Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet

Seit letzer Woche läuft eine neue Ausstellung in der Zeche Hannover in Bochum. Titel: “Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet” (5.4.-7.9.2014).

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Ich bin mir nicht sicher, aber manchmal habe ich das Gefühl, ich habe in meiner Jugend irgendetwas verpaßt. Jedes Jahrzehnt hatte ihre Jugendkultur. Studentenrevolte in den 60′ern, Discozeitalter in den 70′ern, Hausbesetzer und Punkszene in den 80′ern, nicht nur in Berlin, auch im Ruhrgebiet (z.B. in Bochum oder Dortmund), Graffiti und Techno in den 90′ern oder Steampunk ist heute noch aktuell. Bei keiner dieser Jugendbewegungen habe ich bewußt mitgemacht, zu keiner dieser Bewegungen kann ich mich wirklich zugehörig zählen. Vielleicht, weil ich mich niemals an irgendeine Mode anpassen wollte. Vielleicht weil ich lieber mein eigenes Ding gemacht habe.

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Die kleine aber feine Ausstellung zeigt jedenfalls an Hand von Bildern, Erzählungen und Alltagsgegenständen die Geschichte der Subkulturen des letzten Jahrhunderts. Die jüngste Bewegung “Steampunk” war mir nicht mal bekannt. Als ich das per Instagram schrieb, schrieb mir Haydee von Zauberhaft Wohnen, daß ich doch mal googeln möge. Habe ich getan und ganz tolle Bilder gefunden. Eines betrifft z.B. das Ausstellungsstück “Uhl`scher Kalkulator” (Laptop kann jeder ;-) ) und daß man einen USB Stick mit einem Wasserhahn versieht, damit die Daten fließen versteht sich von selbst :-D .

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Wenn ihr Zeit habt, schaut mal rein in Bochum, es gibt einige Termine mit Führungen durch die Ausstellung, einen Rap-Workshop oder am 22.5. (Do.) um 19 Uhr einen kostenfreien Filmabend: “Die Halbstarken” (mit Getränken und Snacks der 1950er Jahre). Eintritt in die Ausstellung ist, bis auf eine paar Sondertermine, übrigens frei. Achtet auf die begrenzten Öffnungszeiten der Zeche Hannover!

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Bilder wie (fast) immer im Ruhr2014 Album bei Google+ und bei Flickr.

Oldtimer auf Zollverein 2014

Es ist Sonntag früh, für den Vormittag ist noch Sonne angesagt, also mache ich mich frühzeitig auf den Weg nach Essen. Wie in den letzten Jahren, gibt es auch 2014 wieder Oldtimertreffen auf der Kokerei Zollverein. Ich mag es Sonntagmorgens auf der fast leeren Autobahn zu fahren. Auf dem Weg zur Kokerei stand schon eine kleine Schlange von Autos vor dem Eingang. Ein eindeutiges Zeichen, daß der Andrang mehr als groß sein dürfte. Und so war es auch, der Platz rund um die Kokerei war bereits kurz vor 11.00 Uhr gut gefüllt.

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Mein Weg vom Haupteingang in Richtung Kokerei wurde jäh gebremst, als ich sah, daß vor der Kokerei Bauarbeiten stattfinden und der Weg vom Schwimmbad aufwärts (“Blaue Allee”) an der ersten Kreuzung abgeriegelt war. Ebenso waren die Wiesen unterhalb der Kokerei mit Bauzäunen verstellt. Hätte ich mal auf der Homepage nachgeguckt, hätte ich diese Info gefunden “Auf Grund von Schäden an Bandbrücken und Schornsteinen ist die “blaue Allee” zum größten Teil bis auf Weiteres gesperrt“. Mhmm … also zurück zum Hauptweg, auf dem sich der komplette Verkehr (Fußgänger und Oldtimer) mischte.

