Holla die Waldfee (am Baldeneysee)

Baldeneysee

Holla die Waldfee, oder die Geschichte vom Sommer, der plötzlich wieder da war. Ich glaube es war im März, als ja eigentlich noch Frühling war, als es kurz mal richtig warm wurde, danach regnerisch und seit gestern ist der Sommer zurückgekehrt. Aber sowas von … 34 Grad, 35 Grad, 36 Grad …. und ja, ich hab’s ganz gerne etwas wärmer und Sonne macht mir auch nichts, solange es nicht die tropische Hitze ist. Aber trotzdem muß ich auf meinen Kopp aufpassen, denn wenn der zu lange in der Sonne brutzelt, brutzelt auch mein Hirn, sprich ich krich Kopfweh :-) . Aber mein Hirn sagt mir auch … Sonne? Du mußt raus. Also Sonnencreme auf die Stellen die freiliegen und ab dafür. Auf ‘ne Halde? Ja habe ich auch schon gebracht, da war ich dann aber morgens um 9.00 Uhr.

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Nein gestern war es schon fast Mittag und ich dachte an den Baldeneysee, dahin kannste ja mal wieder fahren. Nun kenne ich die Regattastrecke ja schon auswendig und die Radfahrer und Rollerskater dort i.d.R. auch. Dieses Mal sollte es eine andere Stelle sein, gleich verbunden mit der Suche nach dem Förderturm der Zeche Carl Funke, dem letzten Überrest der Zeche, den man auch vom Wasser her immer sehen kann. Also Google Maps und mein neues Buch “Auf Zeche” bemüht, um zu gucken wo ich hin muß. Lanfermannfähre, Essen .. mhmm .. bischen versteckt, aber das Navi kennt den Weg. Die Straße ist ziemlich lang und als es langsam enger wird, die letzten Wohnhäuser hinter mir liegen, stelle ich mein Auto am Straßenrand ab und mache mich auf die Suche.

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Und wat soll ich sagen? Ihr müßt wissen, daß um mich herum alles Bäume standen. Ich konnte es also wirklich nicht sehen, aber vom Auto bis zum Fördergerüst der ehemaligen Zeche Carl Funke waren es geschätzte 50 Meter :-) . Ich hatte unmittelbar davor geparkt. Das nennt man wohl Punktlandung. Also ein paar Fotos gemacht und dann entlang des Baldeneysees spaziert. Eine neue Sicht bei schönstem Sonnenwetter. Der Samstag wurde von Radfahrern genauso genutzt wie von einer Truppe junger Frauen. Bauchfrei locker bekleidet, mit Sekfläschchen in der Hand und Musikanlage auf dem Bollerwagen. Schien sowas wie ein Junggesellinnenabschied zu sein und wenn man dann, während man auf der Bank sitzt, locker lässig gedrückt wird weiß man, daß man im Ruhrpott ist ;-) . Wer weiß, wer weiß, vielleicht war das die eingangs erwähnte Waldfee. Ich hätte mir was wünschen sollen :-D .

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Jetzt brauchte ich ‘ne Abkühlung. Auf dem Rückweg habe ich eine abgeflachte Stelle am Ufer gefunden und meine Füße ins kühle Naß gesteckt. Am liebsten wäre ich dort noch länger sitzengeblieben, aber Sonnenbrand auf den Füßen hatte ich auch schon mal und ich sage euch das ist unangenehm. Nach ca. 20 Minuten Füße kühlen bin ich wieder zurück zum Auto und mit Klimaanlage zurück nach Krefeld gezockelt. Der Sommer kann bleiben. Hier geht’s zu den “Ruhr2014″ Alben bei Google+ und Flickr.

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Extraschicht 2014

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Es dürfte gefühlt 7-8 Jahre her sein, daß ich einen TV Bericht über tapfere Menschen im Ruhrgebiet gesehen habe, die bei Regen mit Regencape und Schirm bewaffnet eine ganze Nacht durchs Ruhrgebiet laufen. Damals habe ich auf dem Sofa gesessen und darüber geschmunzelt. Jetzt ein paar Jahre später dürft ihr raten, was ich am Samstag gemacht habe :-) .

