Lange Nacht der Industrie 2014

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Was der Maus Türöffnertag für die Kinder ist, zeigt die “Lange Nacht der Industrie” für Erwachsene. Klingt verrückt, ist aber so :-). Wann seid ihr in eurer Nachbarschaft oder eurer Stadt schon mal auf die Suche nach Industriebetrieben gegangen? Wißt ihr, was in eurer Stadt hergestellt wird? Seht ihr, ich auch nicht? Bei der Langen Nacht der Industrie, die dieses Jahr zum vierten Mal stattfand, kann man hinter die Kulissen gucken, vorausgesetzt man hat das Glück einen der begehrten und schnell ausgebuchten Plätze zu bekommen. Treffpunkt war am Donnerstag gegen 17.00 Uhr der Sprödentalplatz in Krefeld, auf dem die Busse auf die Gäste warteten. Natürlich findet die Lange Nacht der Industrie einmal im Jahr auch in anderen Teilen der Republik statt, aber ich wollte mich ja in Krefeld umgucken. Entschieden hatte ich mich für eine bestimmte Tour und als angemeldeter Blogger gab’s zusätzlich zu den reichlichen Infobroschüren und Sicherheitsanweisungen noch eine Infomappe oben drauf. Unser Tour Guide wies uns nochmal auf die Regeln (Fotografierverbot und Nichtraucherflug … äh .. -fahrt) hin und dann ging’s los :-).

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Erstes Ziel war die Firma ANDRITZ Küsters GmbH einem Spezialisten für Kalander- und Veredlungsprozesse für die Papier-, Vliesstoff- und Textilindustrie. Das lustige, die Firma liegt auf meinem Weg zur Arbeit, so daß ich jeden Morgen daran vorbeifahre und trotzdem kannte ich sie bisher nicht. Kalander? Nie gehört? Ich auch nicht, muß ich ehrlich zugeben, daher hatte ich mich im Vorfeld etwas schlau gemacht. Aber lesen ist nicht sehen und daher war ich gespannt, was mich erwartet. Zur Begrüßung gab es eine kleine Einführung in die Firmengeschichte, der durch Eduard Küsters bereits 1949 gegründeten “Entwicklungsabteilung für Textilmaschinen”. Er war es auch, der die durchbiegungsgesteuerte “Schwimmende Walze” erschuf, die seit 1956 den Maßstab für die Walzentechnologie setzt. 2006 erfolgte die Übernahme der Küsters-Anteile durch die Andritz AG und hat heute rd. 300 Mitarbeiter in Krefeld.

Soviel Info von der Webseite bzw. aus der Einführung. Mit einem kleinen Sender und einem Ohrclip ausgestattet ging es in die Hallen des Unternehmens. Der Sender übertrug die Stimme desjenigen, der uns durch die Hallen führte, so daß alle etwas verstehen konnten. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen. Was ist nun das besondere? Diese Walzentechnologie, so erfahren wir, ermöglicht die Veredelung von Vliesstoff, Textilien und Papier für die Papierindustrie. Ganz vereinfacht ausgedrückt, hat es Eduard Küsters geschafft eine Walze so auf ihr Gegenstück zu drücken, daß der Anpressdruck über die ganze Breite, auch über mehrere Meter, gleich bleibt und nicht zur Mitte hin abfällt. Das ist technisch gesehen vermutlich eine lausige Beschreibung, gibt aber das wieder, was auch betriebsfremde verstehen könnten. Während wir an mannshohen Maschinen vorbeilaufen, hören wir weiter, daß jede Maschine auf Kundenwunsch einzeln angefertigt und auf den Herstellungsprozess abgestimmt wird. Dabei gibt es z.B. Maschinen, die Papier mit über 1000 Meter pro Minute (also über 60 km/h) zwischen den Walzen hindurch jagen oder Vliesstoffe so über beheizte Walzen laufen lassen, daß am Ende ein versandfertiges Produkt entsteht.

