Archiv für Juni 2009|Monatliche Archivseite

Versandhandel

Paket1 Ist der Versandhandel mit Katalog wirklich ein Auslaufmodell, wie allenthalben geschrieben wird? Nachdem ich vor Jahren meinen ersten Hausstand gegründet habe, lagen auf meinem Tisch Kataloge von den meisten großen Versandhändlern. Otto, Quelle, Neckermann, ich glaube auch mal Bader. Letztere sind von sich aus auf mich zugekommen (oder hatte ich da mal eine Anforderungskarte für einen Katalog), die ersten beiden Kataloge habe ich meines Wissens noch im Zeitschriftenhandel gekauft und dann den Betrag bei der ersten Bestellung ersetzt bekommen. Lang ist’s her.

Otto hat irgendwann den Versand seiner Kataloge an mich einfach eingestellt, weil ich angeblich zu viele Sachen wieder zurückgeschickt habe („Sie kommen mit unserem Sortiment anscheinend nicht zurecht“), die Kataloge von Quelle und Neckermann liegen aber heute noch regelmäßig im Briefkasten. Und ich bestelle dort auch noch, nicht mehr so häufig (Wirtschaftskrise und so :D ), aber wenn, dann blättere ich am Sonntagnachmittag bei einem Kaffee gerne mal im Katalog. Leg ihn wieder weg, nimm ihn wieder zur Hand, kleb ein PostIt rein, solange bis ich etwas passendes gefunden habe.

Paket2 Ich finde es einfach praktischer, sich nicht in enge Umkleidekabienen zwängen zu müssen oder im 3. Geschäft festzustellen, daß die Hose im ersten Laden doch besser paßte. Nun hat, wie man seit Wochen lesen kann, Quelle finanzielle Probleme, hauptsächlich weil der Mutterkonzern insolvent ist, aber angeblich auch, weil Versandhandel via Katalog nicht mehr up to date ist. Man bestellt im Internet. Wirklich? Klar bestelle ich im Internet, weil mir 01805′er Rufnummern zu teuer sind und ich im Internet gleich sehen kann, ob etwas lieferbar ist oder nicht, aber ich bestelle nach Auswahl im Katalog. Ich kann mir nicht vorstellen, eine Stunde vor dem Bildschirm zu hocken und bei jedem Umblättern auf den Seitenaufbau warten zu wollen. Liebe Versandhäuser, vielleicht etwas weniger Sonderkataloge, aber bitte weiterhin einen Hauptkatalog.

Nachtrag aus Hamburg


Wieder einmal ein Kurztripp nach Hamburg in der vergangenen Woche. Dieses Mal ging es auf Grund des guten Wetters auf die Hauptkirche Sankt Michaelis, kurz Michel genannt, dann zum fast gegenüberliegenden alten Elbpark mit weithin sichtbarem Bismarck Denkmal und von dort in die Wallanlagen, einem sehr schönen Park, der für mich direkt südlich an Planten un Bloomen anschließt, während Wikipedia schreibt, daß die Wallanlagen zwischen Millerntor und Dammtor seit 1986 offiziell den Namen Planten un Blomen tragen. Wie dem auch sei, man kann hier stundenlang spazieren gehen.


Ein Springbrunnen reiht sich dabei an den anderen und alle verführen dazu bei sehr warmem Wetter auch mal die Füße reinzustecken :D . Ich denke niemand würde etwas sagen, denn auch die Wiesen sind dank einer Reihe von Ruhemöglichkeiten zum Benutzen und nicht nur zum Angucken gedacht. Ich frag mich ja, was das alles für Menschen waren, die dort saßen. Hatten die (auch) alle nichts zu tun :D ?


Den Nachmittag habe ich dann genutzt endlich auch mal die Außenalster zu sehen. Bisher war ich zwar schon zig Mal an der Binnenalster (sprich rund um den Jungfernstieg), aber noch nie draußen im Alsterpark. Hier habe ich dann Zeit gehabt eine Zeit lang die Schwäne nebst ihrer Jungen zu beobachten und ein bischen den Booten auf dem Wasser zuzusehen. Hier könnte man es bei gutem Wetter sicherlich den ganzen Tag aushalten. Aber 2 Tage sind knapp. Also bevor es zurück ins Hotel ging noch ein abschließender Abstecher in die Speicherstadt. Am Abend ist es hier ziemlich ruhig. Die Baustellen verweist, die Büros leer und die Hafencity noch im Bau. Also Zeit die Dämmerung ein bischen auf sich wirken zu lassen.

