Die Wandersprosse und andere exotische Lebensformen

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Zum Landschaftspark Duisburg Nord, einem alten Hüttenwerk, das vor 20 Jahren in einen Landschaftspark umgestaltet wurde, muß ich euch nichts erklären oder? Viel Platz um spazieren zu gehen, Industriearchitektur zu bestaunen oder um auf einen echten Hochofen zu klettern. Am 28.06.2014 lädt der Landschaftspark nicht nur wieder zur Extraschicht ein, sondern ab 12.00 Uhr auch zum 20-jährigen Jubiläum und damit zum großen Jubiläums-Familienfest.

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In der letzten Woche war ich allerdings dort, um mir das “Kunst.WERK 2014 – REFUGIEN II – Von den Beziehungsgef(l)echten zwischen Mensch und Natur” zu betrachten (etwas sperriger Name). In den Vorratsbunkern 2-5 stehen und hängen merkwürdige Kreaturen und Kunstwerke, teilweise zwischen Pflanzen versteckt, teilweise an Fäden aufgehängt. REFUGIEN II erzählt, ich zitiere mal, “… von den dauernden Versuchen des Menschen, gestaltend und regulierend Einfluss auf seine (Um)Welt zu nehmen”.

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Während in einem Blumenbeet eine Wandersprosse (Stirps vagans muelleri) – ein biomorpher Neophyt – seine Arme bedrohlich ausstreckt (ihr könnt selber mal danach googeln ;-) ), verstecken sich im Gestrüpp entlang des Bunkerstegs in der Erzbunkeranlage weitere exotische Lebensformen und pflanzliche Invasoren. Ist das da vorne nicht ein Herz? Ja, aber es schlägt nicht mehr. Unterdessen läuft im dunklen Teil des Erzbunkers eine Filminstallation (Knopf drücken).

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Die Kunstwerke der Ausstellung REFUGIEN II – Von den Beziehungsgef(l)echten zwischen Mensch und Natur von Corinna Kuhn und Detlef Kelbassa (Kelbassa´s Panoptikum) sind manchmal witzig, manchmal rätselhaft und erwecken manchmal den Eindruck, sie entstammten einem Bastelnachmittag im Kindergarten. Geöffnet ist die Ausstellung in den Erzbunkeranlagen in der Zeit vom 04. Mai bis 05. Oktober 2014 täglich (Montag bis Donnerstag) von 08:00 – 22:30 Uhr und Freitag bis Sonntag sogar von 08:00 – 01:00 Uhr. Wichtig, es kostet keinen Eintritt.

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Allez hopp, die Katze macht (Achtung Wortspiel) einen Katzensprung während hinter dem Rücken das “eiskalte Händchen” über einem schwebt. Besonders interessant erscheint die Faden-/Kunstwerkkonstruktion, wenn die Sonne in den Erzbunker scheint, denn dann ergeben sich zum Teil interessante Schattenspiele an den Bunkerwänden. Ich empfehle nach dem Betreten der Bunker von unten, auch mal in die erste Etage zu klettern und sich das Kunstwerk von oben anzusehen. Bis Oktober habt ihr ja noch Zeit, vielleicht auch am Tag des Jubiläums-Familienfests. Mehr Bilder? Auf zu Google+ oder Flickr.

Der schöne Schein

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Wie fange ich denn diesen Blogbeitrag jetzt an? Schreibe ich was über großformatige Meisterwerke oder über die “320°” Lichtproduktion oder erkläre ich euch was der Gasometer ist? Also ich glaube den Gasometer kennt ihr (sonst klickt ihr hier). Fangen wir also mit den Meisterwerken an. Bilder für die man sonst nach Berlin (Nationalgallerie) nach New York (MoMa) oder in den Pariser Louvre reisen müßte, Bilder aus London oder Florenz sind allesamt vereint in einer Ausstellung, die sich im Gasometer auf zwei Ebenen befindet. Nicht die Originale versteht sich, sondern vergrößerte Reproduktuionen sind Teil der Ausstellung “Der schöne Schein“.