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Kommen wir mit den Endprodukten dieser Maschinen in Berührung? Aber sicher, denn die Endprodukte sind in der Papierindustrie zum Beispiel Zeitschriften, Verpackungen oder Spezialpapiere, im Bereich Vliesstoffe, Windeln, Wischtücher, medizinische Artikel, aber auch Agrarvliese z.B. für Erdbeerfelder o.ä. Um eine noch bessere Vorstellung von den Produkten zu bekommen, welche später mit den Maschinen hergestellt werden, gab es für alle Besucher eine Auswahl von Endprodukten in die Hand und damit die Besucher keinen Hungeranfall bekommen, gab’s in der Besuchertasche aus Vlies auch noch eine Laugenbrezel und ein Päckchen Wasser.

Last but not least wurde uns die Forschung an einem “Papier” vorgestellt, welches demnächst z.B. als feuchtes Toilettenpapier auf den Markt kommt. Gibt’s schon? Ja und nein, denn es soll aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, es soll den Wischtest an eurem Hinterteil bestehen und vor allem es soll sich im (Ab-)Wasser möglichst schnell wieder in seine Bestandteile auflösen, um die Pumpwerke eures Abwasserbetreibers nicht zu verstopfen. Der Clou ist kurze Zellulosefasern mit Wasser zu verfestigen und anschließend durch ein ausgeklügeltes Walzensystem wieder energiesparend zu trocknen. Vielleicht findet ihr dieses neuartige “Papier” ab 2015 in den Regalen eures Supermarktes.

Die rund 1 1/2 Stunden vergingen wie im Fluge und wenn ihr demnächst mal wieder einen Schwertransporter durch Krefeld fahren seht, der eine große Walze geladen hat, es dürfte eine aus dem Hause Andritz Küsters sein.

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Für den zweiten Teil des Abends ging es nach Krefeld Oppum und dort zum Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn (“Fahrzeuginstandhaltung GmbH der Deutschen Bahn AG”, so der offizielle Name seit 2004). Zugkollision mit einem umgestürzten Baum? LKW Ladefläche im Gleisbereich? Abgerissene Stromabnehmer? Reguläre Wartung der Drehgestelle oder Aufhübschung eines Zuges vom Getriebe bis zum Klo … pardon WC-Modul? Alles Aufgaben, die im Ausbesserungswerk (Krefeld ist eines von 12 bundesweit) getätigt werden müssen. Der Start begann auch hier mit einer kleinen Einführung in die Geschichte des Werks, das immerhin seit über 100 Jahren an dem Standort existiert (28 Gleise, 21 Fußballfelder groß). Dazu gab es belegte Brötchen und ein Getränk. Aber die Zeit drängte, daher gab es für jeden einen Schutzhelm und dann ging es in kleinen Gruppen auf das Gelände.

Wußtet ihr, daß jeder ICE turnusmäßig alle 6-8 Jahre durch diese Hallen fährt? Vorausgesetzt es kommt nicht vorher schon zu einem Schaden. Und wenn doch, dann geht es an die Reparatur. Aber je nach Schaden reicht es natürlich nicht aus, nur mal die “Stoßstange” zu tauschen, sondern da ist Feinarbeit gefragt. Teilweise in Krefeld, teilweise aber auch vor Ort werden Loks und Züge wieder hergerichtet und das nicht nur für Züge der Deutschen Bahn, sondern auch für die Mitbewerber im deutschen Schienennetz. Weiter ging es zu den großen Roten, die ihr vermutlich als RE oder RB auf eurem Fahrplan kennt. Wir durften mal da Platz nehmen, wo sonst nur der Zugführer seinen Platz hat, wir durften mal unter den Wagen gucken und last but not least mal die Notentriegelung (nicht die Notbremse) betätigen. Die Türen öffneten sich einen Spalt breit und konnten danach aufgeschoben werden.