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Nun geht man zum Oldtimertreffen ja eigentlich um Oldtimer zu treffen (Wahnsinns Wortspiel ;-) ), aber auch um Leute zu gucken. Letzteres war etwas schwierig, weil man seine Augen darauf richten mußte, daß einem kein Auto über die Füße fährt oder einem ein Radfahrer quer kommt, denn um Platz zu schaffen, wurde der Weg bis vor das RAG Gebäude geöffnet. Die Straße dorthin hat keine Bürgersteige und keine Wiesen neben dem Weg, sondern leider nur unatraktiven Bauzaun. Das bedeutet, daß sich Besucher und Oldtimerfahrer ziemlich nahe kommen. Keine optimale Lösung, ich hoffe, daß sich die Bauarbeiten nicht über das ganze Jahr ziehen.

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Die Highlights hielten sich etwas in Grenzen, die lustgen Momente gab’s trotzdem (s.o. Bild “Rauchabzug”). Nebenbei, woran merkt man daß man älter wird? Wenn die Oldtimer des Jahrgangs 1984, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei sind, einem so vorkommen, als hätte man die selbst gefahren. Ooopss … habe ich ja sogar, mein erstes Auto war ein VW Golf (I) und 1983 habe ich meinen Führerschein gemacht. Wie dem auch sei, ein paar interessante Bilder sind trotzdem entstanden, ihr bekommt sie wieder bei Flickr und Google+ zu sehen.

Zollern und Bergbau rund um Dortmund

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Da fährste staufrei durch dat halbe Ruhrgebiet (ja sowat gibbet, Samstags um 10.00 aufe A40) und auf’m Rückweg steckste dann anne letzte Brücke übern Rhein (kurz vor der Haustüre in Krefeld) fest, weil se der Brücke neue Gummis überziehen oder so. Da machste nix ;-) . Wo ich war? Ich war ma widder im Osten vom Ruhrpott, in Dortmund, genauer auf Zeche Zollern und Umgebung :-D . Getz aber ma in hochdeutsch.

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Auf Zeche Zollern war ich nun schon zum 3. Mal (siehe 2010 und 2013). Warum also gerade jetzt wieder? Dafür gibt es zwei Gründe. Nicht daß ihr denkt ihr würde mich überall durchschnorren, aber erstens war der Eintritt an diesem Samstag frei (die LWL Industriemuseen haben in jedem Museum solche Tage) und zweitens startete die Ausstellung “Über Unterwelten“. Last but not least ist die wunderschöne parkähnliche Anlage rund um die Zeche immer einen Ausflug wert.

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Zunächst ging es auf den Förderturm, einen Überblick verschaffen. Schließlich ist die Maschinenhalle seit einigen Wochen wieder frei von Gerüsten, Planen & Co. Endlich wieder freie Sicht auf das wunderschöne Eingangsportal (die Maschinenhalle selbst ist nach wie vor noch nicht wieder frei zugänglich) und die beste Sicht gibt es eben von oben. Danach war ich das erste Mal in der Lohnhalle, die an diesem Samstag geöffnet war. Wie in einem Schloß führt dort eine große Treppe in den ersten Stock. Es ist garnicht wichtig, in den ersten Stock zu kommen, das Geländer der Treppe ist das wirklich sehenswerte.

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Und da ich nicht der einzige Fotograf an diesem Samstag war, bekam ich die Empfehlung, mich mal auf den Schrottplatz zu begeben. Hinter der Maschinenenhalle links, dann nochmal um ein weiteres Gebäude und dann liegt er da … Schrott :-D . Eine Grubenlock, ein alter Wagon, Achsen und Räder, Zeug ohne Ende, das sich alles fotografieren läßt. Und wem erzähl ich das jetzt bloß, ach klar euch … “Ey, geil ich habe Schrott fotografiert” :-D .