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Wenn ich ehrlichbin, mit Bildern habe ich es nicht so. Nur die wenigsten davon würde ich mir ins Wohnzimmer hängen, aber wenn ihr „Nofretete“, die „Venus von Milo“, die Frau mit den zwei Vornamen („Mona Lisa“), Caspar David Friedrichs „Mondaufgang am Meer“ oder van Goghs „Sternennacht“ sehen wollt, dann seid ihr hier richtig. Zum Glück sind es “Meisterwerke” der Kunstgeschichte, oder was wäre sonst der Grund freizügige Jünglinge, Frauen oben ohne oder die Geburt der Venus zu zeigen ;-) ? Außerdem Gipsabgüsse von Frauen mit appe Arme, von Männern mit appem Geschlechtsteil oder Personen mit apper Haut :-D. Wenn ihr also Kunst sehen wollt, die (Achtung Wortspiel) unter die Haut geht und für die ihr sonst um die halbe Welt reisen müßtet, kommt in diese Ausstellung.

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Gut gefallen, hat mir die Idee ein Fresco kopfüber an die Decke zu hängen und selbiges unter zu Hilfenahme eines riesigen Bodenspiegels zu betrachten. Doch Höhepunkt der Ausstellung ist die Installation “320° Licht” der Bremer Künstlergruppe URBANSCREEN. Nehmt euch eines der Sitzsack Kissen und macht es euch auf der Treppe oder auf dem Boden der zweiten Ebene bequem. Die Augen müsse sich zunächst an die Dunkelheit des Raums gewöhnen, bevor man die Installation genießen kann. Die rd. 100 Meter zwischen der ehemaligen Gasruckscheibe und dem Dach verschwimmen mit der Installation zu einem einzigartigen Gesamtbild.

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Leider ist die Illumination für Fotos etwas lichtschwach (zumindest ohne professionelles Equipment), aber ich habe trotzdem einige Versuche unternommen und das Ergebnis seht ihr in diesem Blog und bei Google+ oder Flickr. Wohlgemerkt das menschliche Auge hat eindeutig Vorteile gegenüber der Kamera. Die Ausstellung läuft noch bis 30.12.2014. Ach ja, nicht vergessen nach der Ausstellung auf’s Dach zu fahren und das Ruhrgebiet aus 117 Metern Höhe zu betrachten. Es gibt kaum einen besseren Aussichtspunkt dafür.

P.S.: Urbanscreen.com zeigt, wie das mit der Aufnahme funktioniert, wenn man die richtige Kamera besitzt.

Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet

Seit letzer Woche läuft eine neue Ausstellung in der Zeche Hannover in Bochum. Titel: “Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet” (5.4.-7.9.2014).

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Ich bin mir nicht sicher, aber manchmal habe ich das Gefühl, ich habe in meiner Jugend irgendetwas verpaßt. Jedes Jahrzehnt hatte ihre Jugendkultur. Studentenrevolte in den 60′ern, Discozeitalter in den 70′ern, Hausbesetzer und Punkszene in den 80′ern, nicht nur in Berlin, auch im Ruhrgebiet (z.B. in Bochum oder Dortmund), Graffiti und Techno in den 90′ern oder Steampunk ist heute noch aktuell. Bei keiner dieser Jugendbewegungen habe ich bewußt mitgemacht, zu keiner dieser Bewegungen kann ich mich wirklich zugehörig zählen. Vielleicht, weil ich mich niemals an irgendeine Mode anpassen wollte. Vielleicht weil ich lieber mein eigenes Ding gemacht habe.

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Die kleine aber feine Ausstellung zeigt jedenfalls an Hand von Bildern, Erzählungen und Alltagsgegenständen die Geschichte der Subkulturen des letzten Jahrhunderts. Die jüngste Bewegung “Steampunk” war mir nicht mal bekannt. Als ich das per Instagram schrieb, schrieb mir Haydee von Zauberhaft Wohnen, daß ich doch mal googeln möge. Habe ich getan und ganz tolle Bilder gefunden. Eines betrifft z.B. das Ausstellungsstück “Uhl`scher Kalkulator” (Laptop kann jeder ;-) ) und daß man einen USB Stick mit einem Wasserhahn versieht, damit die Daten fließen versteht sich von selbst :-D .