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Die Generalüberholung eines ganzes Zugs dauert übrigens 3-4 Wochen, danach habt ihr das Gefühl ihr sitzt in einem neuen Zug. Nach den Regionalzügen ging es in die 250 Meter lange ICE Halle. Hier wird, wie in einigen andern Hallen auch, nicht nur in drei Schichten sondern auch in drei Ebenen gearbeitet. Wir durften die oberste Etage betreten und einem ICE auf Dach gucken. Wir erfuhren, daß die Oberleitungen in Deutschland mit 15.000 Volt arbeiten, wir erfuhren etwas über die Technik des Stromabnehmers und welche Schutzmaßnahmen sich sonst auf dem Dach befinden, um z.B. bei Über- oder Unterspannung einen Komplettausfall des Zugs zu verhindern. Ist euch schon mal aufgefallen, daß Oberleitungen auf schnurgeraden Strecken in geschwungenen Linien installiert sind und niemals schnurgerade? Der Grund ist, daß sich der Fahrdraht gleichmäßig auf dem Stromabnehmer hin und her bewegt. Andernfalls würde er irgendwann eine Kerbe in die Mitte des Stromabnehmers fräsen.

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Mittlerweile war es nach 22.00 Uhr und am Ende wurde die Zeit tatsächlich noch etwas knapp, denn der Bus für die Rückfahrt wartete schon mit laufendem Motor. Um Punkt 22.30 Uhr sind wir schließlich wieder am Ausgangspunkt angekommen. Auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön an alle Organisatorinnen und Organisatoren, ohne die ein solcher Abend nicht möglich wäre. In Krefeld besuchten übrigens 520 Interessierte 12 Unternehmen, insgesamt gab es 2.600 Plätze und 5.300 Bewerbungen.

Düsseldorf – Jetzt geht’s App

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Erinnert ihr euch? Vor einiger Zeit schrieb ich, daß ich mich ohne Armbanduhr nackt fühle, aber seit meinem Sommerurlaub, in dem ich fast ganz auf die Armbanduhr verzichtet habe, man will ja nahtlos braun werden ;-), lebe ich frechweg ohne. Dafür fühle ich mich mittlerweile bei längeren Touren ohne Handy nackt. D.h. zum Bäcker um die Ecke, zum kleinen Supermarkt auf der anderen Straßenseite oder zum Altpapiercontainer gehe ich schon ohne und zum telefonieren nutze ich das Handy eh nur äußerst selten. Aber ich führe schätzungsweise 100 Apps (incl. der vorinstallierten) mit mir herum. Habt ihr auch soviele auf eurem Handy?

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Twitter, Facebook, Feedly, Instagram, Google Maps, den ÖPNV Fahrplan, Clouddienste oder den Wetterbericht. Das brachte mich auf die Idee den App Check zu machen. Endlich mal ein paar der Apps nutzen, die ich zwar installiert, aber bisher nur selten genutzt habe. Warum ich sie dann installiert habe? Weil ich irgendwo davon gelesen habe und genau weiß, ohne Installation würde ich sie vermutlich nicht wiederfinden. Ich war also mal wieder in Düsseldorf und die erste Frage lautet, wie kommt man hin?

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Möglichkeit eins mit dem Auto (da könnte man eine App brauchen, mit der man den Parkplatz reservieren, bezahlen oder von unterwegs verlängern kann, z.B. TraviPay), Möglichkeit zwei mit dem ÖPNV (ein Muß die App für’s Onlineticket), Möglichkeit drei man mischt die Varianten. Mit dem Auto bis in den Düsseldorfer Randbereich (ohne App kostenlos parken) und dann mit dem ÖPNV in die Stadtmitte :-). Der Vorteil? Zeit, denn die Parkuhr tickt nicht mit. Aus meinem Plan einen Tag lang ohne Bargeld zu leben wurde allerdings nichts, denn dafür sind die Akzeptanzstellen doch noch zu gering.