Am zweiten Tag gab es dann noch ein klitzekleines Twitter/Bloggertreffen, denn wie es der Zufall wollte war neben meiner Wenigkeit KRDigital zur selben Zeit auch der Meikel_NMS in Hamburg. Also haben wir uns auf ein/zwei Bierchen am Gänsemarkt niedergelassen. War ein netter Abend (danke Meikel), nur ein bischen wärmer hätte es sein dürfen. Mehr Bilder gibt’s wie sonst auch bei Flickr oder Sevenload.

Ein Strudel aus Plastikmüll

erde Es gibt Dinge, die einem logisch erscheinen, von denen man aber trotzdem noch nie gehört oder gelesen hat. Was meint ihr, passiert mit einer Plastikflasche oder einer Plastiktüte, die auf einem Kreuzfahrtschiff oder einem Frachter über Bord fällt. Sie schwimmt auf dem Ozean und wird vielleicht irgendwo wieder angespült? Ja, könnte sein, hätte ich auch vermutet. In Wirklichkeit wird jedoch ein Großteil des Plastikmülls, der so in den Meeren landet, von den Naturgewalten (Sonne, Gezeiten, Wind und Wellen) so fein zermahlen, daß sich daraus eine regelrechte Plastiksuppe ergibt. Die „Suppe“ sammelt sich dann nach und nach in verschiedenen übergroßen Strudelbewegungen. Der größte Strudel dreht sich im Pazifik zwischen den US-Bundesstaaten Hawaii und Kalifornien, kaum sichtbar, knapp unter der Meeresoberfläche.

Forscher wollen jetzt herausfinden, ob es möglich ist den Müll mit einem engmaschigen Netz herauszufischen. Das Netz muß engmaschig genug sein, um den klein zerriebenen Plastikmüll aufzufangen, aber auch großmaschig genug sein, um Plankton durchzulassen. Vielleicht, so die Hoffnung, kann man den Müll anschließend wiederverwerten oder als Brennstoff verwenden. Da sich der Plastik-Wirbel in internationalen Gewässern dreht, fühlt sich wie üblich keine Regierung verantwortlich. Die rd. 1,4 Millionen Euro, die für die Expedition notwendig sind, sollen aus Spenden aufgebracht werden.

Quelle: heute.de

Keine gute Woche

RIPKeine gute Woche, gestern erst Farrah Fawcett, ein Idol meiner Jugend aus „Drei Engel für Charlie“ und heute Nacht Michael Jackson. Man mag mag ihn für einen Spinner gehalten haben, aber Spinner haben zumindest in ihrer Hochphase die beste Musik gemacht. Das Album Thriller (ich habe es noch als LP) war das beste was er jemals veröffentlicht hat. Mögen Sie beide in Frieden ruhen.

[Update:] In der Woche vom 10. Juli 2009 ist Michael Jackson mit sage und schreibe 24 Titeln in den Charts vertreten. Platz 9, 12,14,18, 21, 22, 26, 31, 33, 38, 44, 52, 61, 67, 69, 75, 80, 89, 91, 92, 94, 95, 98 und 99. Platz 9 und damit der höchste ist übrigens Thriller.

Mobilfunkvertrag im Bundle (sternTV)

einkaufswagen Liegt es an der Wirtschaftskrise, daß manche Firmen alle kaufmännischen Regeln vergessen, wenn Sie ihre Geschäfte abwickeln oder ist es Methode den Kunden über den Tisch zu ziehen? Vermutlich ist das gestern bei sternTV gezeigte Beispiel „GetMobile“ nur ein Beispiel von vielen, aber anscheinend gibt es genügend Kunden die diese und ähnliche Angebote akzeptieren.

Worum ging es? Via TV Werbung und Internet werden sogenannte Bundles aus Mobilfunkvertrag und attraktiven Zugaben beworben. Wer zwei(!) Mobilfunkverträge abschließt, bekommt zwei Handys und einen Laptop, eine Playstation o.ä. dazu. Finanziert werden solche Bundles vermutlich durch hohe Provisionen der Mobilfunkprovider. Allerdings müßte jedem klar sein, daß sich diese Angebote auch für den Anbieter rechnen müssen.