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Wenn ihr Zeit habt, schaut mal rein in Bochum, es gibt einige Termine mit Führungen durch die Ausstellung, einen Rap-Workshop oder am 22.5. (Do.) um 19 Uhr einen kostenfreien Filmabend: “Die Halbstarken” (mit Getränken und Snacks der 1950er Jahre). Eintritt in die Ausstellung ist, bis auf eine paar Sondertermine, übrigens frei. Achtet auf die begrenzten Öffnungszeiten der Zeche Hannover!

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Bilder wie (fast) immer im Ruhr2014 Album bei Google+ und bei Flickr.

Hair! Das Haar in der Kunst

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Haare, lang oder kurz, offen oder als Zopf, gefärbt oder Natur? Alles eine Frage der Mode. Und weil Mode und Kunst nahe beieinander liegt, liegt auch nichts näher, als eine Ausstellung zu dem Thema Haare zu machen. “Hair! Das Haar in der Kunst” lautet daher der Titel der aktuellen Ausstellung in der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen. Eine Ausstellung über Haare? Was wird denn da wohl gezeigt? Zopfflechtkünste oder das schüttere Haupthaar von Telly Savalas ;-)? Na ja so ähnlich. Eine ganze Reihe von Bildern, mal fotografiert, dann wieder gemalt, mal mit Bleistift und mal im Siebdruck. Immer haben sie irgendwas mit Frisur oder Haar zu tun.

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Nun ist das mit Bildern bei mir ja so’ne Sache. Ein schöner Akt und eine tolle Landschaft können mich begeistern, aber eine künstlerische Zeichnung sieht für mich machmal so aus wie eben ‘ne Zeichnung aussieht. Was will uns der Künstler damit sagen, hat es eine Bedeutung, daß da das vorne rechts …. egal wer will das schon wissen? Wenn ich mal eines der wenigen längeren Telefongespräche führe, kritzel ich auch schon mal musteriges auf’s Blatt. Ist das dann auch schon Kunst ;-)?

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Wie dem auch sei, ich laufe an einigen Zeichnungen achtlos vorbei (tut mir ja auch ehrlich leid *hüstel), während mich Installationen, Firguren, Dinge halt die ich (be-)greifen kann öhm … könnte, was im Museum natürlich strengstens untersagt ist, wesentlich mehr interessieren. So gibt es z.B. eine frei im Raum schwebende Papierkunstdarstellung eines Friseursalons aus Büttenpapier oder ein Nagelbild, welches die Schrift statt mit einem Faden mit Pferdehaar hervorzaubert.

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Dann sind da diese stark behaarten Körperteile, die es einem ermöglichen einen weiblichen Körper nur unter Zuhilfenahme der Haare zu formen, das Klo, das komplett mit Haaren bedeckt ist (ich möchte gleich das Kehrblech auspacken), der Oberkörper von einem gewissen (Han) Solo :-) und last but not least das Highlight die Frau ohne Gesicht. Sie sitzt in einem Sessel, hat den Arm auf’s Bein gestützt und dreht den Kopf weg vom Betrachter … immer, auch wenn man ihren Sessel umrundet. Das finde ich originell. Ich habe Hair! mit der RuhrTopCard besucht, so daß mich der Ausflug nichts weiter gekostet hat, ob die Ausstellung was für euch ist müßt ihr selber wissen. Ich war in ca. 1 Stunde durch.

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Jetzt ein ganz hater Schnitt (ha ha kleines Frisuren Wortspiel ;-)), denn wenn ihr schon mal in der Ecke seid, in Duisburg liegt (noch nicht öffentlich begehbar) seit kurzem das U-Boot aus der Ruhr2010 Aktion “RuhrAtoll”. Vom Baldeneysee ist es in den Duisburger Innenhafen umgezogen und soll in absehbarer Zeit besichtigt werden können. Es ist wohlgemerkt ein Kunstwerk, kein echtes U-Boot, aber vielleicht schneidet ihr euch die Info einfach hier aus und legt sie euch schon mal auf Halde (muahaha noch’n Wortspiel) :-D.