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Zum Schluß gab’s dann, wie erwähnt, die Ausstellung “Über Unterwelten”. Eine sehr breit gefächerte Ausstellung, in der ihr etwas über Religionen und Mythen und die Götter der Unterwelt erfahrt, über den Glauben an die Hölle, aber ebenso über ganz reale Unterwelten beim Steinkohlebergbau, beim Bunkerbau oder beim Tunnelbau der heutigen Zeit (U-Bahn, Kanal, Strom- und Gasleitungen).

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Ihr meint das war’s schon? Nööö, wenn ich schon mal in der Gegend bin, habe ich auf dem Rückweg noch einen Abstecher zur Halde Schwerin gemacht (die Halde für den “kleinen Hunger”, weil in 5 Min. erklommen), mir den Hammerkopfturm (Schacht 3) und schließlich den Förderturm (Schacht 7) der Zeche Erin angesehen. Und danach … :-) ? Da war ich k.o. Ich habe mich auf den Heimweg begeben und bin schließlich an der letzten Brücke über den Rhein hängengeblieben. Ihr erinnert euch … sonst nochmal von Anfang lesen ;-) .

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Und weil die vielen Bilder hier alle garnicht reinpassen gibts die wie immer im Ruhr2014 Album bei Google+ und bei Flickr.

Westlichster Bergwerksposten

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Im Sommer 2013 war ich in Krefeld auf dem über alle Grenzen bekannten ;-) Aussichtsturm auf dem Hülser Berg und sah in einiger Entfernung einen alten Förderturm. Ein Bergwerk in Richtung Westen? Ich konnte den Förderturm nicht einordnen, denn die Blickrichtung war nicht Neukirchen Vlyn und erst recht nicht Moers. Megavergeßlich wie ich nun mal bin, habe ich den Förderturm, kaum daß ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, auch schon wieder vergessen.

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Als ich dann vor ein paar Tagen die WDR Lokalzeit Düsseldorf gucke (im Kabel habe ich die Lokalzeit aus Düsseldorf, auch wenn ich ab und zu die Lokalzeit Ruhr zitiere), sehe ich dort einen Bericht über eine alte Zeche und höre was von Abriß des Förderturms. Kanninchengleich stelten sich sofort meine Lauscher senkrecht. Ein Zechenbericht in der Düsseldorfer Lokalzeit? Ja, in der Tat. Es ging um die Zeche Tönisberg in Tönisberg bei Kempen am Niederrhein. Huch … Tönisberg? Da war ich ja noch nie (sonst würde ich die Zeche vermutlich auch kennen). Also flugs eine bekannte Suchmaschine in Gang gesetzt und mir den Weg dorthin rausgesucht … “Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt”.

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Zu meiner großen Freude sollte sich die Zeche Tönisberg (meines Wissens übrigens die westlichste Zeche in Deutschland und damit auch westliche Grenze des Steinkohlenbergbaus) in der Windmühlenstraße befinden und naheliegender Weise befindet sich dort auch noch eine restaurierte Kastenbockwindmühle am Wegesrand die auf Besichtigung wartet. Alles zusammen also der perfekte kleine Ausflug für einen Nachmittag. Donnerstag (Frühlingsanfang, schönstes Wetter) kurzerhand früher Feierabend gemacht und ab dafür.

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Fairer Weise sollte ich noch erwähnen, daß das ehemalige Zechengelände von einem Kunststoffhersteller genutzt wird und die Tore an dem Nachmittag offen standen. Ich habe mich für ein paar Fotos “reingeschlichen”, denn von außen ist neben einigen alten Gebäuden vom Förderturm leider nur wenig zu sehen. Ich bin gespannt, was aus dem Förderturm wird und erzähl’s euch, wenn der WDR wieder berichtet. Gerne hätte ich noch ein bisschen Zeit an der Winmühle verbracht, aber dafür war der Nachmittag zu kurz und rund um die Windmühle gibt’s außer einer Bank auch nur wenig Möglichkeiten sich aufzuhalten (dafür gab’s schöne Fotos :-D ).