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Kunst, Kultur, eine Nacht, 20 Städte, 50 Spielorte und 2000 Künstler starteten am Samstag in eine neue “Nacht der Industriekultur”. Kurz gesagt, es war wieder Zeit für die Extraschicht. Für alle die bisher noch nie bei einer Extraschicht dabei waren sei gesagt, in der Zeit zwischen 18.00 und 2.00 Uhr sind i.d.R. rund 150.000 – 200.000 Kulturliebhaber mit Bus und Bahn durch das Ruhrgebiet unterwegs und genießen Musik, Artistik, Feuerwerk, Theater, Führungen, Mitmachaktionen u.v.m.

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Gleichzeitig hatte dieses Jahr der Landschaftspark Duisburg Nord sein 20 jähriges Jubiläum, also ein weiterer Grund sich auch dort mal umzuschauen. Ehrlich gesagt war ich etwas unentschlossen, ob ich 2014 überhaupt wieder an der Extraschicht teilnehmen soll, denn leider habe ich dieses Jahr keinerlei Unterstützung erfahren dürfen und außerdem verkündete der Wetterbericht wie oben schon beschrieben nichts Gutes. Last but not least muß ich in der Nacht auch wieder zurück nach Krefeld.

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Aber zu Hause hocken? Nö, ist auch Mist. Also habe ich mich entschlossen zunächst dem Landschaftspark in Duisburg einen Besuch abzustatten (noch vor der eigentlichen Extraschicht) und dann ein spielortbezogenes Ticket auf Zeche Zollverein zu erwerben. Für 10,- € gab es keine vollen Busse und Bahnen (mit schon mal sehr engem Körperkontakt :-) ) sondern nur das Gelände auf Zollverein. Dummerweise war das mit der Anreise so eine Sache, weil der Weg von der Autobahn kommend zunächst in einer Reihe von Sackgassen landete und die Parkplätze an Zollverein nur für Besucher mit gesondertem Parkschein zu befahren waren. Mit 30 Minuten Verspätung habe ich es dann doch in einer Nebenstraße geschafft zu parken.

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Auf dem Ehrenhof tummelte sich eine Herde seltsamer Röhren und ein Schäfer, der versuchte diese Röhrenwesen zu bändigen, im “Archiv des Weltensammlers” konnte man unter komische überdimensionale Hüte klettern und bekam in jedem “Hut” eine andere Ausstellungswelt auf ganz kleinem Raum zu sehen. Während gerade noch Klavierklänge des “Klavierzaubers” zu hören waren, lief plötzlich ein Elefant über den Ehrenhof. Zwei Künstler auf Stelzen steckten in “Jumbo” und erweckten die Illusion zum Leben.

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Einige Programmpunkte waren auf Grund des Wetters kurzerhand in die Hallen verlegt worden, so z.B. auch der “Circo Black and White” mit Seiltanz, Musik und Hundedressur, der kurzweilige 20 Minuten bescherrte. Eine Reihe weiterer Programmpunkte, die man zum Teil nur so nebenbei wahrgenommen hat, bespielten weite Teile des Geländes und trotzten zum Teil dem feuchten Wetter. Ganz große Hochachtung z.B. den jungen Künstlern und Straßenmusikern, die auch mal nur vor 5-6 Leuten musizierten.

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Die Museum und Ausstellungen hatten lange Warteschlangen, dafür strickten, pardon häkelten ein paar Leute etwas abseits eine Europakarte und auch im hinteren Teil der Kokerei, wo die RAG seit einiger Zeit ihren Firmensitz hat, stand eine Bühne, die aber am frühen Abend nur eine handvoll Zuschauer im Regen erfreute. Zwischen der Zeche und der Kokerei klaffte, vielleicht wetterbedingt, ein Unterhaltungsloch. Ob später noch mehr Gäste dorthin gefunden haben, kann ich nicht sagen. Zum Wetter paßt zumindest das obige Bild, daß ich am Straßenrand aufgenommen habe :-) . Mein Abend endete mit der Show von “Mister M”, der wieder mal (ich kannte ihn bereits aus dem Vorjahr) mit Geschick und Humor mit Feuerkeulen jonglierte, während er auf einem drei Meter hohen Einrad saß.

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Mehr Bilder bei Flickr und Google+ im Album “Extraschicht” (dort auch Bilder aus den Vorjahren).