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Dampf, Durst und dolle Sachen

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Was sich anhört, wie eine neue Folge von Nick Knatterton (kennt den eigentlich noch jemand), ist der Inhalt eines Samstagsausflugs zur Zeche Hannover nach Bochum. Wat is’n Dampfmaschin’, einst ein Filmzitat aus “Die Feuerzangenbowle”, konnte man sich an diesem Wochenende nicht nur fragen, man konnte es sich auch ansehen. An diesem Wochenende fand mal wieder das Dampffestival auf der Zeche Hannover statt. Ein feuchter Jungstraum wurde für manchen Besucher wahr, denn die Atraktionen des Tages hatten jede Menge Holz vor der Hüttn im Kessel und Dampf im Ofen. Dampfwalzen und Dampftracktoren aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts erzeugten so eine Menge Qualm. Da sag noch einer das Ruhrgebiet hat keinen Dampf.

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15 originale Dampfwalzen, Dampftraktoren, Lokomobile (da kannte ich nicht mal das Wort), dampfgetriebene PKW und LKW aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden ließen das Dampfzeitalter wieder lebendig werden. Der Asphaltboden zittert, es wummert im Ohr, als ich an einen dicken Beat mein junges Herz verlor … ;-) . Und zu allem Übefluß gab’s dann auch noch die Original Dampfmaschine der Zeche Hannover im Einsatz (für Schauvorführungen allerdings gesteuert durch Druckluft und angetrieben mit einem Elektromotor). Und was trank der Bergman früher so? “Gar Nichts” (man achte auf die Flasche links ;-) ).

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Rund um die Zeche tat sich besonders viel für die kleinsten Besucher (incl. der Maus aus der Sendung mit der Maus) während sich die Größeren die Ausstellung “Zum Wohl! – Getränke zwischen Kultur und Konsum” ansehen durften. Die Ausstellung geht übrigens noch bis zum 01.09.2013 und kostet m.W. keinen Eintritt. Achtet nur auf die etwas ungewöhnlichen Öffnungszeiten der Zeche Hannover (von Wochenenden wie diesem mal abgesehen). Sehr eisenhaltig ist hier übrigens der Lachs, der wird nämlich zum Räuchern ans Holz genagelt.

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Wußtet ihr z.B. daß die Marke Sinalco nach eigenen Angaben die älteste Marke alkoholfreier Erfrischungsgetränke in Europa ist? Sie wird heute, mit Ausnahme der Schweiz, von der Duisburger Hövelmann-Gruppe in rund 50 Ländern vertrieben und stammt ursprünglich aus Detmold. NRW und hier besoders das Ruhrgebiet sind ganz vorne mit dabei (wenn’s da nicht Coca Cola gäbe). Die Ausstellung zeigt neben den deutschen “Kultgetränken” u.a. auch eine original historische Trinkhalle aus dem Jahr 1921. Die Trinkhalle stand bis 1995 in der Bergarbeitersiedlung Schwerin in Castrop-Rauxel. Na, erkennt sie jemand wieder?

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Wie immer gibt’s mehr Fotos bei Flickr und Google+.

In Christos Stoffzelle (BigAirPackage)

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Ker wat war dat gestern windig im Revier. Ich hatte mich aufgemacht das große Luft Packet (BigAirPackage) von Christo im Gasometer zu bestaunen. Der Name paßte zum Wetter, kein Wunder also, daß die Luft da mächtig wehte, aber bereits vor der Türe und zwar eisekalt aus Richtung Ost (was nicht wirklich mit der Ausstellung zu tun hatte :-) ). Kurz eine Erklärung für alle, denen der Gasometer jetzt nicht so geläufig ist. Der Gasometer ist ursprünglich ein 117 Meter hoher “Behälter” in dem Gichtgas und später Kokereigas zwischengespeichert wurde. Heute ist es die höchste Ausstellungshalle Europas mit einem Speichervolumen von 347 000 m³, einer Höhe von 117 Meter und einem Durchmesser von knapp 68 Meter (Quelle: Wikipedia).