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Raus aus der Straßenbahn und rein in den Irrgarten .. äh .. Hofgarten, wo ich keine Bilder gemacht habe, weil mir nicht bewußt war, daß auch da der Sturm gewütet hatte. Überall Absperrzäune, die einen zwar hier und da in den Hofgarten hineinließen, aber nur an ganz versteckten Stellen wieder raus. Nachdem ich mich dann trotzdem zum KöBogen durchgeschlagen habe ging’s weiter Richtung Schadowstraße.

Seit der WDR Freitags in der Lokalzeit Düsseldorf Restaurants testet, ist mir bewußt geworden, wie viele Burger Läden es anscheinend in Düsseldorf gibt. Einen davon namens “Butch Becker” (Klosterstraße, keine 5 Min. von der Schadowstraße entfernt), habe ich mal getestet. Die Bestellung wird mit einer Chipkarte geordert und dann an den Tisch gebracht. Probiert habe ich den Chickenburger für 6,- € und muß sagen, er war sehr sehr lecker. Frisch geröstetes Brötchen, gebackene Hühnchenfilets, Avocado, Tomate, Sprossen, rote Zwiebeln, Blattsalat und Mango-Chilisoße.

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Nun war das mein erster Burger Laden, aber ich glaube ich komme wieder. Einen weiteren namens “What’s Beef” gibt es übrigens keine 500 Meter weiter auf der Immermannstraße. Den probiere ich dann beim nächsten Mal. Gerne hätte ich mir auf dem Weg ans Rheinufer noch ein Alt in der Altstadt genehmigt, aber da ich die gemischte Anreise gewählt hatte, ging es zu Fuß bis an den Rhein. Rund 2,5 km bei sonnigem Herbstwetter, endete der Weg im Medienhafen. Schön wenn man Zeit hat :-). Zum Tagesabschluß habe ich dann noch ein CarSharing Auto ausgeführt ;-). Zur Auswahl stehen in Düsseldorf Car2Go und DriveNow. Auch hier habe ich mir das Auto per App gesucht und vergessen, daß ich das Auto (von DriveNow) sogar per HandyApp hätte öffnen können.

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Es hat etwas gedauert bis ich gerafft hatte, daß als Zielstadt im Navi Display Köln stand und ich meine (Düsseldorfer) Straße als Ziel demnach nicht eingeben konnte. Zum Glück, stellt euch vor, das Navi hätte mich samt CarSharing Auto nach Köln geleitet :-D. Außerdem hat mich das Navi ohne Stimme etwas irritiert. Auf kürzestem Weg hätte man die 6 bis 7 km lange Strecke in ca. 11-15 Min. schaffen können, man konnte aber auch 9 km draus machen und 30 Min. brauchen. Sei’s drum, es ging ja um die Handynutzung. Nebenbei, die Gehry Bauten könnte ich jedesmal auf neue fotografieren.

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Eine schöne App ist übrigens auch ParkU, über die man private Parkplätze reservieren und gegen ein Entgelt (Abrechnung über die App) halbstundenweise (oder länger) mieten kann. Es handelt sich dabei sowohl um Parkplätze in Parkhäusern, als auch auf Firmen-, Privat- oder Hotelparkplätzen, die ansonsten zu der angegebenen Zeit leer stehen würden. Der Vermieter verdient ein paar Cent nebenbei und der Parkplatzsuchende kann bereits im Vorraus reservieren und erspart sich die lange Suche nach einem freien Stellplatz. Das probiere ich demnächst mal aus. Von diesem Tripp gibt’s Bilder hier (Flickr) und hier (Google+).