Würstchen auf Zollverein und 100 Jahre Rhein-Herne-Kanal

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Der letzte Sonntag stand bei mir unter der Überschrift Lack und Leder, weiße Wände und heiße Würstchen sowie Kunst und Kanal :-) . Pünktlich kurz vor 11.00 Uhr war ich am ersten Sonntag im Monat mal wieder in Essen, um zu gucken, was sich an der Kokerei Zollverein in Sachen Oldtimer so tut. Die Stellplätze auf dem Gelände der Kokerei sind durch Bauarbeiten leider immer noch beschränkt und trotzdem halte ich nach geeigneten Fotomotiven Ausschau. Wenn man allerdings häufiger dabei ist, wiederholen sich die Fahrzeuge und damit die Motive mit der Zeit.

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Blank geputzten Lack gab es dieses Mal bei einem Mini Treffen zu sehen und relativ viel Leder in amerikanischen Großraumlimousinen, die ohne Frage interessant sind, aber in Mengen auftretend doch eher wieder nicht. Also beschränkte ich mich auf die kleinen Dinge am Rande, auf umstrickte Stoßstangen, auf Leute die ihre Autos (wenn man dem Aufkleber glaubt) “KarlHeinzTralala” nennen oder auf einen der letzten aktiven Feuerwehrkäfer extra aus Rheinberg am Niederrhein angereist. Somit hatte ich nach ca. 1,5 Stunden die meisten Fahrzeuge durch, habe noch die eine oder andere Radkappe abgelichtet und die sich spiegelnde Kokerei Zollverein auf der Motorhaube eines schwarzen … öhm … ach egal.

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Danach, auf dem Weg zurück zum Parkplatz, habe ich mich bei der Ausstellung mit weißen Wänden im Kohleaschebunker (“La Primavera”) umgesehen. Zuerst wollte ich mich garnicht anstellen, als ich die Warteschlange vor der Türe stehen sah, aber nach einem kostenlosen Bratwürstchen der Stiftung Zollverein wurde die Warteschlange bereits kürzer :-D . Also angestellt. Und was gibt’s zu sehen? Einen weißen Raum im dunkeln, den man mit Schuhüberziehern in übergroßer Pantoffelform betreten durfte. Am liebsten war es den Machern, wenn man selbst auch noch in weißer (Teil-)Kleidung zu dem Event kam. Also habe ich eine schwarze Hose angezogen ;-) … und ein weißes Shirt mit langen Armen.

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Man stelle sich bitte ein, sagen wir mal, Durchschnittszimmer vor, ohne Einrichtung und ohne Fenster, aber mit ca. 4-5 Meter Deckenhöhe, dazu Puschen in Größe 50 an den Füßen :-D . So schlufften (gibt’s das Wort?) wir also in den Raum hinein und hinter uns fiel die Türe ins Schloß. Es war fast stockfinster, man sah die Hand vor Augen nicht. Wahnsinn, dieses Kunsterlebnis :-) . Ja Moment, das war’s ja noch garnicht. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte man an einem Ende des Raums ein paar Sonnenstrahlen, die durch einen schmalen Spalt fielen und den Raum optisch vergrößerten. Ja!?! Öhm … kommt jetzt noch was, fließt das Wasser plötzlich aufwärts, wackelt der Boden, bewegt sich die Wand auf einen zu? Springt vielleicht so ein Gummihampelmann aus einer versteckten Kiste? Öhm … nö.

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Wenn ihr auch mal Puschen in Größe 50 ausprobieren wollt, Geöffnet ist “La Primavera” noch bis 28.09., Fr–So und an Feiertagen von 11.00 – 18.00 Uhr. Nach diesem weltbewegenden Erlebnis und der doch recht schnellen Abhandlung dieses Kunstteils, konträr zur Wartezeit vorher, konnte ich überlegen um 15.00 Uhr wieder bei schönstem Sonnenwetter auf dem Sofa zu hocken oder, wenn man gerade schon mal in Essen ist, noch eine Ecke weiter nach Waltrop zum Schiffshebewerk Henrichenburg zu fahren. Das Schiffhebewerk hatte an dem Sonntag Museumsfest mit freiem Eintritt. Hätte ich gewußt, daß das ansonsten (wenn ich bisher dort war) fast leere Hebewerk so einen Ansturm erleben würde, ich hätte mir das nochmal überlegt.