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Im Inneren dieser “Halle” hat Christo nun also eine Skulptur aus 20.350 Quadratmetern lichtdurchlässigem Gewebe und 4.500 Metern Seil fertigen lassen. Die Skulptur wird mit zwei Gebläsen und einem konstanten Luftdruck aufgeblasen wie ein riesiger Ballon. Im aufgeblasenen Zustand erreicht das BigAirPackage ein Gewicht von 5,3 Tonnen, eine Höhe von mehr als 90 Metern, einen Durchmesser von 50 Metern und ein Volumen von 177.000 Kubikmetern. Der Clou man kann den “Ballon” nicht nur von außen bestaunen (mit dem Aufzug aufs Dach des Gasometers sogar von oben), sondern auch von innen. Eine Drehtüre und ein paar Treppenstufen führt mitten hinein in ein weißes Nichts.

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Kaum drinnen, fletzen sich bereits die ersten Besucher auf großen Kissen auf dem Boden, weitere laufen auf und ab oder sitzen auf den Treppenstufen. Alles ist weiß, die Stoffbahnen an den Wänden, die Decke, der Fußboden, die Treppen … eben alles. Man hat kaum Anhaltspunkte, um die Höhe zuschätzen. Aber alle fotografieren erstmal, ich natürlich auch :-D . Durch die Dachluken scheint die Sonne von oben auf den Stoff, dazu hängen von der Decke eine Reihe von Lampen. Ein angenehmes Rauschen der Gebläse ist zu vernehmen, es herrscht kein unangenehmer Überdruck o.ä. wie ich es vermutet hatte. Die Kinder spielen Fangen, ihre Rufe hallen wieder, ansonsten ist es relativ ruhig. Zeit einfach Luftlöcher in das BigAirPackage zu gucken. Einige sprechen von Problemen mit dem Gleichgewicht, weil alles weiß in weiß ist, ich habe keine derartigen Probleme. Ich starre die Wände an, gucke wieder an die Decke, beobachte die Leute und starre wieder an die Wände. Bin hin und hergerissen zwischen Kälte am Po (die Metalltreppe auf der ich sitze) und Faszination der Installation. Ich daddel ein bisschen am Handy (kein G3 Empfang in dem “Behälter”) und sitze so bestimmt 20 Minuten da rum. Ganz schön Gaga oder?

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Dann geht’s in den gläsernen Aufzug und ab nach oben. Jetzt merkt man erst wie riesig das BigAirPackage ist. Man fährt und fährt und fährt … Knapp unter der Decke darf man aussteigen und runterschauen. Keine Angst, kräfigartige Metallgitter verhindern schlimmeres. Fotos machen ohne Ende, dann rauf aufs Dach zur Aussichtsetage. Solange man auf der Westseite steht geht’s. Wunderschöner Sonnentag bei rd. 3-4 Grad. Geht man dann den Rundweg einmal rund ums Dach kommt man unweigerlich auf die Ostseite und der Ostwind bläst einem alles weg, was bei 117 Metern Höhe nicht angebunden oder festgezurrt ist. Ich habe Mühe den Fotoapparat ruhig zu halten. Das hält man ja im Kopp nicht aus. Schnell wieder zurück auf die Westseite, Instagrambild zusammengedaddelt, zurück nach drinnen und im Aufzug wieder nach unten. In Parterre gibt’s noch eine Ausstellung bisheriger Christo Projekte. Jetzt brauche ich wieder etwas Wärme und da das Auto schön in der Sonne steht, schnell rein und Türe zu. Ich finde der Besuch hat sich gelohnt, für den Eintritt habe ich übrigens die RuhrTopCard genutzt.

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Das Bilder Nachbearbeiten hat etwas Zeit gekostet, denn das weiße Nichts zu fotografieren ist garnicht so einfach. Wenn ihr also “nichts” sehen wollt, guckt ihr hier bei Flickr oder Google+.

Kameramuseum und Steinschlag am Schloß Broich

IMG_2987Vielleicht erinnert sich der eine oder andere, daß ich 2010 schon mal im Müga Park (in Mülheim/Ruhr) und in dem kleinen aber feinen Museum im Broicher Wasserturm war. Das Museum mit dem Namen Camera Obscura zeigt die Geschichte des Films und wie die Bilder laufen lernten. Neben dem kleinen Museumsshop und der Cafeteria in Parterre zeigt das Museum auf zwei Etagen erstaunliche Exponate, z.T. Einzelstücke, für die selbst Sammler, wie ich hörte, schon hohe Summen geboten haben. Da das Museum aber der Stadt Mülheim an der Ruhr gehört, ist ein Verkauf der Exponate natürlich ausgeschlossen.