Foto der Woche (Vierundreißig) – Oldtimer im Stadtwald Krefeld

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Kinder wie die Zeit vergeht. Ein PKW ist ein Oldtimer, wenn er 30 Jahre oder älter ist und während einem früher der Begriff Oldtimer eher dann begegnete, wenn man von Autos aus der Anfangszeit des Automobils erzählte, kommt heute bereits der Opel Kadett in seiner letzten Baureihe oder der VW Golf II als Oldtimer daher. Das heißt, Halter dürfen für Fahrzeuge, die 1984 zugelassen wurden, im Laufe dieses Jahres das begehrte H-Kennzeichen beantragen. Beim Oldtimertreffen in Krefeld ist diese Woche auch mein Foto der Woche entstanden, weil sich noch einmal die Sonne und die Augustwolken so schön spiegelten.

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Aber nochmal zurück zum H-Kennzeichen (H wie Historisch). Wo liegt denn jetzt der Vorteil eines solchen Kennzeichens? Erstens die Kfz-Steuer ist pauschal auf 46,02 Euro für Krafträder und 191,73 Euro für andere Fahrzeuge festgelegt, zweitens man kann i.d.R. bei der Kfz-Versicherung sparen und drittens Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen in Umweltzonen bewegt werden, in denen sonst spezielle Auflagen gelten, denn eine Feinstaubplakette ist für diese Fahrzeuge nicht nötig.

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Apropos VW Golf II, mein erstes Auto war sogar noch der Golf I. 30 Jahre … ich fühle mich gerade ein bisschen alt und wer jetzt sagt du bist ja auch alt wird mit Lesen dieses Blogs nicht unter 3 Artikeln bestraft ;-) . Das nächste und gleichzeitig letzte Treffen für dieses Jahr in Krefeld ist übrigens am 21. September 2014 und auf Zeche Zollverein kommen noch zwei Treffen am jeweils ersten Sonntag im September und Oktober. Interesse an mehr? Dann guckt doch mal hier (Flickr) oder hier (Google+).

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Rhein-Herne-Kanal

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Daß der Rhein-Herne-Kanal (als Verbindung zwischen Rhein und Dortmund-Ems-Kanal) in diesem Jahr 100 Jahre alt wird habt ihr sicher schon gehört, daß der 30. August mit “KanalLeben” der Höhepunkt des Jubiläumsjahres werden wird, hat sich vermutlich auch schon rumgesprochen, denn an dem Tag wird der Rhein-Herne-Kanal von Duisburg bis Waltrop ganztägig für die motorisierte Schifffahrt gesperrt und zahlreiche Veranstaltungen z.B. das StrandPicknick im Nordsternpark Gelsenkirchen sollen euch an den Kanal locken. Was genau passiert könnt ihr z.B. hier und hier lesen.

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Wie aber erfolgt die Schifffahrt über den Rhein-Herne-Kanal habe ich mich vor längerem schon mal gefragt, als ich an der Schleuse in Gelsenkirchen stand und gibt es weitere Schleusen? Klar gibt es die (Karte von “NordNordWest”) und eine davon ist in Oberhausen nur unweit der A42. Komisch, daß ich hier noch nie war. Warum eigentlich nicht? Nun ist es an Schleusen so, daß es nur interessant wird, wenn auch Schiffe kommen, denn eine Schleuse ohne Schiffe ist wie ein Wurstbrot ohne Wurst und als ich mal in Gelsenkirchen stand fehlte die Wurst … äh … fehlten die Schiffe. Außerdem ist “interessant” natürlich auch so eine Frage der Sichtweise. Vermutlich ist eine Schleuse mehr so’n Männerding, oder? Nur Schiffe, Technik, nicht mal ein Andenken Shop (das könnte ne Marktlücke sein, so’n Kiosk anner Schleuse .. mhmm .. ;-) ).