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P.S.: Ich habe noch ein paar Bilder hochgeladen bei Google+ und Flickr.

Tiger, Turtle und Terminkalender

regenschirmDer erste Monat ist bereits rum und so langsam füllt sich der Terminkalender für 2014. Bis auf’s Wochenende verbringe ich momentan allerdings 9 bis 10 Stundentage im Büro und schlage mich mit Anpassungen zum Thema SEPA rum. Die langen Bürotage wirken, sich “positiv” auf mein Gleitzeitkonto aus, die Tage verfliegen hingegen wie der Wind. Bitte entschuldigt, wenn ich z.Zt. auch wenig in euren Blogs lese und kommentiere. Irgendwann kommt hoffentlich der Frühling, meine Nase kündigt bereits den Pollenflug an, und dann ist auch wieder mehr Zeit für Blog’s und Ausflüge.

Zurück zum Terminkalender, in den ihr bestimmt ganz andere Termine eintragt als ich in meinen, aber wenn ihr die eine oder andere Anregung benötigt, nachfolgend (und jederzeit wieder da rechts außen) findet ihr eine Auswahl interessanter Veranstaltungen, Ausstellungen oder Termine für freie Museumseintritte in 2014.

Wenn ihr mehr wissen wollt klickt auf einen Termin. Es werden auch Google Funktionen wie GoogleMaps unterstützt, so daß derjenige, der sich nicht so genau auskennt gleich ‘ne Karte auf Mausklick dazu bekommt. Termine, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, (z.B. die Landesgartenschau in Zülpich, 100 Jahre Rhein-Herne-Kanal u.ä.) tauchen an jedem Tag im Kalender auf. Ihr habt noch andere interessante Termine? Dann ab damit in die Kommentare.

Tiger&Turtle

An diesem Wochenende startet u.a. auch wieder das Parkleuchten im Grugapark in Essen, aber so wie es aussieht, wird der Auftakt wohl ins Wasser fallen :-( , dafür konnte man am letzten Wochenende nicht über das zeitweise sonnige Winterwetter klagen und daher habe ich mal wieder die Halde im Duisburger Angerpark besucht und für einen Winterspaziergang genutzt. Gefühlt haben das ungefähr 1.000 andere Besucher auch gemacht. Aber die Halde liegt halt fast vor meiner Haustüre :-) , da machste nix.

Von Fördertürmen, U-Booten und einem Geburtstag

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Ich sachet euch, wenn einen der Job zu 150% fordert, bleibt für die Pflege des Blogs hier momentan etwas weniger an Zeit. Außerdem bin ich z.Zt. auch nicht jedes Wochenende unterwegs. Am Samstag war ich (ausnahmsweise) mal wieder bei diesem schwedischen Möbelhaus, um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen und bin dann im Anschluß zum wiederholten Male in den Landschaftspark Duisburg Nord. Wie ich erst jetzt auf der Homepage des Landschaftsparks gelesen hatte, stehen dort seit November 2,80 Meter große und 1,2 Tonnen schwere Figuren, Menschen-Silhouetten des Moerser Künstlers Pit Bohne und warten darauf fotografiert zu werden (ital. Variante, Füße einbetoniert ;-) ).

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Die Figuren stehen dort voraussichtlich noch bis Frühjahr 2014 und veranstalten eine “Stille Demo”. Außerdem gibt es auch schon seit Dezember in den Tagesbunkern 2-5 wieder eine neue Videoinstallation mit Filmaufnahmen aus dem Jahr 1953. Unterlegt sind diese mit werkstypischen Klängen des Hüttenwerks. Ihr startet die Videoinstallation mit einem Knopfdruck Nix waret mit Video, die Soundinstallation und farbig beleuchtete Sachen gab’s, aber das Video war wohl kaputt :-( .