Bilder fürs Internet20Schon damals hatten es mir die Bilder angetan, die stark verzerrt dargestellt nur dann sichtbar werden, wenn man sie vor einen zylindrisch gewölbten Spiegel hält (Anamorphose). Ein Beispiel ist an der Decke des Broicher Wasserturms angebracht. Desweiteren kann man Knöpfchen drücken und Bilder in Leuchtkästen erstrahlen lassen, an Prismen drehen, an überdimensionalen Daumenkinos spielen uvm. Während ich noch so darüber nachdenke, was ich euch noch so schreiben könnte, stolpert am Sonntag ein Link durch meine Facebook Timeline zu genau diesem Museum.

Bilder fürs Internet19Tja was soll ich sagen, besser als in diesem Beitrag hätte ich es kaum weiter beschreiben können. Die Camera Obscura selbst habe ich mir dieses Mal nicht vorführen lassen, denn die hatte ich ja bereits beim letzten Mal gesehen. Stattdessen bin ich durch den jahreszeitlich bedingt noch etwas kahlen MüGa Park spaziert und habe mich gegenüber im Schloß Broich noch etwas umgesehen. Vier Verzerrspiegel aus Metall helfen euch auf dem Weg dahin eurer Idealfigur näher zu kommen :-) . Ihr könnt mal groß, klein, dick oder dünn … ich will so bleiben wie ich bin … sein :-D .

IMG_2926Ihr könntet aber auch einfach irgendwo auf einer der zahlreichen Bänke platznehmen, nix tun und auf den Frühling warten. Es gab schon spannendere Locations. Nur im Bambuswäldchen komme ich mir kurzzeitg vor wie im Dschungel. Ich bin ein Star, holt … öhm … ach ne. Rund um das Schloß wird’s dann ziemlich gefährich. Kaum auf dem Schloßhof angekommen, erwarten mich bereits erste Hinweisschilder auf Steinschlag.

IMG_2879Huch, das Schloß scheint in Renovierung begriffen zu sein, überall stehen dezente Bauzäune herum und ich habe keinen Helm dabei. Ich spare mir daraufhin die weitere Erkundung und mache mich auf den Rückweg. Alles in allem ist der Müga Park gut für einen Sonntagnachmittagsspaziergang, nicht mehr und nicht weniger (Fotos bei Flickr und Google+ (Picasaweb)).

Marilyn Monroe besucht

Mit der RuhrTopCard habe ich heute mal wieder die Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen besucht. Zur Zeit läuft dort (bis 13. Januar 2013) die Ausstellung zum Thema “Marilyn Monroe”. Die Ausstellung geht über drei Etagen, in Parterrre gibt es hauptsächlich Bilder aus dem Jahr 1962 (kurz vor ihrem Tod) zu sehen, eine Etage höher sind PopArt Bilder (nicht ganz mein Geschmack) und Bilder aus den 50′er Jahren zu sehen und in der 3. Etage sind dann unter anderem die bekannten Aktbilder aus dem Jahr 1949 zu sehen. Diese Bilder, 1952 in einem Kalender und 1953 im Playboy veröffentlicht, dürften Marilyn Monroe Fans wohl bekannt sein.

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Wenn ihr euch jetzt für die Fotos interessiert schaut mal hier, bei der letzen Auktion im Frühjahr erwiesen sie sich als Ladenhüter :-D . Wenn ihr lieber in die Ausstellung wollt, sucht doch als Vorbereitung mal nach Bildern(!) bei Google, Suchbegriff: “Marilyn Monroe Bert Stern The last sitting” und verschafft euch so vorab einen Überblick (wohlgemerkt nicht alle Bilder sind auch in der Ausstellung).

Nebenbei, interessant finde ich, daß Schülerinnen und Schüler des Oberhausener Elsa-Brandström-Gymnasiums zu Museumsexperten ausgebildet werden, um Schulklassen durch die Ausstellung zu führen. Ich hatte mich nämlich beim Betrachten der Bilder gefragt, ob heutige Schüler Marilyn Monroe überhaupt noch kennen. Wer in den 70′er Jahren groß geworden ist, hat in Jugendzeitschriften immer mal wieder von ihr gelesen (bis hin zum Starschnitt), aber heute? Wenn ihr heute Schüler seid, schreibt mir doch mal, was ihr über Marilyn wißt.