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Wie dem auch sei, in Oberhausen hatte ich Glück und es kamen auch ein paar Schiffe … und was für welche. Als das Tankschiff in die Schleuse einfährt, paßt da aber rechts und links kein Buch mehr zwischen Bord- und Schleusenwand. Aber der Käpt’n des Riesenkolosses hatte da wohl keine Probleme mit und das obwohl er in die nördliche Schleusenkammer eingefahren ist. Es wäre mir mit bloßem Auge nicht aufgefallen, aber lt. Wikipedia wäre die südliche Kammer nochmal 11cm breiter gewesen als die nördliche. An Höhe wird in beiden Kammern “nur” 4,10 m überwunden, andere Schleusen heben oder senken da mehr. Wenn ihr also mal in der Nähe seid, A3 Abfahrt OB Lirich oder A42 Abfahrt OB Buschhausen und von da zur Rosenstraße. Die letzten Meter sind Spielstraße, da geht’s dann zu Fuß. Wenn’s Wetter mitspielt bin ich am 30. August bestimmt irgendwo zwischen Oberhausen und Gelsenkirchen (Nordsternpark) unterwegs.

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Last but not least stelle ich gleich noch ein paar Bilder bei Google+ bzw. Flickr ein.

1914 Mitten in Europa

1914Seit ihr eigentlich froh in der Jetztzeit zu leben? Wir schreiben das Jahr 2014 und die Nachrichtensendungen vermelden nur selten wirklich gute Nachrichten. Trotzdem haben wir eine Menge Dinge, an die man vor 50 Jahren nicht einmal gedacht hat, geschweige vor 100 Jahren. Daher blickt das LVR Industriemuseum zusammen mit dem Ruhrmuseum Essen in der Mischanlage der Kokerei Zollverein z.Zt. 100 Jahre zurück. Zurück auf “1914 Mitten in Europa“. So lautet der Name der Ausstellung, welche auf den ersten Weltkrieg zurückblickt. Aber nicht nur auf den Weltkrieg, sondern auch auf die Epoche der Jahrhundertwende auf Wohlstand und technische Innovationen, welche zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits existierten.

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Der Besuch startet im südlich vorgelagerten Wiegeturm (Parkplatz C) mit einer Fahrt der 150 Meter langen Standseilbahn. Man muß sich sogar anschnallen, dann rumpelt es etwas und ehe man sich versieht ist man auch schon in der oberen Ebene der Ausstellung angekommen. Ich dachte es wäre kühl dort drinnen, ihr wißt schon dicke Mauern und so, war es aber nicht, es war wie draußen auch um die 30 Grad, vielleicht 2 Grad kühler. Dafür stand die Türe zum Außenbereich offen. Also schnell mal einen Blick auf die Kokerei und das Werksschwimmbad von oben. Allerdings war der Blick nicht ganz neu, ich stand dort schon mal während der Führung durch die Kokerei.

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Die Ausstellung startet mit einem Überblick über die damaligen Errungenschaften, der Motorwagen, der Ottomotor, Kaisers Kaffee Geschäfte, die ersten Rechenmaschinen (namens “TIM” = Time is money), einen Schnelltelegrafen, Aspirin oder die Kleidung dieser Zeit, um nur einiges zu nennen. Diese Etage stellt sprichwörtlich den Vorabend des Ersten Weltkriegs dar. Das war die Zeit, in der Züchtigung von Kindern noch empfohlen wurde! Eine Etage tiefer befinden sich dann die Zeichen des Kriegs. Waffen von der Pistole über das Maschinengewehr bis hin zur Kanone. Dazu die Schutzeinrichtungen der Soldaten und die Produktionsstätten der Waffen und Munition in der Rhein-Ruhr-Region. Man erfährt von der Begeisterung, mit der junge Männer damals in den Krieg zogen und dem Start der “plastischen Chirurgie”, wenn die Männer zum Teil schwer verletzt wieder zurückkehrten.