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Ganz nebenbei, der Landschaftspark hat dieses Jahr Jubiläum, denn seit 20 Jahren ist dieser für jeden Besucher geöffnet. Da auch die Modernisierung der drei Kaminringe an der Lichtinstallation 2013 abgeschlossen wurden, muß ich auch mal wieder am Abend hin.

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Von soviel schönem Wetter beflügelt habe ich auf den Rückweg nochmal recht sund links der Strecke nach Fördertürmen von alten Zechen Ausschau gehalten. Pssst … eigentlich hatte ich mich etwas vorbereitet :-) , denn ich lese immer wieder mal hier und dort von alten Anlagen, nur leider sind die meisten Zechen heute ja umgewidmet oder ganz abgerissen. So war ich bisher z.B. weder in Dinslaken (Zeche Lohberg) noch in Neukirchen Vluyn (Zeche Niederberg, ganz in der Nähe der Halde Norddeutschland).

Zeche Lohberg

Näher als an den Zaun kommt man leider nicht, aber in Lohberg geht man dafür ganz lieb mit Straßenpollern um. Wenn’s kalt wird bekommen die ein selbstgestricktes Mützchen ;-)

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Auch an der Zeche Niederberg war alles weiträumig abgesperrt. Dort sah es sogar so aus, als wenn das riesige Gelände eine neue Straßenanbindung bekommt. War allerdings alles noch noch in Arbeit. Für ein paar Förderturmbilder reichte das Zoom aber allemal aus, mehr gab es nicht zu sehen.

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Last but not least habe ich dann noch einen Abstecher in den Duisburger Innenhafen gamacht, denn das U-Boot Modell aus der Ruhr2010 Aktion “RuhrAtoll” liegt ja seit einiger Zeit dort und ist jetzt wieder begehbar (ich hatte euch hier im Oktober kurz angeteasert :-) ). Aber ich muß euch enttäuschen, das U-Boot kann nur besichtigt werden, wenn man das Museum Küppersmühle besucht (es sei denn ihr wohnt in Duisburg, da gibt’s so eine Regelung von wegen Donnerstags mit Perso kostenlos ins Museum). Ich durfte nichtmal kurz gucken :-( . Pffft … dann eben nicht.

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Während ihr das jetzt lest, lege ich mal meinen neuen “schwedischen” Teppich unter den Wohnzimmertisch. Bilder zum Samstagsauflug gibt’s bei Flickr oder Google+, Bilder vom Teppich bei Ikea :-) .

Zeche Holland

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Genug der Jahresrückblicke, ein Blick voraus … oder ne doch nicht, einen hab’ ich nämlich noch aus 2013. Bevor ich mal wieder einer Show im Bochumer Planetarium beiwohnen durfte, habe ich in der letzten Dezemberwoche noch einen kleinen Abstecher nach Wattenscheid gemacht. Liegt ja sozusagen an der A40 gleich links. Dort liegt oder besser lag die Zeche Holland. Viel ist nicht mehr übrig, aber der markante Förderturm steht noch, etwas einsam und verlassen, in einer kombinierten Wohn-, Gewerbe- und Grünfläche. Aus der Ferne gut zu erkennen durch die Aufschrift “Holland” trotzt der Förderturm dort Wind und Wetter. Leider ist Wind und Wetter wohl auch das Problem, daß eine Sanierung ins Stocken geraten ist oder besser gesagt garnicht wirklich in Angriff genommen wurde. Vor einer Sanierung müßte die Standsicherheit gesichert werden, aber auch das kostet wieder Geld.

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Schade um das schöne “Bauwerk”, das ursprünglich sogar mal über der Zeche Zollverein stand, bevor es nach Wattenscheid versetzt wurde. Jetzt dümpelt es so vor sich hin, nix Aussichtsplateau, nix Anstrich, nix Sanierung. Bevor es zu dem hoffentlich nicht stattfindenen Abriß kommen wird, dachte ich mir, machste doch mal ein paar Fotos. Liegt ja sozusagen an der A40 gleich links (aber das sagte ich ja schon). Die Bilder sind noch im 2013′er Album bei Flickr bzw. Google+ zu finden.