Dank 14-tägigem Rückgaberecht kann eigentlich nicht viel schiefgehen, meint man. Weit gefehlt, denn jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. In o.g. Beispiel wurde dem Kunden bei Rücksendung zunächst mitgeteilt, daß der Mobilfunkvertrag und die Zugaben zwei verschiedene Dinge wären und daher ein Widerruf der Mobilfunkverträge verweigert werde. Sollte man trotzdem eine Stornierung wünschen, müsse man sich an den Anbieter der Mobilfunkleistung wenden. André Malitzki von der Verbraucherzentrale Hamburg erklärte bei sternTV jedoch, daß es sich um ein sogenanntes „verbundenes Geschäft“ handelt und eine Kündigung beim Verkäufer des Bundles (hier „GetMobile“) reichen muss.

Aber selbst wenn der Verkäufer die Kündigung annimmt, muß der Mobilfunkprovider noch lange nichts davon wissen, denn die Wege sind weit. Verträge werden erst dann rechtlich storniert, wenn eine Stornierung des Verkäufers auch beim Provider vorliegt.

Noch krasser wird es, wenn der Verkäufer (hier „GetMobile“) behauptet, daß die Stornierung nicht möglich wäre, weil die zurückgesandte Ware beschädigt sei. Zu Unrecht, denn die Stornierung eines Vertrages ist nicht vom Zustand der zurückgesandten Ware abhängig. Selbstverständlich darf der Verkäufer einen Schadensersatz verlangen, wenn die Ware wirklich beschädigt zurückgeschickt wurde. Wertminderungen von 50% sind bei Beschädigungen in Form von Äußerlichkeiten jedoch völlig absurd.

In dem von sternTV gezeigten Beispiel wurde zusätzlich durch (angebliche) Fotos belegt, daß die Ware beschädigt gewesen sein soll. Die Redaktion hatte die Playstation (die in dem Fall zum Bundle gehörte) jedoch mit Handschuhen und unter Zeugen aus- und wieder eingepackt. Gleichzeitig hatte man die Seriennummer notiert. Die Fotos (die u.a. auch eine Seriennummer zeigten) belegten in dem Fall eindeutig, daß es sich nicht um das gleiche Gerät handelte, das auch zurückgegeben wurde. Ein eindeutiger Beweis für den Betrug am Verbraucher.

Selbst wenn der Widerruf anerkannt wurde, setzen Unternehmen alles daran, noch mehr herauszuholen oder den Kunden nochmal umzustimmen. Hier wurden (im Beispiel wieder „GetMobile“) neu entstehende Kosten für Lagerung der zurückgesandten Ware in Rechnung gestellt. Unfug, absurd, vollkommener Unsinn. Solche Kosten gibt es nicht.

Willkommen in NRW

karte Was haben die Orte Brilon-Bontkirchen und Marsberg-Udorf gemeinsam? Zunächst nicht viel, denn sie liegen immerhin knapp 30 km auseinander. Aber in beiden Orten verlaufen Landesgrenzen mitten durch den Ort, manchmal sogar mitten durch ein Haus. Die eine Seite gehört zu Nordrhein Westfalen (NRW), die andere zu Hessen. 22 Bewohner aus den Gemeinden Brilon-Bontkirchen bzw. Marsberg-Udorf haben ihren Tagesablauf ganz dem westfälischen Leben angepaßt, gehören zahlenmäßig aber zu Diemelsee-Stormbruch bzw. Bad Arolsen-Kohlgrund.

Das heißt andere Termine für die Landtagswahl, für die Müllabfuhr und umständliche Genehmigungen für Schüler, die im anderen Bundesland zur Schule gehen wollen. Aber ein Ende ist in Sicht. Nach langer Diskussion haben die Ministerpräsidenten der beiden Bundesländer NRW und Hessen jetzt einen Durchbruch erzielt, NRW bekommt 22 Neubürger. Der Flächentausch muß nur noch von den Landtagen in NRW und Hessen ratifiziert werden. Auf diesem Weg also willkommen in NRW :D .