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Im dritten Teil der Ausstellung, zu begehen über die langgezogene Treppe in der Mischanlage, geht es um die Nachwehen des Krieges mit Hunger, Revolution und Besatzung. Aber auch neue Technik von der Hollerithmaschine (Start der Datenverarbeitung) über den Rundfunkempfänger bis zum “Saugling”, einem der ersten transportablen Staubsauger aus den Borsigwerken in Berlin. Im Nachhinein habe ich mir überlegt, ob es sinnvoll gewesen wäre 3,- € zusätzlich für den Audioguide auszugeben, denn an der einen oder anderen Stelle kam ich mir schon etwas verloren vor ohne nähere Erläuterung der Exponate. Andererseits hatte ich mir 2 Std. Besuchszeit vorgenommen und denke, daß der Audioguide einen doch länger bindet. Wenn ihr Interesse habt, hört doch mal hier testweise rein, ob sich der Audioguide für euch lohnt (ZIP Datei mit einer Hand voll MP3′s).

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Letztendlich habe ich mit Fotos machen rund 2 1/2 Stunden in der Ausstellung verbracht. “1914 Mitten in Europa” läuft noch bis Ende Oktober (26.10.2014). In dem folgenden YouTube Beitrag gibt euch das LVR Industriemuseums noch einen kurzen Einblick in bewegten Bildern. Weitere Fotos gibt’s bei Google+ bzw. Flickr (etwas zurückscrollen weil in der Zeitschiene vor dem Grugaparkbesuch).

Von Plateaus, Brötchen und Ruhrpottzielen

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Manchmal fallen mir einleitende Worte für einen neuen Blogbeitrag ein, während ich gerade inner Küche stehe oder unter der Dusche oder während ich im Auto sitze und wenn ich dann wieder am Rechner bin, sind se mir wieder entfallen oder mir gefällt die Formulierung plötzlich doch nicht mehr. Eigentlich wollte ich euch in den letzten Wochen immer mal wieder von dem einen oder anderen Ausflug berichten, aber die Ziele waren alle schon mal Thema im Blog und dem Blog mangelte es auch nicht an anderen Themen. Also wollte ich euch nicht langweilen, schließlich erzähle ich ja auch nicht jeden Tag was ich beim Bäcker kaufe. Heute waren es übrigens zwei Brötchen …, gestern auch, allerdings war eins davon so’n Sonnenblumenkernbrötchen (die kaufe ich seltener, weil der Name so lang ist ;-) ) … und vorgestern … aber wer will das schon wissen :-) ?

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Es war also wieder mal Samstagvormittag. Ich liebe Samstagvormittage, Brötchen zum Frühstück, eine Zeitung, so richtig die aus Papier, die man umblättern kann und in der immer eine Kinderseite mit einem Käpt’n Blaubär Comic steckt ;-) . Aber ich schweife ab. Der Samstag ist einerseits der Tag an dem ich ausschlafen kann, andererseits würde ich den Tag auch gerne früh beginnen. Wenn man allerdings bis Nachts um 1.00 am Rechner sitzt um z.B. diesen Blogbeitrag zu schreiben beißt sich das zeitlich irgendwie. Warum ich Nachts am Rechner sitze? Vielleicht weil ich ein Nachtmensch bin. Dafür weckt mich nichts und niemand auf, wenn ich dann mal schlafe. Nun schien aber wieder die Sonne, womit wir beim nächsten Dilemma wären, denn wenn die Sonne lacht, muß ich raus. Raus auf den Balkon? Eine Möglichkeit, für den Blog aber eher mäßig interessant.