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Nach einigem hin und her und einem Parkplatz bei Hornbach (offiziell freigegeben) ging’s dann ins LWL Museum. Nicht daß ich, wie bereits erwähnt, das erste Mal dort wäre, weshalb ich auch nicht soviele Fotos vom Hebewerk selbst gemacht habe, ich wollte zur Ausstellung “100 Jahre Rhein-Herne-Kanal” das an diesem Sonntag auf dem Schleppkahn “Ostara” eröffnet werden sollte. Auf der Bühne gesellten sich aber noch die Macher der Ausstellung und einige andere, die vom WDR Mann Helmut Rehmsen interviewt wurden. Als sich dann die Türen öffneten strömten die Massen auf das Schiff. So 80 – 250 sollten es wohl gewesen sein, die alle gleichzeitig rein wollten :-) . Während draußen (ich hatte meine Jacke im Auto gelassen) noch um die 18 Grad herrschten, waren es unter dem Dach des Schleppkahn locker 25 Grad. Wenn draußen kalt auch drinnen kalt, wenn draußen Sonne, drinnen warm solltet ihr euch merken, wenn ihr dort oder an einem anderen Standort diese Ausstellung besuchen wollt.

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Und was gibt’s zu sehen? Ein buntes Sammelsurium aus 100 Jahren Rhein-Herne-Kanal. Zelte der Emscherkunst, genauso wie Postkarten aus Zeiten des Kriegs, Gemälde und Fotos mit Begebenheiten am Ufer des Kanals (ob das Mädel welches ihr Oberteil lupft wußte, daß sie mal Teil einer Ausstellung wird ;-) ), aber auch Fundstücke, die bei der Suche nach was ganz anderem im Kanal wieder ans Tageslicht befördert wurden. Dazu einen 75’er(!) Schraubenschlüssel, Pollerpuppen und Pokale aus dem Revier, Schiffsmodelle, prähistorische Funde und ein Auerochse in Lebensgröße (oder wie ein junger Besucher betonte, ein Aua-Ochse). Alles in allem eine kurzweilige Ausstellung, die bis zum Herbst an weiteren Standorten des Rhein-Herne-Kanals zu finden sein wird. Wenn die Ausstellung nicht Teil des Museums ist, wie im Schiffshebewerk, ist der Eintritt m.W. frei.

Oldtimerbilder dieses und vorheriger Treffen Flickr / Google+
100 Jahre Rhein-Herne-Kanal Flickr / Google+

Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet

Seit letzer Woche läuft eine neue Ausstellung in der Zeche Hannover in Bochum. Titel: “Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet” (5.4.-7.9.2014).

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Ich bin mir nicht sicher, aber manchmal habe ich das Gefühl, ich habe in meiner Jugend irgendetwas verpaßt. Jedes Jahrzehnt hatte ihre Jugendkultur. Studentenrevolte in den 60’ern, Discozeitalter in den 70’ern, Hausbesetzer und Punkszene in den 80’ern, nicht nur in Berlin, auch im Ruhrgebiet (z.B. in Bochum oder Dortmund), Graffiti und Techno in den 90’ern oder Steampunk ist heute noch aktuell. Bei keiner dieser Jugendbewegungen habe ich bewußt mitgemacht, zu keiner dieser Bewegungen kann ich mich wirklich zugehörig zählen. Vielleicht, weil ich mich niemals an irgendeine Mode anpassen wollte. Vielleicht weil ich lieber mein eigenes Ding gemacht habe.

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Die kleine aber feine Ausstellung zeigt jedenfalls an Hand von Bildern, Erzählungen und Alltagsgegenständen die Geschichte der Subkulturen des letzten Jahrhunderts. Die jüngste Bewegung “Steampunk” war mir nicht mal bekannt. Als ich das per Instagram schrieb, schrieb mir Haydee von Zauberhaft Wohnen, daß ich doch mal googeln möge. Habe ich getan und ganz tolle Bilder gefunden. Eines betrifft z.B. das Ausstellungsstück “Uhl`scher Kalkulator” (Laptop kann jeder ;-) ) und daß man einen USB Stick mit einem Wasserhahn versieht, damit die Daten fließen versteht sich von selbst :-D .

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Wenn ihr Zeit habt, schaut mal rein in Bochum, es gibt einige Termine mit Führungen durch die Ausstellung, einen Rap-Workshop oder am 22.5. (Do.) um 19 Uhr einen kostenfreien Filmabend: “Die Halbstarken” (mit Getränken und Snacks der 1950er Jahre). Eintritt in die Ausstellung ist, bis auf eine paar Sondertermine, übrigens frei. Achtet auf die begrenzten Öffnungszeiten der Zeche Hannover!