Geheime Telefonnummer

telefon_mobil
Was soll das denn habe ich mich gefragt, als ich vorhin folgenden Artikel las. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) möchte einen neuen Service einzuführen und zwar einen Vermittlungsdienst für Handynummern. Ihr meint eine Auskunft gibt es doch schon. Klar mehrere sogar, aber wie wäre es, wenn man Handynummern anrufen kann, die garnicht im Telefonbuch stehen (und daher auch bei keiner Auskunft zu bekommen sind)?

Hier soll der neue Dienst ansetzen. Nach Anwahl einer Nummer a la
1180xx wird der Handykunde, dessen Nummer man nicht kennt, im Auftrag des Anrufers angerufen und gefragt, ob er den Anrufer annehmen will. Wenn ja, soll der Anruf durchgestellt werden (ohne daß die „geheime“ Telefonnummer bekanntgegeben wird).

Alle Handynutzer, die nicht im Telefonbuch stehen, sollen, nach dem Plan der BNetzA, so anrufbar sein und müssen aktiv widersprechen wenn sie nicht „beläßtigt“ werden wollen. Mal ehrlich brauchen wir wirklich so einen Dienst? Ihr könntet mitentscheiden, ob der Dienst kommt, denn die BNetzA (Referat 117 in Bonn) erwartet bis zum 07. Juli Stellungnahmen, wenn ich das richtig verstanden habe von jedermann.

DB – Kleiner Fehler große Wirkung

zug Da war er also der Supergau, kleiner Fehler große Wirkung. Ich war, wie ihr vielleicht gelesen habt diese Woche 3 Tage in Hamburg und wie so häufig mit der Bahn unterwegs. Da es bei den letzten Bahnfahrten relativ reibungslos geklappt hat, ließ Murphy nicht lange auf sich warten. Am Freitagnachmittag ist es i.d.R. sowieso schon voll auf den größeren Bahnhöfen und während Berlin für den neuen Hauptbahnhof mächtig rangeklotzt hat, gerät Hamburg an solchen Tagen schon mal an die Grenzen. Und das kommt so …

Erstens fahren (anscheinend) in Hamburg alle Fernzüge in Richtung Süden von Gleis 14a/b ab. Des weiteren fahren lt. Fahrplan manchmal zwei Fernzüge (in dem Fall 1 x Richtung Düsseldorf/Köln und weiter nach Frankfurt und 1 x Richtung München) relativ kurz nach einander ab. Somit kommt es auf dem Bahnsteig zu diesem Gleis schon mal zu einem Engpaß, schließlich stehen dort einige 100 Leute für beide Züge. Darüber hinaus ist das Einsteigen in den üblicherweise geplanten zwei Minuten nicht zu machen.

Zu allem Unglück war an diesem Freitag eine Weiche kurz vor Hamburg Hauptbahnhof (Sternschanze) kaputtgegangen, so daß der komplette Bahnverkehr über ein Gleis laufen mußte und damit ziemlich aus dem Ruder lief. 5 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten rund um Gleis 14 waren alle Ansagen dabei. Ein paar Stockungen unterwegs taten dann bei meinem Zug ihr übriges, so daß am Ende (ich mußte in Duisburg umsteigen) 30 Minuten Verspätung herauskamen.

Marco Polo Tower




Marco Polo Tower

Ursprünglich hochgeladen von Eichental

Dieses Bild wollte ich euch nicht vorenthalten. Eines der vielen neuen Gebäude in der Hafencity, nennt sich wohl Marco Polo Tower. Er erinnert im Rohbau so ein bißchen an einen riesigen Dönerspieß, oder nicht.

Elbphilharmonie




Elbphilharmonie

Ursprünglich hochgeladen von Eichental

Sie wächst langsam die Elbphilharmonie (im Hintergrund links zu sehen), so wie die ganze Hafencity. Hier sieht es so beschaulich aus, dabei wird gebaut ohne Ende. Die Hafencity ist mittlerweile mit drei Buslinien angebunden, dazu fahren eine Reihe von Baufahrzeugen, ganz zu schweigen von privaten Autos. Sogar eine Kita gibt es schon … auf dem Dach eines vierstöckigen Gebäudes.

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