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So war ich letzte Woche also mal wieder in Oberhausen, habe einen Abstecher zur Zeche Sterkrade gemacht, an der ich noch nie war und habe mich (nochmal) im Gleispark Frintrop (Nähe Haus Ripshorst) umgesehen. Kinners ich sachet euch, da findet ihr Aussichtsplateaus, da weiß auch nur der Erbauer, was man da sehen soll. Bei ein Plateau gibbet nix zu sehen außer Wiese, das zweite geht immerhin zwischen die Bäume innen Wald um ausnahmsweise da mal nix zu sehen und dat dritte, dat ist richtig interessant, denn unten isset bunt bemalt und man kann vor ein paar Bäume gucken. Zwischendrin gibbet dann noch mal hier und da ne Mauer im Wald, auf die du noch nichtmal’n Bier oder so abstellen kannst und in den Wald drin, da liegen jede Menge nummerierte Birkenstämme, also kleine Stücke davon. Ich nehme mal an, dat se hier noch am Bauen dabei sind, so eine Art Birke von Ikea. Also der Gleispark ist schon Klasse. Gleise? Ja die gibbet auch, aber da rauschen einem die Güter- und Regionalzüge über die Füße, da sollteste mal schnell von weg bleiben.

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Und wo war ich sonst noch so? Zum x-ten Mal zur Achterbahn “Tiger & Turtle”, zum wiederholten Besuch im Rheinpark und den Aussichtsturm am Wolfssee habe ich auch erstürmt. Kennt ihr aber alles schon, oder? Also werde ich eine Auswahl Bilder in die Alben von “Ruhr2014″ hochladen und zeige euch hier nur ein paar Collagen. Was ich euch aber auf jeden Fall ans Herz legen darf sind die Tierbilder aus dem Duisburger Zoo oder die Blütenbilder aus dem Essener Grugapark. Über die Ausstellung “1914 Mitten in Europa”, welche ich am letzten Sonntag in der Mischanlage der Kokerei Zollverein besucht habe, gibt es einen eigenen Beitrag, wenn ich die Bilder gesichtet habe.

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Und jetz viel Vergnügen beim Stöbern im “Ruhr2014″ Album bei Google+ bzw. Flickr. Die Tierbilder finden sich im Album “Duisburg” bei Google+ bzw. Flickr.

Oldtimertreff Krefeld

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Die Sonne scheint und im Krefelder Stadtwald tummeln sich, als ich um kurz nach 11.00 Uhr komme, schon an die 50 Oldtimer. Ich hätte in den Ferien nicht damit gerechnet, aber mittlerweile ist das Treffen dort, anders als z.B. auf Zollverein nicht nur ein Schaulaufen, sondern auch ein Treffpunkt für Bastler und Liebhaber. Und was für Schätzchen dieses Mal dabei waren. Autos aus Zeiten, als man zu Fuß noch schneller war und Motorfahrzeuge als Teufelszeug bezeichnet hat. Und das schöne, man konnte offen fahren, den Picknickkorb und die Flasche Wein im Rattankorb auf der Rückbank.

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Aber offen zu fahren (oder hier besser offen zu stehen) beherbergt auch ein kleines Risiko. Das Risiko heißt Sommer 2014, denn während eben noch die Sonne ihr Stelldichein gab, flog mal eben eine Regenwolke über das Gelände und ließ ihren Inhalt nach unten fallen. Da konnte man einige Cabriofahrer aber sprinten sehen. Gut es war nur ein Schauer von 5 Minuten, aber wer sich auf den Stoffsitzen keinen nassen Popo holen wollte, mußte schnell die Abdeckung rüberwerfen.

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Einige suchten nicht nur den Überwurf, sondern lieber gleich das Weite, so daß binnen 5 Minuten ca. 1/3 der Fahrzeuge das Gelände verließen. Der Rest war ordentlich eingewachst, so daß sich schöne Wasserperlen auf Dach und Motorhaube bildeten. Das Oldtimertreffen im Krefelder Stadtwald (an der Pferderennbahn) ist eines dieser kleinen aber feinen wie ich finde und trotzdem oder gerade deshalb ist es eines der Sehenswerten. Die nächsten Termine? Klickt ihr hier und Bilder gibt’s hier (Flickr) und hier (Google+) (22 Fotos).

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P.S.: Das Ruhrgebiet bei Nacht oder Batman im Ruhrpott oder den Rhein-Herne-Kanal mal ganz anders erleben? Hier nochmal der Link zum gestrigen Blogbeitrag.