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Bilder wie (fast) immer im Ruhr2014 Album bei Google+ und bei Flickr.

Oldtimer auf Zollverein 2014

Es ist Sonntag früh, für den Vormittag ist noch Sonne angesagt, also mache ich mich frühzeitig auf den Weg nach Essen. Wie in den letzten Jahren, gibt es auch 2014 wieder Oldtimertreffen auf der Kokerei Zollverein. Ich mag es Sonntagmorgens auf der fast leeren Autobahn zu fahren. Auf dem Weg zur Kokerei stand schon eine kleine Schlange von Autos vor dem Eingang. Ein eindeutiges Zeichen, daß der Andrang mehr als groß sein dürfte. Und so war es auch, der Platz rund um die Kokerei war bereits kurz vor 11.00 Uhr gut gefüllt.

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Mein Weg vom Haupteingang in Richtung Kokerei wurde jäh gebremst, als ich sah, daß vor der Kokerei Bauarbeiten stattfinden und der Weg vom Schwimmbad aufwärts (“Blaue Allee”) an der ersten Kreuzung abgeriegelt war. Ebenso waren die Wiesen unterhalb der Kokerei mit Bauzäunen verstellt. Hätte ich mal auf der Homepage nachgeguckt, hätte ich diese Info gefunden “Auf Grund von Schäden an Bandbrücken und Schornsteinen ist die “blaue Allee” zum größten Teil bis auf Weiteres gesperrt“. Mhmm … also zurück zum Hauptweg, auf dem sich der komplette Verkehr (Fußgänger und Oldtimer) mischte.

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Nun geht man zum Oldtimertreffen ja eigentlich um Oldtimer zu treffen (Wahnsinns Wortspiel ;-) ), aber auch um Leute zu gucken. Letzteres war etwas schwierig, weil man seine Augen darauf richten mußte, daß einem kein Auto über die Füße fährt oder einem ein Radfahrer quer kommt, denn um Platz zu schaffen, wurde der Weg bis vor das RAG Gebäude geöffnet. Die Straße dorthin hat keine Bürgersteige und keine Wiesen neben dem Weg, sondern leider nur unatraktiven Bauzaun. Das bedeutet, daß sich Besucher und Oldtimerfahrer ziemlich nahe kommen. Keine optimale Lösung, ich hoffe, daß sich die Bauarbeiten nicht über das ganze Jahr ziehen.

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Die Highlights hielten sich etwas in Grenzen, die lustgen Momente gab’s trotzdem (s.o. Bild “Rauchabzug”). Nebenbei, woran merkt man daß man älter wird? Wenn die Oldtimer des Jahrgangs 1984, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei sind, einem so vorkommen, als hätte man die selbst gefahren. Ooopss … habe ich ja sogar, mein erstes Auto war ein VW Golf (I) und 1983 habe ich meinen Führerschein gemacht. Wie dem auch sei, ein paar interessante Bilder sind trotzdem entstanden, ihr bekommt sie wieder bei Flickr und Google+ zu sehen.

Zollern und Bergbau rund um Dortmund

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Da fährste staufrei durch dat halbe Ruhrgebiet (ja sowat gibbet, Samstags um 10.00 aufe A40) und auf’m Rückweg steckste dann anne letzte Brücke übern Rhein (kurz vor der Haustüre in Krefeld) fest, weil se der Brücke neue Gummis überziehen oder so. Da machste nix ;-) . Wo ich war? Ich war ma widder im Osten vom Ruhrpott, in Dortmund, genauer auf Zeche Zollern und Umgebung :-D . Getz aber ma in hochdeutsch.

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Auf Zeche Zollern war ich nun schon zum 3. Mal (siehe 2010 und 2013). Warum also gerade jetzt wieder? Dafür gibt es zwei Gründe. Nicht daß ihr denkt ihr würde mich überall durchschnorren, aber erstens war der Eintritt an diesem Samstag frei (die LWL Industriemuseen haben in jedem Museum solche Tage) und zweitens startete die Ausstellung “Über Unterwelten“. Last but not least ist die wunderschöne parkähnliche Anlage rund um die Zeche immer einen Ausflug wert.