P.S.: Ich habe noch eine schöne Blogseite zur Ausstellung gefunden, schaut mal rein.

Oldtimer, Zeche und Industriekultur

In den letzten Tagen war es in Sachen neuer Fotos etwas ruhiger, denn ich war beschäftigt mit Erstellen des Audio- und Videopodcasts “Reingespuelt” Ausgabe 4. Die Audiofolge ist seit gestern online, die Videofolge folgt kurzfristig. Aber das schöne Wetter hat mich trotzdem rausgezogen. Fast schon vergessen habe ich über das letzte Oldtimertreffen im Krefelder Stadtwald zu berichten. Da sich die Fotoausbeute auf wenige Bilder beschränkte hier dieses Mal nur eine Collage. Es war schon gut besucht, keine Frage, aber die meisten Fahrzeuge kannte ich dann schon. Neue Termine für 2012 gibt es dann mit Sicherheit wieder hier zu finden.

Dann war ich nochmal auf Zeche Zollverein, um mir die Ausstellung “A40″ von Sebastian Mölleken anzusehen. Er hat mit seinen Bildern hinter die Schallschutzmauern und unter die Brücken der A40 geblickt. Die Ausstellung findet derzeit im “Portal der Industriekultur” statt.
Neben dem regulären Eintritt von 2,- Euro kostet die Ausstellung nichts extra, aber wenn ich ehrlich bin, ich war auch ein wenig enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir mehr erwartet, als z.B. ein paar Kühe und Pferde, einen Heuballen und einen schmucklosen Hinterhof. Wer trotzdem möchte, die Ausstellung geht noch bis zum 30. November 2011. Und da ich nun einmal da war, bin ich auch nochmal rauf aufs Dach der Zeche, weil an dem Tag wieder mal der Zeppelin über Essen kreiste. Außerdem fiel mir auf, daß die “Mannschaftsbrücken” genannten Hochwege wieder frei zugänglich sind (diese waren Anfang des Jahres aus Sicherheitsgründen gesperrt).

Last but not least war ich dann auch nochmal im Bochumer Westpark (“Jahrhunderthalle”). Auch hier habe ich noch ein paar Fotos gemacht, die ihr dann auch im entsprechenden Album unter Flickr, Sevenload oder Picasaweb finden könnt. Dieses Mal habe ich mein Hauptaugenmerk auf die Erzbahntrasse gelegt, denn über die Brücke (Erzbahnschwinge genannt) führt ein gut ausgebauter Radweg (einer der wenigen gut ausgebauten in Bochum, wie man munkelt). Der Park war an dem sonnigen Tag jedenfalls gut gefüllt, nicht nur mit Radausflüglern sondern mit Sonnenhungrigen am vielleicht letzten Sommertag diesen Jahres.

MS-Wissenschaft – Neue Wege in der Medizin

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Heute mal ein kurzer Blogbeitrag, weil ganz aktuell. Wer morgen (Sonntag den 28.08.2011) noch nichts vor hat und in Oberhausen oder rund um Oberhausen wohnt, hat noch Gelegenheit die MS-Wissenschaft zu besuchen. Ein Binnenschiff, welches innen zu einer Art Ausstellung umgebaut wurde und dort momentan “Neue Wege in der Medizin” zeigt. Das Schiff liegt auf dem Rhein-Herne-Kanal direkt am Schloß Oberhausen (unterhalb der neuen Brücke “Slinky springs to Fame”).

Wer’s morgen nicht mehr schafft oder weiter nordwestlich wohnt, hier gibt’s den Tourplan des Schiffes. Mal den eigenen Herzschlag hören(!), einen Blick in Leber und Gehirn, den Altershandschuh anziehen oder lernen warum die Bandscheibe so außerordentlich wichtig ist. Alles Themen, die man bei freiem Eintritt, erleben kann. Weitere Termine sind Dortmund, Hamm, Münster, Hannover, Braunschweig … bis nach Berlin Ende September.

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