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Noch einmal (in) Essen

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Nein keine Angst, wer zu Weihnachten mehr als genug gegessen hat, den will ich hier nicht zum Essen verleiten. Ich wollte euch zu meinem (vor-)letzten Ruhrgebietsausflug in diesem Jahr mitnehmen. Ich überlege z.Zt. ob ich mir das 5. Jahr in Folge die RuhTopCard kaufen soll. Sie lohnt sich, ohne Frage (mit 45,- € für Stammkunden habe ich über 90,-€ Eintritt “gespart”), aber mittlerweile habe ich die meisten Museen einige Male durch und Anfang der Woche habe ich die (vor-)letzte Möglichkeit genutzt die 2013′er Karte einzusetzen (am Samstag bin ich dann zum letzten Termin im Planetarium in Bochum). Kurz vor Jahresende hat es mich nochmal auf das Gelände der Zeche Zollverein verschlagen. Hier gibt es gleich mehrere Möglicheiten für die RuhrTopCard.

1. Ruhrmuseum (hier kann man sich einige Stunden beschäftigen) und das Portal der Industriekultur (mit Rundumkino und einem Gang auf’s Dach der Zeche Zollverein)
2. RotDotDesign Museum (mit vielen innovativen und preisgekrönten Alltagsgegenständen, das Museum habe ich in den letzten beiden Jahren besucht)
3. Führung durch die Kokerei Zollverein (habe ich letztes Jahr gemacht, ein tolles Erlebnis)

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Wer dann noch Zeit hat, kann bis in die erste Januarwoche an der Kokerei Zollverein Schlittschuhlaufen (hier müßt ihr einen kleinen Eintritt zahlen). Ich bin ja so garkein Schlittschuhläufer und wollte auch keinen Supergau auslösen ;-) , aber vielleicht habt ihr ja in den Ferien noch etwas Zeit. Am Tag vor Weihnachten war rund um die Zeche Zollverein nicht so viel los, aber die Eisbahn war gut besucht. Wenn ihr den Parkplatz B benutzt, ist es zu allen o.g. Punkten kaum weiter als 10 Minuten zu Fuß, wer nur Schlittschuhlaufen möchte kann auch den Parkplatz C benutzen (alle kostenfrei versteht sich). Ihr wollt noch mehr zum Thema Zollverein erfahren? Dann gebt oben rechts den Suchbegriff “Zollverein” ein (oder klickt hier :-) ).

Zeche Rheinpreußen

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Als das Wetter im März mal so “Na ja” war, hatte ich euch schon mal kurz von der Zeche Rheinpreußen in Moers berichtet. Am Sonntag hatte sich die Sonne wieder mal zum Versteckespiel verabredet, aber bedauerlicherweise hat sie keiner wiedergefunden. Also war’s wieder so “Na ja” und ich entdecke auf meinem Schreibtisch den Notizzettel “Moers Schacht IV, Sonntags 14.00 – 17.00 Uhr, Zechenstr. 50″.

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Jepp … dachte ich so bei mir … das ist die Gelegenheit, den Sonntag nicht völlig abzuhängen :-D. Wie schon erwähnt, steht von der ehemaligen Zeche Rheinpreußen auf den ersten Blick noch der Förderturm (ein 48 Meter hohes Doppelstrebengerüst, das älteste noch erhaltene dieser Bauart im Ruhrgebiet) und die Fördermaschinenhalle. Die anderen ebenfalls noch vorhandenen Gebäude sind mittlerweile anderen Firmen gewidmet. Die Fördermaschinenhalle ist Sonntags von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Wie ich erfuhr tobt an manchen Wochenenden dort Trödelmarkt vor der Türe und dann wird’s richtig voll, aber diesen Sonntag tobte da nix, nichtmal Fuchs und Hase. Und da komm’ ich und will was von der Maschinenhalle sehen :-).

