich ist dies der einzige im Umkreis von 50 km, der noch nicht vom Sturm geräumt war. Also gings ans Klettern, rauf auf den Baumstamm, rüber, wieder runter, der Boden ist matschig. Ich sehe mich und die Kamera schon im Modder, schaffe es aber irgendwie doch wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Ich finde (irgendwann) überall hin, aber gib mir die 50/50 Chance, ich wähle instinktiv den komplizierteren Weg ;-) . Nach weiteren 100 Metern stand ich dieses Mal hinter o.g. Wohnhaus *grrmmff*.

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Guck einer an, nachdem ich den Ruine einmal umrundet habe komme ich zum Eingang, schreite über die renovierte Brücke und komme auf den Burghof. Rechts geht die Treppe in den großen Saal. Ich öffne erstmal das Fenster und laß die Sonne rein. In der Ferne der Sendemast des Senders Langenberg, ganz unten winzig kleine Segelboote. Ich rufe nach dem Buttler, aber keiner erscheint. Burgservice ist auch nicht mehr was er mal war ;-) . Auf dem Rückweg stolpert mir in der Kurve, in der ich erstmals die “Schwarze Lene” erblicken konnte eine junge Dame mit Hund aus dem Unterholz entgegen *knister_knack_huch* und empfielt mir spontan, dort zwecks guter Fotos auch mal hinzustolpern. Man erreicht einen Felsvorsprung mit toller Aussicht aber auch ohne jegliche Sicherung. Also eher etwas für Lebensmüde ohne Höhenangst (wie mich) ;-) . Ich schieße ein paar Schnappschüsse und krabble auf den Hauptweg zurück. Nach weiteren 10-15 Minuten bin ich dann wieder am Ausgangspunkt.

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Ebenfalls vor längerem habe ich dem berühmten bunten Strommast an der Ruhr mal meine Aufwartung machen wollen. Einmal in der Gegend könnte ich also mal Ausschau danach halten. Nun mußte ich erstmal mein Navi davon überzeugen, daß die Straße “Wichteltal” (welch hübscher Name), an welcher der Mast steht, nur ein Fuß-/Radweg ist und zweitens, daß ich im ersten Anlauf am falschen Ende des Weges stehe. Aber nachdem ich ein wenig rumgeeiert bin, treffe ich mit der Mönckhoffstraße Ecke Wichteltal eine gute Ausgangsposition. 10 Min. laufe ich bis hinunter an die Ruhr und habe noch ein paar hübsche Fotos gemacht. Gut zu wissen, von hier kommt also der bunte Strom ;-) . Die letztgenannten und weitere Fotos der Neuen Isenburg könnt ihr euch wieder bei Flickr und bei Google+ ansehen.

Ein Schwank aus meinem Leben

Telefon1Der heutige Blogbeitrag wartet schon 2 Wochen auf Veröffentlichung und beginnt zunächst mit einer Frage. Warum gräbt unser Gehirn manchmal in der Mottenkiste nach verschollenen Gedanken? Plötzlich erinnere ich mich wieder an Dinge, von denen ich seit Jahren nicht mal mehr wußte, daß dieser Gedanke noch in meinem Gedächtniskeller schlummert. Warum tut unser Gedächtnis das? Ich weiß wirklich nicht, wie ich darauf kam, aber letztens fiel mir ein, wie ich das erste Mal selber telefonieren durfte. Heute ist es für uns und unsere Kinder selbstverständlich, daß man telefonieren kann. Fast jeder hat heute einen Festnetzanschluß (nennen wir ihn mal so, auch wenn er technisch übers Kabelnetz oder das Internet ins Haus kommt) und die ersten haben sogar schon wieder keinen Festnetzanschluß mehr, weil sie rund um die Uhr mit dem Handy telefonieren.

In meiner Grundschulklasse hatte ich einen Klassenkameraden mit dem ich Sammelbilder getauscht habe. Ich erinnere mich nicht mehr um was es da genau ging, vermutlich waren es Fußballbildchen, die heute längst wieder von Regenwürmern zu Humus verwandelt wurden, aber er hatte eine Reihe davon doppelt (Bilder nicht Regenwürmer) und wollte sie mir mitbringen. Er erzählte mir aber an jenem Tag, daß er bald umziehen und die Schule wechseln würde, höchste Zeit also, daß er mir die Bilder mitbringt. Um ihn nochmal zu erinnern mußte ich ihn anrufen. Nun war es damals noch so, daß ich im Grundschulalter zum Telefonieren in die Telefonzelle oder zu meiner Oma gehen mußte, weil meine Eltern noch keinen Telefonanschluß hatten. Ja, in den frühern 70’ern war das noch so. Ich marschierte also eines Nachmittags zu Oma und Opa, klingelte und bat darum ein Telefonat führen zu dürfen. Ich stellte mich an diesen hellgrauen Aparillo und benutzte die Wählscheibe :-o . Ich wußte wie das ging, hatte aber keinen Plan, wie man sich beim Telefonieren verhält. Ich weiß, viele wissen das heute auch noch nicht (oder nicht mehr), aber sinnvollerweise meldet man sich mit seinem Namen und verlangt dann den entsprechenden Gesprächspartner.