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Zunächst ging es auf den Förderturm, einen Überblick verschaffen. Schließlich ist die Maschinenhalle seit einigen Wochen wieder frei von Gerüsten, Planen & Co. Endlich wieder freie Sicht auf das wunderschöne Eingangsportal (die Maschinenhalle selbst ist nach wie vor noch nicht wieder frei zugänglich) und die beste Sicht gibt es eben von oben. Danach war ich das erste Mal in der Lohnhalle, die an diesem Samstag geöffnet war. Wie in einem Schloß führt dort eine große Treppe in den ersten Stock. Es ist garnicht wichtig, in den ersten Stock zu kommen, das Geländer der Treppe ist das wirklich sehenswerte.

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Und da ich nicht der einzige Fotograf an diesem Samstag war, bekam ich die Empfehlung, mich mal auf den Schrottplatz zu begeben. Hinter der Maschinenenhalle links, dann nochmal um ein weiteres Gebäude und dann liegt er da … Schrott :-D . Eine Grubenlock, ein alter Wagon, Achsen und Räder, Zeug ohne Ende, das sich alles fotografieren läßt. Und wem erzähl ich das jetzt bloß, ach klar euch … “Ey, geil ich habe Schrott fotografiert” :-D .

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Zum Schluß gab’s dann, wie erwähnt, die Ausstellung “Über Unterwelten”. Eine sehr breit gefächerte Ausstellung, in der ihr etwas über Religionen und Mythen und die Götter der Unterwelt erfahrt, über den Glauben an die Hölle, aber ebenso über ganz reale Unterwelten beim Steinkohlebergbau, beim Bunkerbau oder beim Tunnelbau der heutigen Zeit (U-Bahn, Kanal, Strom- und Gasleitungen).

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Ihr meint das war’s schon? Nööö, wenn ich schon mal in der Gegend bin, habe ich auf dem Rückweg noch einen Abstecher zur Halde Schwerin gemacht (die Halde für den “kleinen Hunger”, weil in 5 Min. erklommen), mir den Hammerkopfturm (Schacht 3) und schließlich den Förderturm (Schacht 7) der Zeche Erin angesehen. Und danach … :-) ? Da war ich k.o. Ich habe mich auf den Heimweg begeben und bin schließlich an der letzten Brücke über den Rhein hängengeblieben. Ihr erinnert euch … sonst nochmal von Anfang lesen ;-) .

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Und weil die vielen Bilder hier alle garnicht reinpassen gibts die wie immer im Ruhr2014 Album bei Google+ und bei Flickr.

Westlichster Bergwerksposten

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Im Sommer 2013 war ich in Krefeld auf dem über alle Grenzen bekannten ;-) Aussichtsturm auf dem Hülser Berg und sah in einiger Entfernung einen alten Förderturm. Ein Bergwerk in Richtung Westen? Ich konnte den Förderturm nicht einordnen, denn die Blickrichtung war nicht Neukirchen Vlyn und erst recht nicht Moers. Megavergeßlich wie ich nun mal bin, habe ich den Förderturm, kaum daß ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, auch schon wieder vergessen.

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Als ich dann vor ein paar Tagen die WDR Lokalzeit Düsseldorf gucke (im Kabel habe ich die Lokalzeit aus Düsseldorf, auch wenn ich ab und zu die Lokalzeit Ruhr zitiere), sehe ich dort einen Bericht über eine alte Zeche und höre was von Abriß des Förderturms. Kanninchengleich stelten sich sofort meine Lauscher senkrecht. Ein Zechenbericht in der Düsseldorfer Lokalzeit? Ja, in der Tat. Es ging um die Zeche Tönisberg in Tönisberg bei Kempen am Niederrhein. Huch … Tönisberg? Da war ich ja noch nie (sonst würde ich die Zeche vermutlich auch kennen). Also flugs eine bekannte Suchmaschine in Gang gesetzt und mir den Weg dorthin rausgesucht … “Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt”.

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Zu meiner großen Freude sollte sich die Zeche Tönisberg (meines Wissens übrigens die westlichste Zeche in Deutschland und damit auch westliche Grenze des Steinkohlenbergbaus) in der Windmühlenstraße befinden und naheliegender Weise befindet sich dort auch noch eine restaurierte Kastenbockwindmühle am Wegesrand die auf Besichtigung wartet. Alles zusammen also der perfekte kleine Ausflug für einen Nachmittag. Donnerstag (Frühlingsanfang, schönstes Wetter) kurzerhand früher Feierabend gemacht und ab dafür.