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Als erstes bekomme ich einen Strich in der Liste “erster Besucher in der ersten Stunde” (und vermutlich auch der letzte für heute). Die beiden ehrenamtlichen Kumpel begrüßen mich mit einem “Glück auf” und legen sich ins Zeug. Ich bekomme sowas wie eine kleine Privatführung. Bekomme die elektischen Gerätschaften gezeigt, erklärt warum und wofür die mehrere Tonnen schwere Schwungscheibe gut war, bekomme die Geheimnisse des Kellers Strebs zu sehen (in dem sonst Schulklassen der Bergbau erklärt wird), werde geprüft, in wie weit ich den einen oder anderen Begriff schon kenne :-) und darf zum Abschluß noch auf dem heiligen Stuhl (nein nicht d e n heiligen Stuhl), den des Fördermaschinisten Platz nehmen und den Förderkorb (spielerisch) in Gang setzen.

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Während der interessanten Stunde habe ich dann noch versucht ein paar Fotos zu machen, die ihr wie immer in den proppevollen Alben von Flickr und Google+ seht, und dabei ganz vergessen meine Visitenkarte zu hinterlassen. Wenn ihr also Sonntags mal eurem Zechenfetisch nachgehen wollt, schaut auf der Zechenstr. 50 in Moers vorbei (Parkplätze außer am Trödelmarkttag reichlich vorhanden).

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P.S. 1: Ans Herz gelegt wurde mir noch die (neue) Internetseite der Halde Rheinpreußen (die mit dem Geleucht) unter www.das-geleucht.de.
P.S. 2: An einigen Stellen der Halle fanden sich zusätzlich verschiedene Kunstwerke, wie z.B. die Figuren ohne Körper. Nun ja, Kunst eben ;-).

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Weltkulturerbetag, Zollverein, Bergmannskluft und geistige Verwirrtheit

Ich glaube der kurzfristige Sonnenschein für einen Tag hat bei mir zu einer geistigen Verwirrtheit geführt. Ich kann daher keine Gewähr dafür übernehmen, daß nachfolgende Zeilen immer einen kausalen Zusammenhang ergeben. Irgendwie stand ich heute den ganzen Tag neben mir. Selbst nach 6 Stunden Büro hatte ich das Gefühl ich wäre gerade erst aufgestanden. Also ich stammel denn mal los …

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Kennt ihr dieses beknackte hübsche Spiel, aus beliebig zugerufenen Stichworten einen möglichst sinnvollen Satz zu erstellen? Gut. Ich versuche nämlich jetzt aus den Stichworten “Oldtimer, Bühne, UNESCO, Facebook, Bergmann, BenHur, Essen, Dingenskirchen, Weltkulturerbe, Zollverein, Hamster” einen möglichst sinnvollen Blogbeitrag zu erstellen :-) .

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Lange vermißt aber dennoch wiedererkannt schien also am Sonntag mal wieder ausgiebig die Sonne in NRW. Ein Tag wie gemacht für einen Ausflug nach Essen zur Zeche Zollverein. Gründe dafür gab es, neben dem Wetter, gleich mehrere. Die UNESCO hatte aufgerufen zum 9. Weltkulturerbetag und da das Ensemble aus Zeche und Kokerei seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört sollte das mein Ziel sein.

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Der Vormittag startete mit dem monatlichen Oldtimertreffen auf der Kokerei, der für viele mittlerweile zu einem regelrechten Familienausflug geworden ist. Jung und alt aus Fleisch und Blut treffen auf jung und alt aus Blech und Chrom und versuchen sich die knappe Straßenfläche zu teilen. Dazwischen wuseln die Fotografen, die Hunde und die Hamster … äh Moment … nicht die Hamster die Käfer, Mantas, Mustangs na ihr wißt schon :-) . Sehen und gesehen werden ist die Devise. Auf dem Kokereigelände traf ich dann auch die ersten “Freunde” aus der Facebook Timeline, die sich angekündigt hatten.