Telefon2Ich wählte also die Nummer des Schulfreundes und es klingelte. Ans Telefon ging, huch welche Überraschung, aber nicht er selbst, sondern seine Schwester. Anstatt sich ordentlich zu melden, sagte ich nur “Bringst du mir die Bilder morgen mit”? Die Schwester ahnte vermutlich um was es ging, antwortete sowas wie “Ich werde es ausrichten” und schwupps war das Gespräch auch schon wieder beendet. Ich weiß heute noch, daß meine Oma fragte, ob ich mit meinem Klassenkameraden gesprochen und mich auch mit meinem Namen gemeldet hätte. Ich mußte bedauerlicherweise beides verneinen. Hätte sie das nicht vorher fragen können :-D ? Trotz des etwas verunglückten Telefonats bekam ich meines Wissens am nächsten Tag die erwarteten Bildchen.

Jetzt mal ehrlich, warum habe ich mich an diesen alten Kram plötzlich wieder erinnert? Vielleicht, weil meine Eltern irgendwann ihren eigenen Telefonanschluß bekamen und ich letztens darüber nachgedacht habe, daß ich deren Rufnummer als eine der wenigen Nummern schlafwandlerisch auswendig kann? Die Nummer hat sich nämlich seit über 40 Jahren nicht geändert.

Damals waren die Leitungen knapp und man mußte schon mal warten, bis der Telefonanschluß geschaltet wurde. Dann, von einem Tag auf den anderen, stand der Techniker der Deutschen Post(!) vor der Türe. Der Anschluß war ruck zuck gelegt und nach ein paar Tagen merkten wir auch warum plötzlich alles so schnell ging. Die Rufnummer gehörte zu einem abgemeldeten Anschluß einer Kneipe, die ein paar Straßen entfernt wohl ihr Geschäftsleben eingestellt hatte. In den nächsten Tagen klingelte das Telefon immer wieder mal und irgendjemand wollte, Hans und Franz oder einmal sogar Hinkebein sprechen :-D . Das führte im Familienkreis immer wieder zu Lachanfällen.

Telefon3- Wußtet ihr, daß wenn man in den 70’ern als Anrufer das Gespräch nicht beendete, die Verbindung bestehen blieb und der Angerufene trotz zwischenzeitlichen Auflegens trotzdem weiter mit euch verbunden war?
– Wußtet ihr, daß man früher zufällig auch schon mal in fremde Gespräche reinhören konnte, wenn es zu einer Fehlschaltung kam?
– Wußtet ihr, daß die erste selbstwählbare Verbindung ins Ausland am 03.09.1955 eingerichtet wurde und sich die flächendeckende Einführung des Selbstwähldienstes noch bis 1966 hinzog (der Vollausbau in Westdeutschland sogar erst 1972 erreicht wurde, in einigen ländlichen Ortsnetzen in Ostdeutschland erst Ende der 1980er Jahre)?

Seht ihr, jetzt habt ihr sogar noch etwas gelernt, ich fürchte es hilft euch im Leben aber auch nicht weiter, es sei denn die Frage kommt demnächst im “Quizduell” oder bei “Wer wird Millionär” ;-) . Ich geh derweil mal wieder im Gedächtniskeller stöbern.

Neulich im Zoo Krefeld

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Tja, was soll ich sagen, Tierfotografie ist ein schwieriges Unterfangen, aber wie ich schon im Januar sagte, werde ich dieses Jahr mal häufiger den kleinen aber feinen Krefelder Zoo besuchen. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Auch wenn er nicht mit Duisburg oder Gelsenkirchen vergleichbar ist, man kann ihn gut für einen gemütlichen Spaziergang nutzen und zu sehen gibt’s fast immer was. Wer Geduld und Zeit für Tierbeobachtungen hat, verbringt auch schon mal schnell 4 Stunden dort ohne sich zu langweilen.

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Das Geld ist natürlich knapp und trotzdem hat der Zoo in den letzten Jahren einiges für seine Besucher getan. Neben dem Gorillagarten, der im Jahr 2012 eröffnet wurde, kam 2014 das neue Pinguingehege dazu. Hier führt ein Weg den Besucher mitten durch das Gehege bzw. die Freiflughalle, in der neben den Pinguinen auch noch Seeschwalben leben (Achtung Tiefflug ;-) ) und wer die Pinguine mal in ihrem Element erleben möchte, eine große Panoramascheibe gibt den Blick unter Wasser frei. Im Frühjahr (d.J. am 28. März) eröffnet dann auch der Schmetterlingsdschungel wieder seine Türen.

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Ab heute (1. März) ist der Zoo dann auch wieder bis 18.00 Uhr geöffnet und mit 10,50 € (Kinder 5,50 €) zählt der Zoo auch noch zu den günstigeren seiner Art. Einziges Handicap, der Zoo hat nur eine Kasse, so daß sich an sonnigen Tagen schon mal ein kleiner Stau ergibt. Aber nicht verzagen, es lohnt sich anzustehen und mit der Jahreskarte kann man sich i.d.R. auch an der Schlange vorbeimogeln, kurz vorzeigen reicht dank Lichtbild aus. Ach ja, wer (Achtung Wortspiel :-D ) nur mal schnuppern möchte, ab einer Stunde vor Schließung der Tierhäuser (im Sommer also 16.30 Uhr) kostet der Eintritt nur noch 5,- € (2,50 €). Zeit für einen kleinen Feierabendspaziergang.

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