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Fairer Weise sollte ich noch erwähnen, daß das ehemalige Zechengelände von einem Kunststoffhersteller genutzt wird und die Tore an dem Nachmittag offen standen. Ich habe mich für ein paar Fotos “reingeschlichen”, denn von außen ist neben einigen alten Gebäuden vom Förderturm leider nur wenig zu sehen. Ich bin gespannt, was aus dem Förderturm wird und erzähl’s euch, wenn der WDR wieder berichtet. Gerne hätte ich noch ein bisschen Zeit an der Winmühle verbracht, aber dafür war der Nachmittag zu kurz und rund um die Windmühle gibt’s außer einer Bank auch nur wenig Möglichkeiten sich aufzuhalten (dafür gab’s schöne Fotos :-D ).

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P.S.: Ich habe noch ein paar Bilder hochgeladen bei Google+ und Flickr.

Tiger, Turtle und Terminkalender

regenschirmDer erste Monat ist bereits rum und so langsam füllt sich der Terminkalender für 2014. Bis auf’s Wochenende verbringe ich momentan allerdings 9 bis 10 Stundentage im Büro und schlage mich mit Anpassungen zum Thema SEPA rum. Die langen Bürotage wirken, sich “positiv” auf mein Gleitzeitkonto aus, die Tage verfliegen hingegen wie der Wind. Bitte entschuldigt, wenn ich z.Zt. auch wenig in euren Blogs lese und kommentiere. Irgendwann kommt hoffentlich der Frühling, meine Nase kündigt bereits den Pollenflug an, und dann ist auch wieder mehr Zeit für Blog’s und Ausflüge.

Zurück zum Terminkalender, in den ihr bestimmt ganz andere Termine eintragt als ich in meinen, aber wenn ihr die eine oder andere Anregung benötigt, nachfolgend (und jederzeit wieder da rechts außen) findet ihr eine Auswahl interessanter Veranstaltungen, Ausstellungen oder Termine für freie Museumseintritte in 2014.

Wenn ihr mehr wissen wollt klickt auf einen Termin. Es werden auch Google Funktionen wie GoogleMaps unterstützt, so daß derjenige, der sich nicht so genau auskennt gleich ‘ne Karte auf Mausklick dazu bekommt. Termine, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, (z.B. die Landesgartenschau in Zülpich, 100 Jahre Rhein-Herne-Kanal u.ä.) tauchen an jedem Tag im Kalender auf. Ihr habt noch andere interessante Termine? Dann ab damit in die Kommentare.

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An diesem Wochenende startet u.a. auch wieder das Parkleuchten im Grugapark in Essen, aber so wie es aussieht, wird der Auftakt wohl ins Wasser fallen :-( , dafür konnte man am letzten Wochenende nicht über das zeitweise sonnige Winterwetter klagen und daher habe ich mal wieder die Halde im Duisburger Angerpark besucht und für einen Winterspaziergang genutzt. Gefühlt haben das ungefähr 1.000 andere Besucher auch gemacht. Aber die Halde liegt halt fast vor meiner Haustüre :-) , da machste nix.

Von Fördertürmen, U-Booten und einem Geburtstag

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Ich sachet euch, wenn einen der Job zu 150% fordert, bleibt für die Pflege des Blogs hier momentan etwas weniger an Zeit. Außerdem bin ich z.Zt. auch nicht jedes Wochenende unterwegs. Am Samstag war ich (ausnahmsweise) mal wieder bei diesem schwedischen Möbelhaus, um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen und bin dann im Anschluß zum wiederholten Male in den Landschaftspark Duisburg Nord. Wie ich erst jetzt auf der Homepage des Landschaftsparks gelesen hatte, stehen dort seit November 2,80 Meter große und 1,2 Tonnen schwere Figuren, Menschen-Silhouetten des Moerser Künstlers Pit Bohne und warten darauf fotografiert zu werden (ital. Variante, Füße einbetoniert ;-) ).

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Die Figuren stehen dort voraussichtlich noch bis Frühjahr 2014 und veranstalten eine “Stille Demo”. Außerdem gibt es auch schon seit Dezember in den Tagesbunkern 2-5 wieder eine neue Videoinstallation mit Filmaufnahmen aus dem Jahr 1953. Unterlegt sind diese mit werkstypischen Klängen des Hüttenwerks. Ihr startet die Videoinstallation mit einem Knopfdruck Nix waret mit Video, die Soundinstallation und farbig beleuchtete Sachen gab’s, aber das Video war wohl kaputt :-( .