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Danach gings weiter oder besser zurück zur Zeche Zollverein. Die Parkplätze waren mittlerweile gut gefüllt, die Stühle vor der Bühne allerdings überraschend leer. Wird wohl noch dachte ich mir und erkundete erstmal weiter das Gelände. Entlang des Ehrenhofs waren mehrere Hallen geöffnet, die sonst nicht für Besucher offen sind. Danach bin ich von A nach B, von B nach C und von C .. genau zurück nach A (so heißen die Areale auf dem Zollvereinsgelände ;-) ). Nach einer großen Runde fragte ich mich, was ich bisher noch nie fotografiert habe. Viel bleibt da eigentlich nicht. Umso amüsierter war ich, als auf der für Besucher nur noch teilweise zugänglichen Bandbrücke (ich glaube die heißt so) drei Mädels vor einem Fotografen posierten als ginge es um GNTM (Germanys Next Top Modell). Solche Fotos habe ich bisher auch noch nicht gemacht. Freiwillige :-D ?

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Zurück auf dem Platz vorm RuhrMuseum, der Andrang vor der Bühne war nach wie vor überschaubar, aber das Hubert Dingenskirchen Trio (Zitat: “Hubert Dingenskirchen der Erfinder des EmscherDeltaBlues & des abwaschbaren GrossStadtfolks”) war angekündigt. Der heißt wirklich Dingenskirchen, auch wenn Dingenskirchen im Ruhrpott eher sowas wie ein Platzhalter für alles Mögliche ist. Der heißt natürlich nicht im wahren Leben Dingenskirchen aber das wird jetzt zu kompliziert und ich kann heute nicht kompliziert. Während ich dort also der Musik lausche und mit einem Bein im Takt wippe kommen weitere “Facebook Freunde” vorbei. Schon lustig, daß man sich bei der Gelegenheit trifft.

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Passend zum Thema Zeche hatte sich links neben der Bühne ein kleines Fotoatelier aufgebaut, genau genommen war es ein schlichtes Zelt mit Kamera und Computer, aber dank verschiedener Helme, Bergmannsjacken und Theaterschminke konnte man sich in einen Bergmann mit gleichnamiger Kluft verkleiden. Da die Sonne auf das schwarze Zelt prallte, war es drinnen auch annähernd so warm wie im Bergwerk (obwohl ich das ja garnicht beurteilen kann). Leider gab’s die Bergmannsjacken nur in zwei Größen … klein und noch kleiner, so daß ich mich spontan für Klein entschieden habe. Den Grubenhelm aufgesetzt, Kohlenstaub im Gesicht verteilt und o.g. Foto erstellt. Und ist euch etwas aufgefallen? Ben Hur. Nein nix mit Wagenrennen, aber ich trage (wie ich erst später sah) natürlich meine Armbanduhr, genauso wie es gerüchteweise in der Verfilmung von Ben Hur gewesen sein soll. Einziger Unterschied, damals gab es noch garkeine Armbanduhren, während der Bergmann sie heute nur nicht mit an den Arbeitsplatz nimmt. Aber was soll’s, das Bild ist trotzdem witzig wie ich finde.

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Während ich Bewerbungen für GNZM (Germanys Next Zollverein Model) entgegennehme könnt ihr euch noch ein paar Bilder ansehen und statt die Oldtimer wie sonst in ein separates Album zu packen, habe ich sie dieses Mal auch in die Ruhr.2013 Alben bei Flickr und Google+ geklebt.

Nachtrag I: Männer sind schwer von Begriff wenn Frauen etwas nur andeuten
Nachtrag II: Frauen müssen mit Zäunen winken, wenn Zaunpfähle nicht reichen
Nachtrag III: Sagte ich schon, daß ich geistig verwirrt bin … ;-)