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Ganz nebenbei, der Landschaftspark hat dieses Jahr Jubiläum, denn seit 20 Jahren ist dieser für jeden Besucher geöffnet. Da auch die Modernisierung der drei Kaminringe an der Lichtinstallation 2013 abgeschlossen wurden, muß ich auch mal wieder am Abend hin.

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Von soviel schönem Wetter beflügelt habe ich auf den Rückweg nochmal recht sund links der Strecke nach Fördertürmen von alten Zechen Ausschau gehalten. Pssst … eigentlich hatte ich mich etwas vorbereitet :-) , denn ich lese immer wieder mal hier und dort von alten Anlagen, nur leider sind die meisten Zechen heute ja umgewidmet oder ganz abgerissen. So war ich bisher z.B. weder in Dinslaken (Zeche Lohberg) noch in Neukirchen Vluyn (Zeche Niederberg, ganz in der Nähe der Halde Norddeutschland).

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Näher als an den Zaun kommt man leider nicht, aber in Lohberg geht man dafür ganz lieb mit Straßenpollern um. Wenn’s kalt wird bekommen die ein selbstgestricktes Mützchen ;-)

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Auch an der Zeche Niederberg war alles weiträumig abgesperrt. Dort sah es sogar so aus, als wenn das riesige Gelände eine neue Straßenanbindung bekommt. War allerdings alles noch noch in Arbeit. Für ein paar Förderturmbilder reichte das Zoom aber allemal aus, mehr gab es nicht zu sehen.

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Last but not least habe ich dann noch einen Abstecher in den Duisburger Innenhafen gamacht, denn das U-Boot Modell aus der Ruhr2010 Aktion “RuhrAtoll” liegt ja seit einiger Zeit dort und ist jetzt wieder begehbar (ich hatte euch hier im Oktober kurz angeteasert :-) ). Aber ich muß euch enttäuschen, das U-Boot kann nur besichtigt werden, wenn man das Museum Küppersmühle besucht (es sei denn ihr wohnt in Duisburg, da gibt’s so eine Regelung von wegen Donnerstags mit Perso kostenlos ins Museum). Ich durfte nichtmal kurz gucken :-( . Pffft … dann eben nicht.

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Während ihr das jetzt lest, lege ich mal meinen neuen “schwedischen” Teppich unter den Wohnzimmertisch. Bilder zum Samstagsauflug gibt’s bei Flickr oder Google+, Bilder vom Teppich bei Ikea :-) .

Zeche Holland

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Genug der Jahresrückblicke, ein Blick voraus … oder ne doch nicht, einen hab’ ich nämlich noch aus 2013. Bevor ich mal wieder einer Show im Bochumer Planetarium beiwohnen durfte, habe ich in der letzten Dezemberwoche noch einen kleinen Abstecher nach Wattenscheid gemacht. Liegt ja sozusagen an der A40 gleich links. Dort liegt oder besser lag die Zeche Holland. Viel ist nicht mehr übrig, aber der markante Förderturm steht noch, etwas einsam und verlassen, in einer kombinierten Wohn-, Gewerbe- und Grünfläche. Aus der Ferne gut zu erkennen durch die Aufschrift “Holland” trotzt der Förderturm dort Wind und Wetter. Leider ist Wind und Wetter wohl auch das Problem, daß eine Sanierung ins Stocken geraten ist oder besser gesagt garnicht wirklich in Angriff genommen wurde. Vor einer Sanierung müßte die Standsicherheit gesichert werden, aber auch das kostet wieder Geld.

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Schade um das schöne “Bauwerk”, das ursprünglich sogar mal über der Zeche Zollverein stand, bevor es nach Wattenscheid versetzt wurde. Jetzt dümpelt es so vor sich hin, nix Aussichtsplateau, nix Anstrich, nix Sanierung. Bevor es zu dem hoffentlich nicht stattfindenen Abriß kommen wird, dachte ich mir, machste doch mal ein paar Fotos. Liegt ja sozusagen an der A40 gleich links (aber das sagte ich ja schon). Die Bilder sind noch im 2013’er Album bei Flickr bzw. Google+ zu finden.

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